Ein Festgottesdienst für das Orgeljubiläum
175 Jahre Orgel in der Pfarrkirche St. Nikolaus
Swisttal-Morenhoven. Zur Ehre Gottes, aber insbesondere auch zum 175. Jubiläum der Orgel, erlebten viele Gläubige und Musikliebhaber am Samstag einen Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Nikolaus. Im Mittelpunkt stand die „Morenhovener Orgelmesse“ von Jerome Josef Lanunza. Der zeitgenössische Komponist von den Philippinen hat das Werk für Chor, Orgel und Soloinstrumenten eigens für diesen Festtag geschrieben. Organist Ansgar Pöhler: „Es war eher ein Zufall, dass ich vor etwa zwei Jahren auf den Komponisten gestoßen bin, er war auf der Suche nach einem Auftrag, ich wollte ein Werk eigens für das Orgeljubiläum, das mindestens drei Stimmen und Soloinstrumente beinhaltete.“
Pfarrer finanzierte maßgeblich den Orgelbau
Schon das Werk zum Einzug, der „Grand Choeur Dialogue“ des Komponisten Eugène Gigout (1844 - 1925), zeigte den einzigartigen Klang der von den Gebrüdern Weil aus Neuwied im Jahr 1840 konstruierten Orgel, die seitdem nur geringfügig verändert wurde. Aber nicht nur der Klang, auch das Aussehen des Instruments begeistert. Die klassizistische Bauweise des Gehäuses setzt sich sehr schön von den silberfarbenen Orgelpfeifen ab. Die Weilbrüder bauten die Orgel mit neun Registern und einem Manual. Der damalige Pfarrer Adolph Scheben übernahm einen großen Teil der Anschaffungskosten, von den 976 Talern übernahm er 769 Taler. Ganz unbeschädigt kam die Orgel nicht durch die Wirren des 2. Weltkrieges, sie wurde stark verschmutzt, einige Pfeifen waren herausgefallen und plattgetreten. 1954/55 erfolgte eine gründliche Renovierung, bei u.a. auch ein Motor sowie rechts und links vom Spieltisch mit der Klaviatur vier neue Register eingebaut wurden. Die Kosten von rd. 10.000 Mark brachten damals die Morenhovener Bürger selbst auf.
Auch Pater Stanislaus Friede ließ in dem Festgottesdienst seiner Begeisterung über das schöne Instrument freien Lauf: „Sie kann fast alles, brausen, loben, in Ekstase versetzen, die Herzen zu Gott und den Liebsten erheben.“
Abgesehen von einem zeitgenössischen Halleluja, eine Melodie aus Simbabwe, sowie der „Morenhovener Orgelmesse“ hatte Ansgar Pöhler Lieder und Musikstücke aus der Zeit um 1840 ausgesucht, der Entstehungszeit der Orgel.
Besucher des Festgottes- dienstes waren begeistert
Mit Inga Bell (Sopran), Tobias Gasteier (Trompete), Jenny Hambach (Flöte), Astrid Ließem (Violine), Henning Rubach (Orgel), dem Instrumentalkreis St. Nikolaus und dem Projektchor St. Nikolaus hatte Ansgar Pöhler als musikalischer Leiter des Festgottesdienstes für das Jubiläum einen großartigen Rahmen geschaffen. Weitere Höhepunkte waren während der Kommunion das Stück „Eclogue“ für Trompete und Orgel des Komponisten Philip R. Butall sowie zum Auszug die „Fanfare“ in D-Dur von Nicolas Lemmens (1823 - 1925).
Wenn der Applaus des Künstlers schönster Lohn ist, dann bekamen die Mitwirkenden überreichlich davon. Der Beifall und auch Bravorufe wollten kaum ein Ende nehmen. Es war eine würdige Feier zum 175. Geburtstag der Morenhovener Orgel.
Weitere Veranstaltungen in nächster Zeit:
Sonntag, 10. Mai, 17.30 Uhr: Orgel trifft Klarinette; Klezmer-Rhapsodie für Klarinette und Orgel, chassidisiche Melodien und Improvisationen vom Berg Meron in Israel.
Sonntag, 31. Mai, 15.30 Uhr: Orgel trifft kleine große Schwester, Fahrt nach Ramershoven zu einer Orgelführung in der Kirche St. Basilides.
Freitag, 26. Juni, 19Uhr: Orgel trifft Freunde aus Warschau (Orgel und Sopran).
Die Weil-Orgel in ihrer ganzen Schönheit.
