Allgemeine Berichte | 04.10.2024

Keramik-Ausstellung bis 15. Juni 2025 zu besichtigen

15. Westerwaldpreis im feierlichen Rahmen überreicht

v.l.n.r: Die Preisträgerinnen Nora Arrieta, Bodil Manz, Beate Gatschelhofer und Irina Razumovskaya sowie Nele van Wieringen, Leiterin des Keramikmuseums Westerwald, hinten im Bild: Stadtbürgermeister Wolfgang Letschert. Foto: Helge Articus

Kreis Westerwald. Mehr als 230 Gäste konnte das Keramikmuseum Westerwald in Höhr-Grenzhausen zur Verleihung des 15. Westerwaldpreises begrüßen. Nicht nur die Preisträger waren anwesend, sondern auch zahlreiche Kunstschaffende aus vielen europäischen Ländern, darunter Belgien, Irland, Lettland, die Niederlande und Schweden. Zudem verschafften sich viele Studierende vor Ort einen Eindruck von den innovativen Werken. Dabei konnten wertvolle neue Kontakte geknüpft und Kooperationen angebahnt werden.

Landrat Achim Schwickert betonte, wie sehr er sich freue, dass die Bewerbungen aus ganz Europa eingegangen waren. „Dies zeigt deutlich, welch wichtige Rolle das Keramikmuseum, aber auch der Standort Höhr-Grenzhausen mit seinen keramischen Ausbildungsstätten, Institutionen und Betrieben, in der Welt einnimmt.“ Der Westerwaldpreis wurde 1973 ins Leben gerufen und hat sich zu einem prestigeträchtigen Aushängeschild für den Westerwald entwickelt. Wichtigstes Ziel war es damals, durch die Auszeichnung den Dialog von Keramik und Kunst in der Region zu fördern und den kulturellen Austausch zu pflegen. „Dieses Streben ist heute wichtiger denn je“, machte Landrat Schwickert deutlich. Dem schloss sich die Fachjury, die aus über 600 Bewerbungen die Preisträger ausgewählt hat, an: „Wo Worte ihre Kraft und Bedeutung verlieren, kann die Kunst sprechen. Sie hat ihre eigenen Möglichkeiten, um Vielschichtigkeit sichtbar zu machen, Geschehenes zu kommentieren oder Gedanken zu verbinden“. Gleichzeitig dankte sie dem Westerwaldkreis, der dieser Sprache seit einem halben Jahrhundert einen Raum biete.

Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Staatssekretär im Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, sagte: „Ich freue mich, dass die Keramik als für meine Heimat so prägendes Kulturgut auch heute noch ein solches Echo findet“ und ergänzte: „Das Ziel der Preisausschreibung, den kulturellen Austausch zu Keramik innerhalb Europas lebendig zu halten, wurde mit der Resonanz auf den Preis eindrucksvoll erreicht. Ich hoffe, dass auch in Zukunft die grenzüberschreitenden Kontakte auf diesem Gebiet weiter gepflegt werden. Denn auch in schwierigen politischen Zeiten ermöglicht die Kunst diesen Austausch zwischen den Menschen überall.“

Ehrung der Preisträger

Die meisten Bewerbungen waren in der Kategorie „Freie Keramik“ eingegangen. Sie zeigen die große Bandbreite an künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Neben vielen gestandenen Vollblutkeramikerinnen und -keramikern gibt es laut Jury eine immer größer werdende Zahl von Kunstschaffenden, die mit mehreren Materialien arbeiten. Den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis in dieser Kategorie verlieh sie an Irina Razumovskaya aus Russland/Großbritannien. Der 2. Preis und 6.000 Euro gingen an Nora Arrieta aus Deutschland.

Im Bereich des Förderpreises war auffallend, dass die Bewerbungen nicht wie gewohnt, hauptsächlich aus den großen Kunstzentren Deutschlands, sondern aus 31 verschiedenen Bildungseinrichtungen in Europa kamen. Die Jury zeigte sich erfreut, dass der Werkstoff Ton bei Studierenden offensichtlich keine Hemmungen mehr hervorrufe. Mit dem Förderpreis und 3.000 Euro ehrte sie Beate Gatschelhofer aus Österreich.

Der Preis der Stadt Höhr-Grenzhausen in der Kategorie „Salzbrand“, dotiert mit 10.000 Euro, wurde an die 81-Jährige Bodil Manz aus Dänemark verliehen. Die Bewerbungen hierfür belegen laut Jury, was eine nachhaltige Förderung der heimischen Traditionen bewirken kann. Seitdem das Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz in Kooperation mit der Stadt und dem Keramikmuseum alle zwei Jahre den letzten funktionstüchtigen Kannofen auf seinem Gelände brenne, habe sich erfreulicherweise das Durchschnittsalter der Bewerber für diesen Preis um etliche Jahre nach unten verschoben. Auch die Anzahl erhöhte sich durch die vielen internationalen Beteiligungen an diesem Kannofenbrand insgesamt leicht. „Mit der Auslobung eines Keramikpreises unterstreicht die Stadt Höhr-Grenzhausen ihre Aufgabe, das jahrhundertealte Erbe des traditionsgebundenen Töpferhandwerks zu pflegen. Dabei rückt unsere einmalige und vielfältige keramische Tradition, insbesondere die Technik des Salzbrandes, in den Vordergrund“, erklärte Stadtbürgermeister Wolfgang Letschert.

Ausstellung aller Werke im Keramikmuseum

Im Rahmen der Preisverleihung wurde die Ausstellung eröffnet, in der bis zum 15. Juni 2025 nun die 90 Werke der zweiten Juryrunde präsentiert werden. Zudem werden alle 76 Künstlerinnen beziehungsweise Künstler in einem Katalog abgebildet, der bei Arnoldsche Art Publishers, Stuttgart, erscheint.

Der Jury gehörten an:

• Prof. Tulga Beyerle (Deutschland), Direktorin des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg (1. Juryrunde).

• Wolfgang Lösche (Deutschland), ehemaliger Leiter der Galerie Handwerk in München (2. Juryrunde).

• Achim Schwickert (Deutschland), Landrat des Westerwaldkreises, vertreten durch Petra Noll, Geschäftsführerin der Museen im Westerwald GmbH.

• Oriol Calvo Vergés (Spanien), Direktor am Museu Càntir d’Argentona (Barcelona).

und Vertreter für Süd-Europa an der Académie Internationale de Céramique.

• Vasi Hîrdo (Rumänien), Herausgeber von www.ceramicsnow.org.

• Jorunn Veiteberg (Dänemark), Kuratorin und Kunstkritikerin.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung des

Westerwaldkreises

v.l.n.r: Die Preisträgerinnen Nora Arrieta, Bodil Manz, Beate Gatschelhofer und Irina Razumovskaya sowie Nele van Wieringen, Leiterin des Keramikmuseums Westerwald, hinten im Bild: Stadtbürgermeister Wolfgang Letschert. Foto: Helge Articus

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