Allgemeine Berichte | 19.11.2013

„Wenn das Freddy wüsste“ bei den Sayner Heimatfreunden

Wunsch nach Sään erfüllt

Dirko Juchem und Manfred Pohlmann begeisterten das Publikum mit ihren Liedern und entführten sie in die Vergangenheit.PS

Bendorf - Sayn. Einmal mit den Schlagern seiner Jugend an den Ort seiner Jugend zurückkehren, das war einer der großen Musikerwünsche des „Sääners“ Manfred Pohlmann. Die „Sayner Heimatfreunde“ erfüllten diesen Wunsch gerne und so begeisterte das Duo aus dem virtuosen Instrumente-Bändiger Dirko Juchem und dem wandelnden Musiklexikon Manfred Pohlmann das Publikum. Schon, als die erste Note auf dem Saxophon erklang, sang der ganze Saal geschlossen mit, und das änderte sich nicht bis zur letzten Zugabe, es wurde geklatscht, gesummt, gesungen und natürlich schwelgten die Besucher auch in Erinnerungen. Immer wieder nahm Manfred Pohlmann die Zuhörer mit in die Welt der Fünfziger und Sechziger und erinnerte gekonnt an Zeitgeschehen und Interpreten, während Dirko Juchem mit Querflöte, allerlei Blechblasinstrumenten, Mundharmonika oder Panflöte begeisterte - man merkt, dass die Musikerfreunde eingespielte, muntere und auch spontane Freunde sind. Fernweh, die große Liebe, rockige Titel, Westernmelodien - ein bunter Reigen durch die Musikvielfalt der „ehrlichen, kleinen Geschichten, die das Leben schrieb“. Fast allen waren die Texte bestens bekannt. Denn die „Souvenirs, Souvenirs“ der Schlagerkiste führen „unter fremde Sterne“, zeigen „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ und versprechen „Wir wollen niemals auseinandergehen“. Und an die „gute alte Zeit“ - die sicherlich selten so gut war, wie man sie macht - erinnerte der Liedermacher. Kann und soll ein Chansonnier auch Schlager singen? Er kann und er soll! Das bewiesen beide Musiker eindrucksvoll. Schloss man die Augen, konnte man die alten Straßenkarossen und fliegende Petticoats vor seinem Auge sehen. In fremde Länder entführten schon damals die Lieder mit „Komm ein bisschen mit nach Italien“, „Das hab‘ ich in Paris gelernt“ oder „Kalkutta liegt am Ganges“. Auch vom „Wirtschaftswunder“ berichtete das Duo und Manfred Pohlmann gab eine umjubelte Kostprobe des Jodelns mit „Auf meiner Ranch bin ich König“. Während das Publikum sich bestens amüsierte, gab er zu bedenken, dass Frau und Katzen bei der Probe im heimischen Wohnzimmer wohl eher „zu leiden“ hatten. Souverän und gekonnt prägt das Duo Pohlmann-Juchem den Schlagerabend. Mit einem schmetternden „U ga agga“ führte er in die Wild-West-Szene und erzählte die Liebesgeschichte zwischen „Brauner Bär und weißer Taube“. Auch die allseits bekannte „Elfriede aus Wuppertal“, die sich hinter der Zuckerpuppe aus der Bauchtanztruppe Bill Ramseys verbirgt, wurde wieder lebendig und das Programm gipfelte - auch stimmungsmäßig - in „Mister Bass Mann“. Das Publikum bat stehend um Zugaben, die gerne gewährt wurden. Dabei wurde die leise Nummer „Winter in Canada“ durch Trude Herrs Wunsch „Ich will keine Schokolade“ und schließlich „Weiße Rosen aus Athen“ abgelöst. -PS-

Dirko Juchem und Manfred Pohlmann begeisterten das Publikum mit ihren Liedern und entführten sie in die Vergangenheit.Foto: PS

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