GGS Meckenheim-Merl-Schulleiterin Barbara Bienentreu verabschiedet
42 Dienstjahre unermüdlicher Einsatz einer Vollblutpädagogin
Meckenheim. Schulleiterin Barbara Bienentreu wird an der GGS Meckenheim-Merl nach 42 Dienstjahren feierlich verabschiedet. Die prominenten Gäste würdigen in ihren Reden den unermüdlichen Einsatz der Vollblutpädagogin. Bienentreu bleibt der Merler Grundschule noch bis Schuljahresende als Vertretungslehrerin erhalten.
Abschiede sind bekanntlich immer schwer. Vor allem dann, wenn man sich von einer ganz besonderen Person verabschieden muss. So ist es auch im Falle von Barbara Bienentreu und ihrem Abschied an der Gemeinschaftsgrundschule Meckenheim-Merl. Bienentreu, die 1981 ihre Schullaufbahn begann, wechselte 1997 an die evangelische Grundschule nach Meckenheim. Abgesehen hatte es Bienentreu aber, wie sie selbst bei ihrer Verabschiedung verriet, auf die Gemeinschaftsgrundschule in Merl. Dieser Wunsch sollte sich kurze Zeit später im zweiten Schulhalbjahr 1997 erfüllen.
Fortan arbeitete die Pädagogin an ihrer Wunschschule. Durch die Organisation und Leitung zahlreicher Projekte gab Bienentreu der zwischenzeitlich kriselnden GGS immer eine klare Handschrift und ein Aushängeschild. So war es nur folgerichtig, dass sie 2017 als Schulleiterin übernahm. Nun war die Gemeinschaftsgrundschule endgültig unter der Regie der zuvor langjährigen Lehrerin.
Bienentreu haucht der GGS Merl neues Leben ein
Schnell entwickelte sich ein ganz neues kollegiales Klima, welches unter anderem durch zweitägige Fortbildungen und einer besseren Teamchemie realisiert wurde. Die Kollegen, die von Bienentreu irgendwann nur noch gendergerecht und liebevoll Kollegys genannt wurden, verbrachten fortan nun auch nach Unterrichtsschluss einige Zeit zusammen. Ebenso hatte sich Bienentreu auf die Fahnen geschrieben, kooperative Lernmethoden an der GGS ganz groß auf die Agenda zu schreiben. In den kommenden Jahren gingen diese Arbeitsmethoden den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrerinnen und Lehrern wie selbstverständlich von der Hand.
Somit war die große offizielle Abschiedsveranstaltung am 20. Januar 2023, zu der zahlreiche prominente Gäste wie bspw. der amtierende Bürgermeister Holger Jung, der ehemalige Bürgermeister Bert Spilles oder der Schulaufsichtsbeamter Herr Lutz Killmann geladen waren, geprägt durch die Ambivalenz, das großartige Lebenswerk Bienentreus zu würdigen, aber gleichermaßen auch mit der Situation von nun an umzugehen, dass sie nicht mehr da sein wird - zumindest nicht in der Rolle als Schulleiterin. Was den „Abschied“ einfacher gestaltet, ist der Fakt, dass Bienentreu ihrer Schule bis zum Ende des Schuljahres noch als Vertretungslehrerin erhalten bleibt. Man kann also abwägen, ob man es mit den Worten von Roland Kaiser „Ein Ende kann auch ein Anfang sein.“ oder mit Trude Herr „Niemals geht man so ganz“ halten möchte.
Redner würdigen Lebenswerk
Zu Beginn der Feier begrüßte Silke Lex, die Nachfolgerin von Barbara Bienentreu, alle anwesenden Gäste und bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen. Anschließend folgte der erste Kinderbeitrag mit einem Begrüßungslied, welches die Stimmung im Saal sichtlich auflockerte. Im Anschluss gaben sich Bürgermeister Jung und Schulaufsichtsbeamter Killmann nacheinander das Mikro in die Hand und ehrten, jeder auf seine Weise, das Lebenswerk Bienentreus. Beide waren sich einig: Bienentreu verstand ihren Job immer als Berufung, und dass gerade die GGS Merl durch ihre Person wieder zum Leben erweckt wurde.
Nach all diesen bewegenden Reden durften Kinder der 3. Jahrgangsstufe auf die Bühne kommen und mit einem einstudierten Stück auf ihre ganz individuelle Art und Weise „Dankeschön“ an ihre Schulleiterin, an Barbara Bienentreu, sagen.
Sabine Pflaumer und Birgit Fülle, die das Kollegium vertraten, untermauerten die geballte Wertschätzung an ihre langjährige „Chefin“ und sprachen damit für das gesamte Kollegium. „Wir werden deine Konzepte und deine Ideen fortführen“, stellten Pflaumer und Fülle klar.
Auch wenn Barbara Bienentreu irgendwann nicht mehr an der GGS Merl vor Ort sein wird, was man sich nur schwer vorstellen kann, da Bienentreu „zum Inventar“ gehöre, wie in einer vorherigen Rede passend formuliert wurde, wird ihr Leitbild überdauern und fortgeführt.
Nun war die Zeit gekommen, dass die Protagonistin des Vormittags zu Wort kommen konnte. Sichtlich gerührt begann Bienentreu ihre Rede, die sie gerne in der „Du-Form“ halten wollte, auch um ihre Verbundenheit auszudrücken. Bienentreu fasste noch einmal ihre Laufbahn zusammen und stellte auch die schweren Zeiten zu Beginn als sehr junge Lehrerin heraus. Nun blicke sie auf 25 Jahre GGS Merl zurück. Ihr Leitsatz, nicht erst als ernannte Schulleiterin 2017, war immer „Die Stärken der Kinder entdecken und fördern“. Bienentreu, die in ihrer Rede auch von Entbehrungen gegenüber der Familie sprach, schloss ihre Rede mit einem Zitat von Astrid Lindgren: „Lass Dich nicht unterkriegen. Sei frech und wild und wunderbar“.
Das letzte „Wort“ sollte aber das Kollegium haben. Über die letzten Wochen penibel einstudiert wurde ein emotionaler Abschiedssong „Der letzte Tanz“ zum Besten gegeben. Untermalt wurde die Gesangseinlage mit einem nicht minder emotionalen Abschiedsvideo zahlreicher Schülerinnen und Schüler. Sichtlich gerührt applaudierten alle geladenen Gäste Beifall, ehe die tolle Feier bei einem Sekt und/oder einem kleinen Happen ausklang.
Bleibt die Frage zu klären: „Ein Ende kann auch ein Anfang sein“ oder „Niemals geht man so ganz“? Wahrscheinlich ist diese Frage nicht eindeutig zu beantworten, klar ist nur: Barbara Bienentreu wird sich nicht unterkriegen lassen, sie bleibt frech und wild und wunderbar!
Bürgermeister Holger Jung.
Schulleiterin Barbara Bienentreu.
