Allgemeine Berichte | 09.12.2014

Marienhaus Klinikum St. Josef Bendorf

Zehn Jahre Schmerztagesklinik am Standort St. Josef Bendorf

Ein interdisziplinäres Team um Dr. Martina Zimmermann betreut chronische Schmerzpatientinnen und -patienten im Marienhaus Klinikum.

Das Team der Schmerztagesklinik um Dr. Martina Zimmermann (4. von links).privat

Bendorf. „In Deutschland leiden etwa acht Millionen Menschen an chronischen Schmerzen“, erklärt Dr. Martina Zimmermann, Leiterin der Schmerztagesklinik des Marienhaus Klinikums Bendorf – Neuwied – Waldbreitbach. Mit der Eröffnung der Klinik im Dezember 1999 – damals als erste ihrer Art in Rheinland-Pfalz – hat das Marienhaus Klinikum auf die Bedürfnisse von Schmerzpatienten reagiert. Vor zehn Jahren erfolgte dann der klinikinterne Umzug von Neuwied nach Bendorf. Hier fand das Therapeutenteam, das sich aus Medizinern, einem Psychologen, Physiotherapeuten und Pain Nurses zusammensetzt, deutlich bessere räumliche Bedingungen vor.

Hilfe zur Selbsthilfe

Das interdisziplinäre Team arbeitet daran, den Betroffenen zu helfen, ihre Schmerzen zu lindern und ihnen damit letztlich Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Denn bei den Patienten der Schmerztagesklinik ist der akute Schmerz, der als wichtiges Warnsignal fungiert, zum chronischen Problem geworden und hat seine Warnfunktion verloren. Dabei kann es sich beispielsweise um Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne, Nervenschmerzen, anhaltende Schmerzen nach Operationen oder Schmerzen bei Osteoporose handeln. Die Schmerzen bestimmen bei den Betroffenen oftmals den gesamten Alltag. Das hat gravierende Konsequenzen: „Bei vielen Patienten nimmt die Lebensqualität immer weiter ab und sie verlieren mehr und mehr die Lust am Leben“, sagt Dr. Zimmermann. Nicht selten fühlen sich die Betroffenen nicht ernst genommen. „Das ist bei uns anders. Uns ist wichtig, auf Augenhöhe mit den Betroffenen zu sprechen. Und auch wenn das Team der Schmerztagesklinik die Beschwerden, mit denen die Patienten kommen, häufig nicht beseitigen kann, so kann es für Linderung sorgen und gemeinsam mit dem Patienten Strategien entwickeln, die das Leben mit den Schmerzen leichter machen.“ Und das ist für die Betroffenen oft schon ein großer Fortschritt.

Therapieverlauf

Eine Therapie in der Schmerztagesklinik umfasst insgesamt 15 Tage. In der Behandlung haben aktive Krankengymnastik, Entspannungsübungen, psychologische Schmerzbewältigungsverfahren, Akupunktur, Wärme- und Kältebehandlung sowie eine gezielte medikamentöse Einstellung einen festen Platz. Durch den kombinierten Einsatz der Maßnahmen kann es im Laufe der Behandlung neben der Schmerzlinderung auch zu einer Steigerung der körperlichen Belastbarkeit, zu Abbau von Angst und Depression und somit insgesamt zu einer Verbesserung der Lebensqualität kommen.

Das Team der Schmerztagesklinik um Dr. Martina Zimmermann (4. von links).Foto: privat

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