Gesundheitsprojekt im Landkreis Mayen-Koblenz
Älteren Menschen Spaß an der Bewegung geben
Projekt startet in zehn Gemeinden, Angebote sollen auch Vereinsamung verhindern
Kreis Mayen-Koblenz. „Bewegung in die Dörfer“ ist der Titel des Gesundheitsprojektes im Landkreis Mayen-Koblenz. Der Spaß an der Bewegung und der Spaß, gemeinsam mit anderen Menschen zusammen etwas zu unternehmen, stehen bei diesem Projekt im Vordergrund. Engagierte Ehrenamtler, Bürgermeister, Vereine, Initiativen und Institutionen wollen abwechslungsreiche Bewegungsangebote für ältere Menschen schaffen. Zehn Gemeinden sind in der ersten Runde dabei. Der Landkreis, die Alzheimer Gesellschaft nördliches Rheinland-Pfalz, der Sportbund Rheinland und die Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) unterstützen die Teilnehmer. „Im Juli kommen wir zunächst vor Ort, um örtliche Runde Tische zu begleiten, an denen Vereine und sonstige örtliche Initiativen teilnehmen können. Es soll ja nicht jeder das Rad neu erfinden. Neben der Frage, was es schon gibt, wollen wir klären: Wo können wir ansetzen, um die älteren Menschen zu motivieren, die bisher keine Bewegungsangebote in Anspruch genommen haben? Was kann ihnen Spaß machen? Wir wollen keine Angebote überstülpen: Diese müssen individuell auf den Ort und die Wünsche der Teilnehmer zugeschnitten sein“, erklärt Lea Bales, die gemeinsam mit Waltraud Klein und Katrin Schüssler das Projekt leitet.
Bewegung gegen Vereinsamung
Für den Landrat geht der Inhalt des Projekts deutlich über den Namen hinaus: „Bewegung bedeutet, Gesundheit zu erhalten, wir tragen zum geselligen Miteinander bei und beugen damit auch der Vereinsamung älterer Menschen vor.“ Zielgruppe sind laut Dr. Alexander Saftig alle älteren Menschen ab 70 Jahren und insbesondere jene, die bislang eher nicht sportlich aktiv sind und vielleicht auch nicht sein wollen, aber einfache Bewegungsangebote durchaus annehmen würden: „Es geht bei den Bewegungsangeboten nicht darum, sich auf einen Marathon vorzubereiten oder in irgendeiner Form Ausdauersport zu betreiben. Es geht darum, in der Gruppe mit einfach auszuübenden Bewegungen und mit viel Spaß an diesen Bewegungen fit und gesund zu bleiben.“ Das können nach den Worten des Landrats Aktivitäten mit Bällen, Stretchbändern oder Spiele sein. „Das können bei tollem Wetter auch Spaziergänge oder vielleicht auch Tanzangebote sein, eben ganz nach dem Wunsch der Gruppe in der jeweiligen Ortsgemeinde. Entscheidend ist, dass man sich überhaupt bewegt und dass man Freude an der Bewegung hat. Wenn man mit Spaß etwas macht, ist dies der beste Motivator, es wieder zu tun. Unterstützung bekommen die Gemeinden von mehreren Stellen. Die LZG will schon ab diesem Sommer im Rahmen der Kampagne „Ich bewege mich - mir geht es gut!“ die „Bewegungsbegleiter“ in den Dörfern je zwei Tage in Mainz oder in Kaisersesch kostenlos schulen, es gibt einen Zuschuss von je 250 Euro pro teilnehmender Gemeinde für den örtlichen Runden Tisch und für die Bewegungsgruppe sowie einen Koffer mit vielen Materialien für die Arbeit vor Ort. Finanzielle Unterstützung für Sportgeräte gibt es auch vom Sportbund Rheinland und vom Sportreferat des Landkreises. Alle drei stellten ihre Ansätze vor. Waltraud Klein und Sigrun Martini von der Alzheimer Gesellschaft nördliches RLP wissen, dass es besonders auf die Motivation ankommt, um die älteren Menschen aus Sessel- und Sofagemütlichkeit herauszuholen: „Wir helfen mit unseren geschulten Bewegungsbegleitern und stehen den örtlichen Initiativen und Bewegungsbegleitern auf Wunsch unterstützend zur Seite.“ Ihr Rat: „Laden Sie alle Interessierten, Frauengemeinschaft, Sportverein oder Kirchenvertreter zum örtlichen Runden Tisch ein, um die neuen Angebote publik zu machen.“ Beide freuten sich auch sehr, den Teilnehmern mitzuteilen, dass das Projekt „Bewegung in die Dörfer“ in das Bundesprogramm Lokale Allianzen aufgenommen wurde. Die Alzheimer Gesellschaft hat hierfür den entsprechenden Antrag gestellt und war damit erfolgreich. 10.000 Euro werden aus dem Programm für das Projekt „Bewegung in die Dörfer“ zur Verfügung gestellt. Für das weitere Vorgehen hat Lea Bales den Zeitrahmen schon abgesteckt. Im Juli/August finden die ersten Treffen der örtlichen Runden Tische in den Gemeinden statt, im August und Oktober werden die Bewegungsbegleiter durch die LZG geschult, im September könnten bereits die ersten Gruppen in den Gemeinden starten. „Während der Durchführung werden wir ständig reflektieren und gegebenenfalls nachjustieren: Was läuft gut? Wo besteht Nachbesserungsbedarf? Was sagen die teilnehmenden Senioren und die Vertreter der Gemeinden? Mit einer ersten Auswertung des Projekts ist nach Ablauf eines Jahres nach dem Start in den Gemeinden zu rechnen. Das Forum hierzu bilden die bereits ins Leben gerufenen Runden Tische“, so Bales.
Die Zukunft der Projekte
Im September 2017 soll eine erste Bilanz zum Projektverlauf gezogen werden, im Sommer 2018 ist Abschluss des Projektes und gleichzeitig Ausblick auf eine nachhaltige Fortführung der Bewegungsangebote und Ausdehnung auf andere Gemeinden. „Ich weiß, es ist nicht einfach, so eine Bewegungskampagne im Ort ans Laufen zu bekommen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir es gemeinsam schaffen, ältere Menschen zu motivieren, dass sie mit Freude und Spaß an den Bewegungsangeboten teilhaben“, betonte Saftig. Zehn Gemeinden haben sich für das Projekt angemeldet. Das sind aus der Verbandsgemeinde (VG) Rhein-Mosel Löf und Oberfell; aus der VG Weißenthurm Mülheim-Kärlich, Urmitz-Bahnhof und St. Sebastian; aus der VG Maifeld Rüber, Mertloch und Gappenach; aus der VG Vordereifel Kirchwald und aus der VG Mendig Rieden.Pressemitteilung
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
