Karnevalsgesellschaft Ringener Wendböggele feierte ausgelassen
„33 mol Wend jemaht un immer noch Luff“
Ringen. „33 mol Wend jemaht un immer noch Luff“ – mit diesem Sessionsmotto feiert die KG Ringener Wendböggele ihr närrisches Jubiläum mit ihrem 33. Geburtstag. Auch bei der stimmungsvollen Prunksitzung in der rappelvollen Turnhalle, die mit viel Liebe in den rot-weißen Vereinsfarben dekoriert war, herrschte beste Feierlaune unter den Besuchern, unter ihnen Bürgermeister Achim Juchem, Ortsvorsteher Toni Palm und Pastor Alexander Burg.
Am 15. April 1986 war der Verein mit dem schönen Namen Ringener Wendböggele (Ringener Windbeutel) gegründet worden, nachdem schon einige Jahr zuvor eine Interessengemeinschaft Ringener Karneval den Straßenkarneval in der Grafschafter Metropole organisiert hatte. In der Gründungssatzung wurde als Vereinszweck „die Pflege des rheinischen Humors und karnevalistischen Brauchtums“ festgeschrieben, woran sich der Verein bis heute mit großem Engagement hält.
Franz-Peter Paffenholz wurde zum Vorsitzenden gewählt, und der Name des Vereins mit Ringener Wendböggele festgelegt. Damit wollten sich alle nach Karnevalistenart selbst ein wenig auf die Schippe nehmen, denn den Bewohnern der Grafschaft wurde zur damaligen Zeit nachgesagt, dass sie starrköpfig seien und zu Übertreibung, Prahlerei und zum Protzen neigten. Kurzum: Sie machen viel Wind. Viele Jahre lang waren die Windbeutel in gebackener Form übrigens eine beliebte Mahlzeit beim Wendböggelefest, waren doch in einige der Windbeutel Gewinnlose eingebacken.
Mittlerweile blickt die KG auch auf 25 Tollitäten-Konstellationen zurück, von der Kinderprinzessin und dem erwachsenen Prinzen oder der erwachsenen Prinzessin über das Prinzenpaar bis hin zum Herren- und Damen-Dreigestirn war schon alles dabei. In der Jubiläums-Session muss allerdings auf Tollitäten verzichtet werden. Im Lauf ihrer Geschichte hatte die KG allerdings erst sieben Vorsitzende. Nach Paffenholz waren dies Alfred Kleimann, Wolfgang Reifferscheid, Albert Zabbei (gleich zweimal) und Sigrid Mücke. Seit 2017 leitet Florian Koch die Geschicke der Karnevalsgesellschaft. Erstmals führte an diesem Abend Sitzungspräsident Ralf Erlenbach durch die Prunksitzung, ein waschechter Kölscher Jung, der mit seiner humorvollen Art sympathisch und souverän durch die Veranstaltung führte und sich auch nicht aus der Ruhe bringen ließ, wenn wieder einmal etwas nicht ganz nach Plan ablief. Nach dem Einmarsch der Uniformierten mit sämtlichen Tanzgarden und dem Spielmannszug Ahrweiler als musikalischer Unterstützung zeigten zunächst die „Sternchen“ als jüngste Tanzgarde der KG und anschließend die „Sterne“ ihre einstudierten Gardetänze.
Im weiteren Verlauf präsentierten auch noch die Junior-Garde und die große Garde ihr tänzerisches Können. Das Trainerinnen-Team mit Conny Erxleben, Nathalie Kratz und Nina Bachem hatte wieder ganze Arbeit geleistet. In dieser Session aussetzen muss das Männerballett „Ringener Perlen“ wegen einiger krankheitsbedingter Ausfälle, doch in der kommenden Session wollen sie wieder in altbewährter Manier die Bühne wackeln lassen.
Nachdem der Spielmannszug Ahrweiler ein kleines Potpourri seines musikalischen Repertoires dargeboten hatte, zeigten die „Red Hot Marries“ aus Birresdorf ebenso wie etwas später die „Dorfgarde Nierendorf“, dass in der Grafschaft der Gardetanz bei Leibe kein Schattendasein führt. Und nicht nur das, erstmals hatten sich die große Garde und die Juniorgarde der Wendböggele für einen Showtanz zusammengetan, bei dem sie als fesche Seemannsbräute unter dem Motto „Ahoi Kameraden“ das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes von den Sitzen rissen.
Sehenswert war auch der Auftritt der „Dorfgrenadiere Birkenfeld“, die in ihren prächtigen blau-roten Uniformen die Jecken im Saal zum Mitmachen, Mitsingen und Mitklatschen animierten – doch als sie ihre Uniformjacken auszogen, ging die Post erst so richtig ab, davon konnten die Karnevalisten gar nicht genug bekommen. Da hatten es auch „Botz un Bötzje“ (Rainer Krewinkel und Hans-Dieter Hahn-Möseler) leicht, eine Attacke auf die Lachmuskeln zu fahren. Später zeigte der „Jumbo oder den Engel“, Engel Hettwich (Hedwig Sieberichs), dass das Leben als Engel doch seine Schattenseiten hat und er zwischen Himmel und Erde einige erstaunliche Geschichten erleben kann.
Die „Karobuben“ begeisterten das Publikum mit ihrer stimmungsvollen Kölsch-Musik und einer gelungenen Mischung aus Partyhits, Schlagern und Karnevalsliedern. Auch die Gruppe „Rhingbloot“ überzeugte zum Abschluss des Programms mit ihrer handgemachten Musik, bevor zum Finale noch einmal alle Wendböggele auf die Bühne kamen.
JOST
Die Funky Marys konnten das Publikum ebenfalls begeistern. Foto: Volker Jost
Sehenswert war auch der Auftritt der „Dorfgrenadiere Birkenfeld“. Foto: Volker Jost
