Junge Leute aus Tansania und dem Dekanat Nassauer Land lernen sich unterhaltsam kennen und verstehen
Abend der Begegnung beim Michelsmarkt
Distriktpfarrer Jerryson Mambo und neun Begleiter verbringen drei Wochen im Rhein-Lahn-Kreis
Nassau. Drei Wochen lang verbringen junge Menschen aus Mabira in Tansania, dem Partnerdistrikt des evangelischen Dekanats Nassauer Land, im Rhein-Lahn-Kreis. Während eines Abends der Begegnung in Singhofen lernten sich Jung und Alt aus Süd und Nord noch näher kennen und verbrachten bei Essen, Liedern, Bildern und Tanz schöne Stunden miteinander. Am Wochenende ging es mit viel Spaß in der Emser Therme und beim Michelsmarkt in Nassau weiter.
„Seit ich in Afrika war, sind wir keine Fremden mehr“, begrüßte Dekanin Renate Weigel die weit gereisten Gäste, neun junge Leute, die sich entweder noch in der Ausbildung befinden oder nach einem Arbeitsplatz in der Heimat suchen, sowie deren Begleiter, Distriktpfarrer Jerryson Mambo. Es gebe allen Grund zum Loben und Danken, so die Theologin. Einmal, dass die Begegnung überhaupt stattfindet, weil der geplante Besuch im Sommer mangels rechtzeitig vorliegender Visa nicht stattfand, zum anderen, weil alle gesund mit dem Flugzeug angekommen sind, was alles nicht selbstverständlich sei. „Wir wissen wahrscheinlich gar nicht, wie viel Gott jeden Tag von uns abwendet, dass es uns so gut geht“, so Weigel.
Einzeln stellten sich die 20 bis 26 Jahre jungen Leute aus Mabira vor, die allesamt aus kinderreichen Familien kommen und bis zu zehn Geschwister haben. Manche absolvieren eine Ausbildung zum Evangelisten, andere haben die Ausbildung zum Lehrer abgeschlossen, aber noch keine Anstellung, weil dem Staat dazu das Geld fehlt, wie der Vorsitzende des Arbeitskreises Nassau-Mabira, Berthold Krebs, erklärte. Einige freuten sich besonders über das Wiedersehen mit jungen Frauen und Männern, die vor zwei Jahren Mabira besuchten und die sie dort beim gemeinsamen Bau eines Pfarrhauses kennenlernten. Zwei junge Gäste absolvieren gerade eine Ausbildung im Rahmen des MAVEC-Projekts, das vom Dekanat Nassauer Land initiiert und unterstützt wird und den jungen Leuten Verdienstmöglichkeiten und damit Perspektiven in der eigenen Heimat bieten soll.
Nicht das einzige Projekt, wie Mambo sagte, als er sich dafür bedankte, dass das deutsche Dekanat seit 38 Jahren die Beziehung aufrechterhält. Der Distriktpfarrer dankte außerdem für die vielseitige Hilfe, etwa bei der Trinkwasser-Versorgung, in der Landwirtschaft, für Frauengruppen, die Sanierung von Kirchen und neuerdings in der Ausbildung junger Menschen.
Krebs stellte in Bildern Leben und Alltag der Menschen bei den afrikanischen Partnern vor. Vor allem für die deutsche Gastfamilien ein interessanter Einblick in die Welt der jungen Menschen, die sie gerade beherbergen. In den nächsten zwei Wochen sollen aber vor allem die jungen Tansanier etwas von der deutschen Kultur, Lebens- und Arbeitswelt kennenlernen. Dass es auch viel Gemeinsamkeiten gibt, zeigte sich auch beim Abend der Begegnung. Das rührige Vorbereitungsteam der Kirchengemeinde Singhofen hatte den Gästen ein leckeres Büfett mit Linsen, Salaten und Desserts aufgetischt, fleißige Grillmeister die dazu typische deutsche Bratwurst zubereitet.
Gemeinsames Beten, Singen und sogar Tanzen drückten die Verbundenheit der evangelischen Christen über die beiden Kontinente und Sprachgrenzen hinweg aus. Letztere spielten beim Baden in der Emser Therme und auf dem Nassauer Michelsmarkt am Wochenende dann gar keine Rolle mehr.
Das gemeinsame Singen durfte natürlich nicht fehlen.
Ein Markt, wie ihn die jungen Gäste aus Mabira in Tansania noch nicht erlebt haben, zeigten ihnen ihre gleichaltrigen Gastgeber aus dem Rhein-Lahn-Kreis beim Bummel über den Nassauer Michelsmarkt. Zum Renner wurde die Fahrt mit Auto-Scootern.
Dekanin Renate Weigel im Gespräch mit Jerryson Mambo.
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