Verein „Togo-Kinder Zukunftschance“ feierte Sommerfest
350.000 Euro in Projekte investiert
Oberdrees. Die Menschen in Togo essen anscheinend gerne frittierte Speisen und Steaks vom Grill. Beim Togo-Sommerfest des Vereins „Togo-Kinder Zukunftschance“ im Sportheim und auf dem Sportplatz der TuRa Oberdrees hatten einige Gäste aus dem westafrikanischen Land jedenfalls Kochbananen, Süßkartoffeln, Yamswurzel und „Botokoin“-Bällchen in frittierte Form als typische Landesspeisen zubereitet sowie Nackensteaks und Putensteaks mit Originalgewürzen aus Togo mariniert und auf den „Mammutgrill“ geworfen. Dazu gab es „Zimazi-Dessi“, eine togolesische Tomatensauce mit roten Bohnen, sowie geröstete Erdnüsse aus dem eigenen Anbau der vom Verein unterstützten Landwirtschaftsinitiative und nicht zuletzt selbst gebrannter Palmschnaps. Im Hintergrund lief traditionelle Musik aus Togo, und die Landesflagge wehte neben der deutschen Fahne zum Zeichen der Verbundenheit der beiden Nationen. Von den 134 Mitgliedern des Vereins waren 70 anwesend, um sich über die Situation der insgesamt 99 Patenkinder und ihrer Familien informieren zu lassen.
Jeder einzelne Cent kommt an
Der aus Togo stammende Präsident Christ Kokou hatte seine Schwester Ploto Lucy Kokou sowie den langjährigen Projektleiter Axel Seidou mitgebracht. Zusammen mit dem Vereinsvorsitzenden Karl Krakow begrüßte er zur Jahreshauptversammlung unter anderem auch Bürgermeister Stefan Raetz, der ebenfalls aktiv im Verein mitarbeitet und als Kassenprüfer überaus penibel den Verbleib jeden einzelnen Cents kontrolliert. Schließlich überweist jeder Pate 35 Euro im Monat für seinen individuellen Schützling an den Verein, der das Geld komplett und ohne jeglichen Abzug in deren Ausbildung und in die wirtschaftliche Zukunft ihrer Familien steckt. Was mit dem Geld geschieht, erfuhren die Mitglieder im Jahresbericht des Vorsitzenden. Fast 40.000 Euro an Patengeldern sowie rund 13.500 Euro an Spenden, 5.000 Euro von der Egidius Braun-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes und rund 2.000 Euro Erlös aus dem Benefizkonzert auf Schloss Miel wurden im vergangenen Jahr für die Projekte eingesetzt. „Allein in den vergangenen drei Jahren flossen insgesamt 350.000 Euro in unsere verschiedenen Projekte nach Togo“, rechnete Krakow vor.
Die Klassenbesten
Demnach hat der Verein jede Menge für seine afrikanischen Patenkinder in den beiden Dörfern Novissi und Kusuntu beim Städtchen Kpalimé getan. So wurden für die Betreuung der Patenkinder und ihre Förderung zwei togoische Oberschullehrer mit Magister-Abschluss in Deutsch und Geschichte fest angestellt. Sie geben allen Patenkindern zweimal pro Woche jeweils zwei Stunden Förderunterricht. Außerdem wurden für sämtliche 99 Patenkinder alle Schulbücher und alles Schulmaterial finanziert, zweimal pro Jahr erhalten alle Kinder außerdem eine neue Schuluniform. „Diese werden immer von den Eltern genäht!“, betont Krakow die Eigeninitiative der Westafrikaner. Nach mittlerweile sechs Jahren schulischer Förderung hätten schon 60 Patenkinder die Aufnahmeprüfung für die Realschule geschafft und seien dort durchweg die Klassenbesten. Für den Förderunterricht habe der Verein zwei eigene Schulungsräume gebaut und komplett mit Schulmöbeln und Tafel eingerichtet, hier bekomme jedes Kind darüber hinaus jeden Mittag eine warme Mahlzeit. „Für viele Kinder ist das leider die einzige Mahlzeit überhaupt am Tag“, weiß Krakow, denn in der noch sehr ländlichen Regionen herrscht bittere Armut.
Großer Bildungshunger
In den Schulungsräumen seien zudem Kinderbibliotheken mit 2.500 Büchern eingerichtet worden. „Die Kinder verschlingen die Bücher geradezu, sie haben einen nahezu unstillbaren Bildungshunger“, freute sich Krakow. Doch damit nicht genug, geben 17 Lehrer der Grund- und Realschulen auf Kosten des Vereins als Repetitoren den Patenkindern ergänzenden Förderunterricht in Kleingruppen. Die Förderung über Jahre hinweg mache sich ganz offensichtlich bezahlt. Mittlerweile hat der Verein sogar eine eigene Musikschule gegründet, wofür zwei Musiklehrer, eine Tanz-Choreografin und ein Trommellehrer angestellt worden sind. Natürlich habe man auch Keyboards, Trommeln und andere Musikinstrumente angeschafft, die nun regelmäßig unterrichtet würden. Doch auch das ist noch nicht das Ende der Leistungsbilanz, denn mittlerweile wurde mit Hilfe der Egidius-Braun-Stiftung die Fußballschule von „Togo-Kinder Zukunftschance“ in Kpalimé gegründet, die von einem Diplom-Trainer geleitet wird. Dafür wurden Fußballplätze planiert, dafür jedoch auch Bäumen gefällt, Tore aufgestellt und 100 Paar Fußballschuhe sowie 100 Fußbälle angeschafft, größtenteils aus Spenden Rheinbacher Sportgeschäfte. Vier Jungen- und zwei Mädchen-Mannschaften jagen mittlerweile in der eigens gegründeten „Busch-Liga“ dem runden Leder hinterher, sogar einige Turniere wurden bereits organisiert.
Arbeitsplätze für die Eltern
Darüber hinaus fördert der Verein im Kampf gegen den Hunger ein großes Landwirtschafts-Selbsthilfeprojekt der Eltern der Patenkinder. Dafür hat der Verein 105.000 Quadratmeter Land gekauft, auf denen 70 Arbeitsplätze im Gemüse- und Obstanbau entstanden sind. Und auch um die Gesundheit seiner Schützlinge kümmert sich der Verein, auf vielfältige Art und Weise. Unter anderem mit zwei Ebola-Aufklärungsveranstaltungen, die von mehr als 6.000 Menschen besucht worden seien. Im November will der geschäftsführende Vorstand zu seiner jährlichen Inspektionsreise nach Togo fliegen, um nach dem Rechten zu sehen und neue Projekte anzustoßen.
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