Allgemeine Berichte | 15.11.2016

Regionale Klimatour übertraf alle Erwartungen

1550 Euro Spendengelder für Hilfsprojekte gesammelt

An neun Tagen wurden über 300 CO2-freie Kilometer zurückgelegt, an 20 Stationen über 500 Menschen erreicht

Abschlussveranstaltung im Dreikönigenhaus der Görlitz-Stiftung Koblenz. Alexander Otto überreicht eine größere Spende aus seiner Treesome-Musikveranstaltung im Barock. Tanzen und Spaßhaben und zugleich was für die Umwelt tun, das kommt an bei jungen Leuten, die dafür gerne einen Euro mehr für den Eintritt geben. Foto: Alexander Otto

Koblenz. „Unser Plan war schon ziemlich anspruchsvoll, neun Tage in Folge weitgehend CO2-frei Klimaprojekte am Mittelrhein und im Westerwald anzufahren, mit Rädern oder E-Fahrzeugen. Das haben wir geschafft. Und was wir überall an Zuspruch und Weg weisenden Projekten erfahren haben, ist geradezu überwältigend. Klimaschutz ist nicht nur notwendig, sondern auch machbar. Im Gegensatz zum Berliner Hickhack haben sich hier vor Ort schon viele Akteure auf den Weg gemacht in eine klimaschonende Wirtschaftsweise . Wir sind zuversichtlicher denn je, dass sich zivilgesellschaftliches Engagement lohnt und erfolgreich sein wird. Auf ‚die da oben‘ braucht niemand zu warten. Und ganz nebenbei haben wir auch noch für zwei Hilfsprojekte in Fukushima und Tansania 1550 Euro eingesammelt.“ Egbert Bialk, BUND-Aktivist und zusammen mit den Naturfreunden Kettig einer der Initiatoren der Klimatour, freut sich über die gelungene Aktion anlässlich des derzeitigen Klimagipfels COP22 in Marrakesch.

Die Tour hatte am 29. Oktober mit einer Kundgebung in Neuwied begonnen. Viele Verbände und politische Gruppierungen, auch die Kommune, zeigten Flagge für den Klimaschutz. Anschließend wurden alle 16 Mitgliedergruppen des Bündnisses Klimaschutz Mittelrhein angefahren – auch um dort deren örtliche Arbeit vorzustellen. Sei es im Bereich Natur- und Umweltschutz, Atomausstieg, Erneuerbare, fairer Handel oder nachhaltige Bildung. Hinzu kamen innovative Projekte: Energiegenossenschaften auf dem Niederwerth, in Anhausen oder im Westerwald, Kommunen wie die VG Hachenburg oder Pionierfirmen der Energiewende wie der Solarmonteur Bauko-Solar in Anhausen, der Pellethersteller und Ökostromlieferant Mann-Energie in Langenbach/ Westerwald oder die E-Roller-Manufaktur Kumpan in Remagen. Hilfreich war auch die kostenfreie Bereitstellung von mehreren Elektroautos durch Renault-Schilling, ohne die eine Bereisung auf die Westerwälder Höhen kaum möglich gewesen wäre. Einer der Highlights war die aktive Teilnahme an Aktionen zum Kohleausstieg auf der Bundesversammlung des BUND in Bad Godesberg. Auch an anderen Stationen waren kommunale und Landespolitiker vor Ort und übernahmen die Schirmherrschaft oder Redebeiträge. Bialk: „Dies war uns besonders wichtig, denn schließlich soll die Politik ja unsere Klimaschutzanliegen aufnehmen und mit wirksamen Maßnahmen in ihrer Kommune umsetzen.“

Melanie Gehenzig und Nico Beckert von der Bildungsstätte Haus Wasserburg in Vallendar zeigten auf, wie man als Einzelner aktiv werden und als Gemeinschaft für den Klimaschutz wirksam werden kann. „Man muss die eigene Mitverursachung, den ökologischen Fußabdruck („Foot Print“) analysieren und dann zu einem möglichst kräftigen „Hand Print“ kommen. Das heißt zu aktiven Handlungen, die die Strukturen in der jeweiligen Gemeinschaft verändern“, so Gehenzig. Helmut Gelhardt, engagiert in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung KAB, mahnte in einer Lesung ein Wirtschaftssystem an, das die Schöpfung bewahrt und Gemeinwohl und Gerechtigkeit zum Ziel hat. Für Martina Keller, Leiterin der Grundschule Moselweiß, und Matthias Boller, BUND Rhein-Lahn, war es wichtig, die junge Generation in das Thema einzubinden. Keller besuchte mit ihren jungen Klimareportern die Fabrik Mann-Strom in Langenbach inklusive Interview mit dem Firmeneigner. Boller initiierte eine praktische Auseinandersetzung mit E-Mobilen auf dem Schulhof des Johannes-Gymnasiums in Lahnstein. E-Räder und Autos wurden begeistert ausprobiert. Auch zwei Klassen der Realschule Plus Dierdorf setzten sich mit der Energiewende auseinander, in einem Solarbetrieb und einer Biogasanlage in Anhausen. Jörg Wagenknecht und Clemens Pryss vom Verein zur Förderung der Eneuerbaren Energien nahmen sich hier viel Zeit für die Heranwachsenden. „Für sie ist das besonders wichtig, es ist ja ihre Erde, die wir gemeinsam erhalten müssen“, so Pryss.

Die gesamte Klimatour stand auch unter dem Anspruch, Hilfsprojekte im Katastrophengebiet Fukushima und in Afrika mit Spenden zu unterstützen. Überall wurden deshalb Spenden gesammelt, mit großem Erfolg. Kazihiko Kobayashi, ein japanischer Rentner, der auch schon einmal in Koblenz einen Vortrag hielt, wird vom Klimabündnis 700 Euro für Freizeiten der Kinder aus Fukushima erhalten. Godwin Msigwa, ein junger Solartechniker aus Tansania, erhält 850 Euro für sein Berufsbildungsprojekt in Ostafrika. „Besonders danken wir hier den jungen Musikfreunden von Treesome um Alexander Otto, die sich mit größeren Spenden aus ihren Tanzevents im Barock Koblenz besonders engagiert haben. Insgesamt sind es bereits 1550 Euro, die ohne Abzug den Projekten zufließen und dort dringend gebraucht werden. Sie sind aber nur ein kleiner Beitrag angesichts unserer Hauptverantwortung für Klimagerechtigkeit. Die Spendensammlung wird darum fortgesetzt“, so Dr. Thomas Bernhard, der sich besonders für Afrika engagiert und das Tansania-Projekt persönlich kennt.

„Eine solch erfolgreiche Klimaaktion ruft natürlich nach einer Fortsetzung“, so das Ergebnis von Egbert Bialk. „2017 wird es darum ganz sicher in ähnlicher Form weitergehen, wahrscheinlich schon im Sommer. Und in der Zwischenzeit werden wir in der einen oder anderen Schule oder Kommune vertiefende Veranstaltungen durchführen.“

Pressemitteilung

Bündnis Klimaschutz Mittelrhein

Abschlussveranstaltung im Dreikönigenhaus der Görlitz-Stiftung Koblenz. Alexander Otto überreicht eine größere Spende aus seiner Treesome-Musikveranstaltung im Barock. Tanzen und Spaßhaben und zugleich was für die Umwelt tun, das kommt an bei jungen Leuten, die dafür gerne einen Euro mehr für den Eintritt geben. Foto: Alexander Otto

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