Allgemeine Berichte | 19.09.2016

Lebenshilfe begeht ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Festakt

50 Jahre „Es ist normal, verschieden zu sein“

Alt-Geschäftsführer Heinz Henrichs für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt

50 Jahre „Es ist normal, verschieden zu sein“

Mayen. Unter der Schirmherrschaft von Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles feierte am vergangenen Sonntag eine Institution in Mayen ihr 50-jähriges Bestehen – die Lebenshilfe. Dabei konnte Geschäftsführer Josef Brodam zu dem einleitenden Festakt zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Vereinen begrüßen, bevor sich das ganze Lebenshilfegelände in einen großen Kirmesplatz verwandelte. Begann der Tag noch trüb und regnerisch, so änderte sich dies im weiteren Verlauf zu strahlendem Sonnenschein und belohnte damit die immensen Vorbereitungsarbeiten der Mitarbeiter und Vereinsmitglieder. Scharenweise strömten Gäste und besonders Familien mit Kindern auf das geschmückte Festgelände, um die zahlreichen Attraktionen zu bestaunen und reichlich auszuprobieren.

Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Vereinen nahmen am Festakt teil

Zum Auftakt der Feierstunde im Festzelt auf dem Gelände der Lebenshilfe konnte Geschäftsführer Josef Brodam eine Vielzahl prominenter Persönlichkeiten begrüßen, darunter die Wahlkreisabgeordnete Bundesministerin Andrea Nahles als Schirmherrin, die Christdemokratin Mechthild Heil, Landrat Dr. Alexander Saftig, die CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag Julia Klöckner, die Landtagsabgeordnete Hedi Thelen und Mayens Oberbürgermeister Wolfgang Treis. „Das sind schon von Amtswegen wichtige Leute“, so Brodam, die aber auch bodenständig geblieben seien, was ebenso wichtig sei. Man sagt an einem solchen Tag vielen „Danke“, betonte der Geschäftsführer und dabei fielen weitere Namen wie beispielsweise Doris Laux und Bernhard Mauel. Für die koordinierenden Arbeiten zum heutigen Tag bedankte sich Herr Brodam stellvertretend bei Helga Sesterhenn vom Vereinsvorstand, um dann besonders auf seinen Vorgänger Heinz Henrichs hinzuweisen und damit das Dankeschön auf die Pioniere der Einrichtung auszuweiten. Ein kurzer Rückblick auf die vergangenen 50 Jahre schloss bei dem neuen Wohnhaus nebenan, in dem eine progressive Wohnform stattfinden wird. „Es gibt noch vieles zu tun und wir haben noch viel vor“, versicherte Geschäftsführer Brodam abschließend.

Bundesministerin Nahles erinnerte in ihrer Rede an die Zeit, als Menschen mit Behinderungen „noch versteckt wurden“ und eine Begebenheit mit ihrer blinden Tante. „Wir haben es überwunden, aber es gibt noch viel zu tun“ verkündete die Ministerin und stellte fest, dass das aktuelle Organigramm der Lebenshilfe inzwischen beinahe so umfangreich sei, wie das ihres Ministeriums in Berlin.

In ihrer Rede ging Bundesministerin Nahles ein auf die Ende Juni im Kabinett mit dem Bundesteilhabegesetz und der Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention beschlossenen wichtigen Vorhaben zu mehr Selbstbestimmung und mehr Inklusion. Der Paradigmenwechsel in der „Politik für Menschen mit Behinderungen“ zur „Politik mit Menschen mit Behinderungen“ sei nötig und an der Zeit. Außerdem würde das neue Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz weitere wichtige Fortschritte bringen.

„Lebenshilfe ist ein Begriff, der Auftrag, Selbstverständnis und Selbstbewusstsein einer Vereinigung formuliert“, betonte Julia Klöckner in ihrer Rede als Vorsitzende der Christdemokratischen-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag. „Das Bundesteilhabegesetz ist eines der ganz großen sozialpolitischen Vorhaben in dieser Wahlperiode“, so die Fraktionsvorsitzende. „Damit wird der Ausstieg aus dem bisherigen Fürsorgesystem eingeläutet. Für die Menschen mit Behinderungen verbessert sich sehr viel. Wo bestehende Probleme nicht oder nur zum Teil behoben werden, werden im Gesetzgebungsverfahren Möglichkeiten bestehen, hier anzusetzen.“

