Allgemeine Berichte | 21.05.2013

Sankt Sebastianus- und St. Hubertus-Schützenbruderschaft Rheinbach feierte Jubiläum

700 Jahre „Glaube, Sitte und Heimat“

Jubiläumsschützenkönig Rolf Mahlberg holte mit dem 91. Schuss den Königsvogel von der Stange

Die Rheinbacher Schützenmajestäten im Jubiläumsjahr 2013 (v.li.): Bezirksjungschützenkönig Sascha Hahnenberg, Bezirksschülerprinzessin Laura Fischer, Jungschützenprinzessin Corinna Oltmanns, Schützenkönigspaar Vera und Rolf Mahlberg, Diözesankönigspaar Heike Monnens und Ferdi Lohmüller, Schülerprinz Kevin Berndt, Schützenliesel Kerstin Klier, Bürgerschützenkönigin Carola Scheerer, Bürgerschützenkönig Christian Bolde und Brudermeister Bruno Bylicki.

Rheinbach. Seit 700 Jahren steht die St. Sebastianus- und St. Hubertus-Schützenbruderschaft Rheinbach ein für die Werte „Glaube, Sitte und Heimat“. Am Pfingstwochenende wurde dieses Jubiläum gleich vier Tage lang unter der Schirmherrschaft des früheren Bundesumweltministers Dr. Norbert Röttgen und mit großer Beteiligung der Rheinbacher Bevölkerung gefeiert.

Dabei wurden auch die Schützenmajestäten ermittelt, die die Bruderschaft im Jubiläumsjahr repräsentieren werden. Jubiläums-Schützenkönig ist Rolf Mahlberg, der selbst in diesem Jahr gleich zwei Schützen-Jubiläen feiern kann. Sein Vater Willi Mahlberg war vor genau 30 Jahren Schützenkönig in Rheinbach, er selbst ist seit 25 Jahren Mitglied in der Schützenbruderschaft. Der Jungschützenkönig von 1990 holte den Königsvogel mit dem 91. Schuss von der Stange und setzte sich so gegen die drei Mitbewerber Udo Enders, Peter Klier und Heinz-Georg Oltmanns durch. Der 42 Jahre alte gebürtige Rheinbacher ist gelernter Fleischermeister mit einem bekannten Fleischergeschäft in der Rheinbacher Hauptstraße, seine Frau Vera steht ihm als Schützenkönigin zur Seite.

Kerstin Klier mit absoluter Premiere

Für eine kurze Zeit gab es eine absolute Premiere in der 700-jährigen Geschichte der Rheinbacher Schützenbruderschaft, denn die bisherige Schützenkönigin Kerstin Klier holte sich den Titel der Schützenliesel mit dem 99. Schuss und war so für einige Stunden, bis die Entscheidung beim Königsschießen gefallen war, Schützenkönigin und Schützenliesel in Personalunion. Jungschützenkönigin wurde Corinna Oltmanns mit dem 111. Schuss, Schülerprinz ist Kevin Berndt (402. Schuss). Schon in der Woche zuvor wurden die Bürgermajestäten ermittelt, hier setzen sich unter gut 80 Teilnehmern zwei Mitglieder des Spielmannszuges Rheinbach durch. Bürgerschützenkönig ist Christian Bolde und Bürgerschützenkönigin Carola Scheerer.

Doch damit ist die Liste der amtierenden Majestäten der Jubel-Bruderschaft noch lange nicht am Ende. Schließlich gehört das Diözesankönigspaar Ferdi Lohmüller und Heike Monnens ebenso zu den Rheinbacher Schützen wie Bezirksliesel Heike Monnens, Bezirksjungschützenkönig Sascha Hahnenberg und Bezirksschülerprinzessin Laura Fischer. Sie alle machten den Krönungsball in der Rheinbacher Stadthalle zusammen mit zahlreichen weiteren Majestäten befreundeter Schützenbruderschaften zu einem im wahrsten Sinne des Wortes strahlenden Ereignis. Dabei hatte der Präses der Bruderschaft, Pater Damian Hungs, schon in seinem ersten Amtsjahr die ehrenvolle Aufgabe, die Jubiläumsmajestäten feierlich zu krönen. Er tat dies mit erstaunlicher Leichtigkeit und einer gehörigen Portion Humor, er scheint sich im Kreise der Rheinbacher Schützen rundum wohl zu fühlen.

Zahlreiche Ehrungen beim Festkommers

Schon tags zuvor waren beim Festkommers in der brechend vollen Stadthalle zahlreiche Mitglieder geehrt worden. Für 25-jährige Mitgliedschaft gab es Urkunden für Marc Clemens, Christine Rösner, Margareta Scheben, Maria Fischer, Hannelore Schneider, Astrid Bartels, Manuela Oltmanns und Martha Kresse. 40 Jahre dabei sind Karl-Heinz Joisten und Siegfried Symannek. Für 50 Jahre ausgezeichnet wurde Josef Simons, und sogar 60 Jahre Mitglied der Schützenbruderschaft ist Martin Wolf.

