Förderkreis Gut Schirmau e. V. lädt zum Tag der offenen Tür auf dem Gutshof ein
30 Jahre Waldgut Schirmau wird gefeiert
Am 24. September ab 12 Uhr
Oberdürenbach. Der Förderkreis Gut Schirmau (Krefeld) lädt für Samstag, 24. September, zum Tag der offenen Tür auf das Gelände des Gutshofes im Wald zwischen Oberdürenbach und Schalkenbach-Vinxt ein. Ab 12 Uhr gibt es Musik, gute Laune, Kulinarisches, Vorträge und Führungen. Um 15 Uhr treffen sich Verbandsbürgermeister Johannes Bell und der Krefelder Oberbürgermeister Frank Meyer mit den Ortsbürgermeistern Toni Harst, Elisabeth Dahr und Werner Breuer zur Feierstunde. Aus Krefeld reisen per Bus 200 Gäste an. Weitere kommen mit dem Pkw. Auch die Nachbarn aus dem Brohltal sind herzlich willkommen. Um 16 Uhr wird auf dem Platz vor dem Gutshaus mit Pfarrer Flechner die Waldmesse gefeiert, begleitet von den Waldhornbläsen aus dem Siebengebirge.
Zum Hintergrund
Der Krefelder Max von der Leyen, seinerzeit Garde-Ulanen-Offizier, hatte 1905 bei einem Manöver das Brohltal und die Schirmau kennengelernt. Er kaufte die Schirmau am Weiselstein, wo damals noch vier kleine Fachwerkhäuser standen. Dort baute er aus Sandstein vom Drachfels ab 1908 das Gutshaus und erwarb im Laufe der Jahrzehnte 217 Hektar Wald- und Wiesenflächen zu beiden Seiten das Alten Schalkenbachs. Nach dem ersten Weltkrieg wurde er mit seiner Frau Emmy auf Schirmau heimisch. Das Paar verfügte auch über eine Villa in Bad Godesberg. 1967 starb Max von der Leyen. Emmy von der Leyen setzte in ihrem Testament die Stadt Krefeld als Erbin ein unter der Bedingung, dass Schirmau als Erholungsort für Senioren und als Begegnungsstätte eingerichtet werden sollte. Die Stadt Krefeld zögerte lange, das Erbe zu akzeptieren, denn die Gebäude waren stark angeschlagen. Es war klar, die Wiederherstellung und der Umbau als Gästehaus würden mehr kosten, als aus dem verfügbaren Teil des Erbes zu erlösen war. Eine Bürgerinitiative, die sich 1984 als Förderkreis Gut Schirmau in Krefeld etablierte, drängte zur Tat, was schließlich Erfolg hatte. Am 4. Oktober 1986 trafen sich der damalige Verbandsbürgermeister Dr. Hermann Höfer und der Krefelder Oberbürgermeister Willy Wahl mit Gästen aus der Eifel und aus Krefeld zur Eröffnung der Begegnungsstätte.
In Krefeld wuchs die Liebe zur Eifel
Schon damals wurde die Gästeschar von den Gutsverwaltern Martina und Ferdinand Liemersdorf betreut, die auch beim Tag der offenen Tür am kommenden Samstag Gastgeber sein werden. Der intensive Einsatz der Liemersdorfs und ihrer Helfer hat vielen Krefeldern glückliche Tage bereitet. Rund 5500 Krefelder Senioren haben während der vergangenen drei Jahrzehnte auf Schirmau Urlaub gemacht. Während des Winterhalbjahres waren und sind Wandergruppen, Seminare, Festgesellschaften u. a. dort zu Gast.
Mit dem Förderkreis Gut Schirmau reisten mehr als 15 000 Krefelder zu Tagesausflügen zum Weiselstein. In Krefeld wuchs die Liebe zur Eifel. Unter der Regie des Förderkreises wurden mehr als 600 000 Euro Spendengeld auf Schirmau in Gebäude und Ausstattung investiert. Viele Krefelder halfen ehrenamtlich mit, die Gäste auf Schirmau zu unterhalten und bei Arbeiten im Haus und in der Umgebung die Gutsverwalter zu unterstützen. Der gute Kontakt zum Rathaus in Niederzissen war förderlich, die Stromzufuhr zu verbessern, Abwasserprobleme zu lösen, die Verbindungsstraße von Oberdürenbach her auszubauen. Erst recht war die erfolgreiche Durchführung einer Flurbereinigung für die Bewirtschaftung des Waldes und die Klärung der Besitzverhältnisse wichtig. Aus dem Flickenteppich von Grundstücken, die Max von der Leyen zusammengekauft hatte, wurde eine arrondierte Liegenschaft mit eigenem Jagdrevier.
Waldgut weiter fördern
Am kommenden Samstag werden Krefelder und Brohltaler darauf anstoßen, dass es auch in Zukunft gelingt, das Waldgut als Pluspunkt im Netzwerk des Tourismusverbandes Laacher See zu erhalten und weiter zu fördern.
Martina und Ferdinand Liemersdorf.
Max und Emmy von der Leyen vor dem Gutshaus (1928). Foto: Theo Schafgans