Ehrungen langjähriger Mitglieder

Natürlich bietet der feierliche Rahmen einer solchen Festveranstaltung die beste Voraussetzung, um Ehrungen langjähriger Mitglieder auszusprechen. Für eine 25-jährige Mitgliedschaft in der Lebenshilfe wurden Rosemarie Lang, Klaus Adorf und Hans-Josef Roth ausgezeichnet. Eine Urkunde für 40-jährige Zugehörigkeit erhielt Waltraud Schmitz. Mitglieder seit 50 Jahren, also seit der Gründung, sind die Gemeinden Kretz und Plaidt, für die Bürgermeister Friedhelm Uenzen und die 1. Beigeordnete Hedi Lotzen die Urkunden entgegennahmen. Ganz besonders erfreut zeigte sich Geschäftsführer Brodam über die Anwesenheit seines Vorgängers Heinz Henrichs, der ebenfalls seit der Gründung Mitglied der Lebenshilfe ist. Herr Henrichs ließ es sich nicht nehmen, mit kurzen Worten an die ehrenamtliche Aufbauarbeit zu erinnern, nannte als Motor vieler Aktionen Ewald Wagner, aber auch Franz Born, Maria Guckenbiehl, Agnes de Rocco, Walter Schweisthal und Albert Hilger. „Allein konnte die Arbeit nicht erfolgreich getan werden. Deshalb gilt mein Dank heute noch all denen, die mitgeholfen haben, das zarte Pflänzchen zum Wachsen zu bringen“ so der ehemalige Geschäftsführer Henrichs.

Würdigung umfangreicher ehrenamtlicher Arbeit

Nachdem die Feierstunde schon durch Thomas Voß und seiner Tochter Janine mit einem einfühlsamen Musikbeitrag eröffnet wurde, folgte vor den Grußworten des Landrates und des Mayener Oberbürgermeisters ein weiterer. Zu einem belustigenden Scharmützel geriet dabei der jeweilige Aufstieg der beiden zur Bühne, nachdem Geschäftsführer Brodam den Damen dabei noch assistierte. Landrat Dr. Saftig dankte der Lebenshilfe für ihre Initiative zur Gründung des Netzwerkes Inklusion Mayen-Koblenz und besonders die Betreuung der 19 unbegleiteten minderjährigen Ausländer, für die der Landkreis aktuell zuständig ist. Die St. Sebastianus Schützengesellschaft nutzte den feierlichen Anlass, um durch den Vorstand und ihre diesjährige Bürgerkönigin Hannelore eine Spende an die Lebenshilfe zu übergeben und weitere Grußworte richteten Martina Luig-Kaspari als städtische Beigeordnete und Marika Kohlhaas für den VdK an die Festgäste.

Wegen urlaubsbedingter Abwesenheit der Lebenshilfe-Vorsitzenden Katharina Pitz lud Klaus Adorf als 2. Vorsitzender die Gäste abschließend zu einem Besuch der Kirmes ein, die direkt im Anschluss an den Festakt auf dem gesamten Gelände der Lebenshilfe gefeiert wurde.

Das Lebenshilfegelände verwandelte sich in einen Kirmesplatz

Zum musikalischen Auftakt der Kirmes nutzte die achtköpfige Soul-, Blues und Rock-Band „The Moonshiners“ die Bühne des Festzeltes, wobei der Funke zum Publikum sofort übersprang. Auf der Hüpfburg, beim Bungeetrampolin und mit Bullenreiten konnten sich die Kinder austoben. Dosenwerfen, Basteln sowie Kinderschminken und eine ständig ploppende Popcornmaschine taten ihr übriges. Durch die verschiedenen Gebäude der Einrichtung wurden Führungen angeboten. Dabei konnte sogar der kurz vor der Fertigstellung stehende Neubau schon besichtigt werden. Basales Theater ist ein Mitmach- und Erlebnistheater nicht nur für Kinder und Erwachsene mit Behinderungen. Es vermittelt Inhalte, Stimmungen und Aussagen von Geschichten durch verschiedenste Materialien, Lichteffekte oder Musik. Außerhalb des Einrichtungsgeländes konnten zudem Fahrzeuge der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes besichtigt werden, was bei Kindern natürlich immer stark ankommt. Zu alledem gab es zu familienfreundlichen Preisen Getränke, Grillspezialitäten, selbstgebackenen Kuchen oder Leckereien, die auf dem Tablett angeboten wurden. Aufgrund des sonnigen Nachmittags hatte die Kirmes einen enormen Zulauf und sollte in dieser oder ähnlicher Form auf jeden Fall wiederholt werden. WE

50 Jahre „Es ist normal, verschieden zu sein“

Einen Beitrag über „50 Jahre Lebenshilfe“ finden Sie diese Woche im Internet unter: www.blick-aktuell.tv. Reinschauen lohnt! Viel Spaß!

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