Allgemeine Berichte | 19.11.2024

Karl-Heinz Güttes als St. Martin geehrt

50 Jahre im Dienst des Teilens

v.li. Ralf Reinarts vom Bonner Saxofon-Ensemble, Iris Remus Kinderhospiz Bonn, Hildegard Güttes, ev. Pfarrer Michael Schankweiler, Karl-Heinz Güttes. Fotos: privat

Oberwinter. Karl-Heinz Güttes ist seit rund 50 Jahren als St. Martin in den Orten am Rhein eine feste Größe und hat in den vergangenen sechs Jahrzehnten auch als Nikolaus immer wieder Kinder und ältere Menschen erfreut. Besonders im Altenheim Oberwinter sorgte er regelmäßig für strahlende Augen und Tränen der Freude.

Seine Laufbahn als St. Martin begann in den 1960er Jahren in Rolandseck, als die alte Tradition des Martinsritts wiederbelebt wurde. Der Ritt führte entlang des Rheins zu den von den Kindern des Ortes gesammelten Materialien für das Martinsfeuer. Auch in Oberwinter wurde brennbares Material, darunter damals noch Altreifen, gesammelt. Feuerwachen waren erforderlich, da Jugendliche häufig versuchten, das Holz vorzeitig zu entzünden. In Rolandseck führte Hochwasser zu kurzfristigen Änderungen, doch die Tradition wurde mit Weckmann und Kakao im Düsseldorfer Hof begeistert gefeiert. Die Finanzierung erfolgte über den Verkauf von Martinslosen.

In Oberwinter und Birgel wurde in den 1960er Jahren ein Nachfolger für den damaligen St. Martin gesucht, der aus Altersgründen aufhörte. Die Wahl fiel auf Karl-Heinz Güttes, ein Mitglied der Kavallerie der Bonner Stadtsoldaten, der durch seine Reitstunden in Mehlem stets ein geeignetes Pferd für den Martinszug zur Verfügung hatte. Nach dem Umzug war es für ihn selbstverständlich, im Altenheim mit Gebäck und Getränken den Tag zu beschließen.

In Birgel wurde der Martinstag vom Bürgerverein organisiert. Es war ein Fest für die gesamte Dorfgemeinschaft, das bis in den späten Abend andauerte. Beim letzten Martinszug in Birgel bedankte man sich bei Karl-Heinz Güttes mit einer lebenden Gans.

Auch ohne Pferd war Güttes mehrfach als St. Martin im Einsatz, unter anderem bei einem Fackelumzug im Park eines Bonner Kinderheims oder 1989, als Flüchtlinge aus der DDR in Remagen ankamen. Zusammen mit Ralf Otto organisierte er im Apollinariskeller einen Willkommensabend am Martinstag. Eine Sammelaktion in den Nachbarorten brachte dringend benötigte Kleidung und andere Hilfsmittel zusammen.

Zum 50. Jubiläum als St. Martin entschieden Karl-Heinz Güttes und seine Frau Hildegard, nicht ihre eigene Stiftung zu unterstützen, sondern Spenden in Höhe von 1000 Euro an das Kinderhospiz Bonn und den evangelischen Kindergarten Oberwinter sowie 600 Euro an das Bonner Saxophon-Ensemble zu übergeben. Die Übergabe fand im Haus der Eheleute statt, begleitet von den Klängen der Saxophonisten. Beide zeigten sich dankbar für die vielen schönen Momente, die sie in ihrer Zeit als St. Martin erleben durften.BA

Sankt Martin in Oberwinter Karl-Heinz Güttes 1993.

Sankt Martin in Oberwinter Karl-Heinz Güttes 1993.

v.li. Ralf Reinarts vom Bonner Saxofon-Ensemble, Iris Remus Kinderhospiz Bonn, Hildegard Güttes, ev. Pfarrer Michael Schankweiler, Karl-Heinz Güttes. Fotos: privat

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