Mit der Sebastianusfigur wurde Heinz Voigt ausgezeichnet, das Ehrenkreuz des Sports in Bronze nahmen Walter Honerbach und Stephen Gasse entgegen, das Ehrenkreuz des Sports in Silber ziert nun Ferdi Lohmüller. Das Silbernes Verdienstkreuz erhielten Andrea Honerbach und Martin Wolf, und der Brudermeister Bruno Bylicki selbst ist nun stolzer Träger des St. Sebastianus Ehrenschildes.

Zum Ehrenfahnenträger ernannte Bylicki das Schützen-Urgestein Gerhard Kriesten, das seit nunmehr 44 Jahren die Fahne der Bruderschaft trägt. Er darf nun auch gleich die neue Prunkfahne, die anlässlich der 700-Jahr-Feier angeschafft worden war, durch die Stadt tragen.

Es handelt sich dabei um die historische Fahne aus dem Jahre 1906, die vollständig restauriert worden war und nun in neuem Glanz erstrahlte. Sie wurde bei der Jubiläumsmesse am Pfingstsonntag feierlich von Pater Damian Hungs geweiht.

700 Jahre nach der Gründung noch sehr lebendig

In seiner Festansprache betonte Schirmherr Dr. Norbert Röttgen, selbst seit vielen Jahren Mitglied der Rheinbacher Schützenbruderschaft, dass es in den 700 Jahren des Bestehens immer um weit mehr gegangen sei als darum, gemeinsam den Schießsport auszuüben und sich im Wettbewerb zu messen.

Die Bruderschaft habe sich zum Ziel gesetzt, auf der Basis gemeinsamer Werte gute Traditionen zu bewahren, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen, Gemeinschaft zu fördern und die Fahne stets an die nächste Generation weiterzugeben. Das vielfältige Jahresprogramm bringe deutlich zum Ausdruck, wie lebendig die Schützenbruderschaft auch 700 Jahre nach ihrer Gründung noch sei.

Diözesanbundesmeister Wolfgang Kuck (Neuss) lobte ebenfalls die Schützenbruderschaft, denn einen Verein 700 Jahre lang mit Leben zu füllen, Werte zu erhalten und sich der Tradition verpflichtet zu fühlen, sei eine großartige Leistung.

Festes und solides Werteverständnis

Vizelandrat Rolf Bausch wusste, dass Kritiker gerne behaupteten, das Schützenwesen diene ausschließlich der Geselligkeit. „Ein solches Vorurteil kann nur mangelhafter Information entspringen“, fand er. Tatsächlich existiere in den Bruderschaften ein festes und solides Werteverständnis, das den Menschen Halt und Orientierung gebe.

Hinzu komme, dass der Schießsport nicht nur einen Ausgleich zum Alltag biete, sondern gleichzeitig auch Bindeglied zwischen Jung und Alt sei. „Das ist von großer Bedeutung, denn in den Händen der Jugend liegt die Zukunft der Bruderschaft und somit das Fortbestehen ihrer Werte.“ Auch Rheinbach Vizebürgermeister Claus Wehage gratulierte zum Jubiläum, ebenso wie der stellvertretende Bundesschützenmeister Emil Vogt (Leverkusen) und zahlreiche weitere Honoratioren. Für den musikalischen Rahmen sorgten die Musikfreunde „Fidelia“ Wormersdorf, die eine wunderschöne Serenade aufführten und auch noch die Nationalhymne anstimmten.

Schließlich war auch der Schützenfest-Sonntag ein voller Erfolg, insbesondere der riesige Festzug mit - passend zum 700 jährigen Bestehen - rund 700 Teilnehmern. Er stellte deutlich unter Beweis, dass die Schützenbruderschaft in der Rheinbacher Bevölkerung tief verwurzelt ist. So verfolgten zahlreiche Schaulustige den Vorbeimarsch an der Pfarrkirche St. Martin, wo sämtliche anwesenden Majestäten und Honoratioren auf der Freitreppe das Defilée der Gastvereine entgegennahmen. Anschließend wurde auf dem Spitzenplatz noch lange ausgiebig gefeiert.

In einer Zweispänner-Kutsche nahmen Präses Pater Damian Hungs und Pfarrer Alexander Wimmershoff am Jubiläumsfestzug der Rheinbacher Schützenbruderschaft teilen.

In einer Zweispänner-Kutsche nahmen Präses Pater Damian Hungs und Pfarrer Alexander Wimmershoff am Jubiläumsfestzug der Rheinbacher Schützenbruderschaft teilen.

Die Rheinbacher Schützenmajestäten im Jubiläumsjahr 2013 (v.li.): Bezirksjungschützenkönig Sascha Hahnenberg, Bezirksschülerprinzessin Laura Fischer, Jungschützenprinzessin Corinna Oltmanns, Schützenkönigspaar Vera und Rolf Mahlberg, Diözesankönigspaar Heike Monnens und Ferdi Lohmüller, Schülerprinz Kevin Berndt, Schützenliesel Kerstin Klier, Bürgerschützenkönigin Carola Scheerer, Bürgerschützenkönig Christian Bolde und Brudermeister Bruno Bylicki.

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