Zunftabend in Adenau
400 Jahre Tradition verbinden
Gemeinschaft der Gerber und Wollenweber hielt Rückschau auf das vergangene Jahr und wählte neue Zunftmeister
Adenau. Traditionell am zweiten Wochenende im Februar trafen sich die beiden ältesten Adenauer Zünfte, die der Gerber, gegründet 1603, und der Wollenweber, gegründet 1648, zu ihrem Zunftabend. Der Abend begann mit einer Messe, die von Pfarrer Rainer Justen zelebriert wurde. Anschließend traf sich die Zunftgemeinschaft in der „Blauen Ecke“, um die weiteren Regularien zu besprechen.
Die beiden Zunftmeister – Walter Beyer bei den Gerbern und Bernd Koll bei den Wollenwebern – begrüßten die Zunftbrüder. Bernd Koll ließ die Aktivitäten des vergangenen Jahres noch einmal Revue passieren. So hatten die Zünfte bei diversen Renovierungsmaßnahmen im St. Josef Krankenhaus mitgearbeitet. Die Zunftgemeinschaft präsentierte sich beim Heimatfest im vergangenen Jahr auf der Vereinsmeile, wo sogar Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Zunftbrüder besuchte und sich informierte. Ebenso waren die Zünfte bei der Demonstration zum Erhalt des Krankenhauses vertreten.
Nach dem Zunftgebet wurde ein neuer Zunftmeister gewählt. Bei den Gerbern übergab Walter Beyer Hut und Schärpe des Zunftmeisters an Bert Schäfer, der nun für zwei Jahre der Zunft vorsteht. Bei den Wollenwebern wird der wiedergewählte Zunftmeister Bernd Koll das Amt ebenfalls für weitere zwei Jahre führen.
Bei den Wollenwebern wurden zudem noch Ehrungen vorgenommen. 65 Jahre ist Johannes Romes Mitglied der Zunft. Zehn Jahre sind Gertrud und Hermann Lehmann aktiv. Details zur Geschichte der Zünfte kann man in alten Urkunden nachlesen. So steht in der Bestätigung der Satzung, von Erzbischof und Kurfürst Ferdinand von Bayern unterzeichnet, dass den Zünften das Recht erteilt wird, von allen Kaufleuten, die zum ersten Mal die Märkte des Amtes Nürburg mit ihren Waren besuchen, einen Obolus einzuziehen. Die Bezahlung bestand aus einem Goldgulden, einem Reichstaler, einer Flasche Wein und einer Spende für die Armen, die einmalig zu entrichten war.
Damals wie heute treffen sich die Mitglieder am Zunfttag traditionell im Stammlokal und freuen sich nach dem gemeinsamen Gebet auf Schösshen mit Wurst. SES
Hermann Lehmann (rechts) wurde für zehnjährige Zugehörigkeit zur Wollenweberzunft geehrt. Foto: HEINZ TONI SESTERHEIM
Stolze Vertreter einer jahrhundertealten Tradition: Bert Schäfer (rechts) repräsentiert in den kommenden beiden Jahren die Gerber, Bernd Koll wurde erneut zum Zunftmeister der Wollenweber gewählt. Foto: HEINZ TONI SESTERHEIM
