Allgemeine Berichte | 18.05.2020

3. IHK-Blitzumfrage Corona

60 Prozent der IHK-Unternehmen spüren Nachfragerückgang

Koblenz. Zum dritten Mal haben die vier rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHK) eine Blitzumfrage zur Corona-Krise herausgegeben. Das Ergebnis: 84 Prozent der Befragten erfahren weiterhin massive Auswirkungen durch die Corona-Krise. Besonders zu schaffen macht den Unternehmen der Nachfragerückgang, den 60 Prozent spüren. Auch das innerdeutsche und EU-Geschäft bereitet vielen Betrieben Sorge.

Insgesamt sind die Aussichten eher trüb: Mit einer Rückkehr zur Normalität der Geschäfte im dritten Quartal rechnen lediglich 16 Prozent der Befragten, eine Rückkehr zum „Vorkrisenniveau“ erwarten 39 Prozent der Unternehmen erst im Verlauf des Jahres 2021, noch später oder gar nicht.

„Dass die Lage so düster ist, liegt auch daran, dass unter anderem Fitnessstudios, Sauna-, Schwimmbad- und Freizeitbetriebe sowie Messe- und Veranstaltungsbetriebe – auch mit der aktuellen Corona-Bekämpfungs-Verordnung – weiterhin keine Perspektive erhalten“, erklärt Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz. „Wir sehen, dass, trotz der Öffnung der Hotel- und Gastronomiebetriebe, die wir sehr begrüßen, weiterhin viele unserer Mitgliedsunternehmen das Nachsehen haben. Dabei stehen die über 3.000 behördlich geschlossenen Betriebe in den Startlöchern und warten auf ein Zeichen der Politik, wann und wie wieder geöffnet werden kann“, so Rössel.

Auf die Frage „Wie schnell können Sie wieder öffnen?“ antworten 43 Prozent, sie könnten mit einem Vorlauf von ein bis zwei Wochen öffnen und 39 Prozent, sie können gar ohne Vorlauf die Geschäfte wieder aufnehmen. Um die Betriebe in der aktuellen Situation zu unterstützen, bietet die IHK Koblenz Hilfe über die Corona-Hotline (0261) 10 65 01 und unter www.ihk-koblenz.de/veranstaltungen eine Vielzahl an kostenfreien Webinaren an.

Weitere Ergebnisse der Blitzumfrage: Die größten Auswirkungen der Krise auf die Unternehmenstätigkeit sehen die Betriebe beim Nachfragerückgang (60 Prozent), durch die Stornierung von Aufträgen (41 Prozent) und durch die Kürzung der eigenen Investitionsplanungen (39 Prozent).

Insgesamt erwarten die Betriebe für das Gesamtjahr 2020 deutliche Umsatzrückgänge: Über 40 Prozent der befragten Unternehmen rechnen damit, mindestens ein Viertel ihres Umsatzes einbüßen zu müssen. Zwei Drittel der Reise-Unternehmen gehen von einem Umsatzrückgang von über 50 Prozent aus, in der Gastronomie rechnen 54 Prozent der Befragten damit, dass ihr Umsatz um mehr als die Hälfte einbrechen wird.

Um der Krise zu begegnen, ergreifen die befragten Unternehmen unterschiedliche Rationalisierungsmaßnahmen (40 Prozent), setzen auf eine verstärkte Digitalisierung (37 Prozent) oder stellen ihr Geschäftskonzept auf andere Produkte, Absatzmärkte und -wege um (26 Prozent).

Die branchenübergreifende Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) in Rheinland-Pfalz wurde vom 4. bis 6. Mai durchgeführt. Es haben 566 Unternehmen teilgenommen, davon 97 aus dem Kammerbezirk Koblenz. Zum dritten Mal wurden die IHK-Betriebe befragt, welche Auswirkungen sie in ihren Branchen durch das Coronavirus erfahren.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz vertritt das Gesamtinteresse von mehr als 95.000 Unternehmen im nördlichen Rheinland-Pfalz gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Ihre Arbeit beruht auf dem Prinzip der unternehmerischen Selbstverwaltung anstelle staatlicher Bürokratie und ist unabhängig von Einzel- oder Brancheninteressen. Die IHK engagiert sich für die Förderung der gewerblichen Wirtschaft und bietet ihren Mitgliedern ein breitgefächertes Serviceangebot. Mit acht Geschäftsstellen und der Zentrale in Koblenz ist die IHK Koblenz vor Ort bei den Unternehmen.

Pressemitteilung

IHK Koblenz

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