Allgemeine Berichte | 27.11.2023

Netzwerkarbeit und verschiedene Angebote

Ärztliche Versorgung im Westerwaldkreis sichern

Beim Netzwerktreffen in der Kreisverwaltung standen Austausch und Lösungssuche im Fokus. Foto: Kreisverwaltung / Carolin Faller

Kreis Westerwald. Der allgemein spürbare Ärztemangel trifft auch den Westerwaldkreis. Viele Menschen haben Schwierigkeiten, Facharzttermine zu bekommen, und es mangelt an Haus- und Kinderärzten. Um die langfristige ärztliche Versorgung in der Region sicherzustellen, hatte die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises zu einem ersten Netzwerktreffen in Montabaur eingeladen. Unter den Teilnehmenden befanden sich Vertreterinnen und Vertreter der Verbandsgemeinden und Krankenhäuser sowie Ärztinnen und Ärzte aus dem Westerwaldkreis. Die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland betonte die Bedeutung dieses offenen Austauschs und unterstrich, dass nur gemeinsames Handeln zum Erfolg führen kann.

Während des Netzwerktreffens wurde intensiv darüber diskutiert, welche Herausforderungen derzeit am größten sind. Ein Hauptthema war die bürokratische Belastung in den Arztpraxen, die mit ständiger Regressgefahr einhergeht und die Niederlassung für Ärztinnen und Ärzte unattraktiv macht. Hinzu kommt, dass immer weniger Fachkräfte sich für den ländlichen Raum entscheiden, und für altersbedingt geschlossene Praxen fehlen oft Nachfolger. Die Budgetierung und unveränderte Vergütungssätze wurden ebenfalls als Problemfelder genannt. Zudem sind die Voraussetzungen für Weiterbildungsangebote zu komplex, und die unflexiblen Arbeitszeiten stehen im Widerspruch zur wachsenden Bedeutung einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Gemeinsam wurden Ideen entwickelt, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Miriam Kretz, Ansprechpartnerin für ärztliche Versorgung im Gesundheitsamt, stellte geplante Maßnahmen der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises vor. Dazu gehören finanzielle Unterstützung für Niederlassungen und verstärkte Netzwerkarbeit. Ein neues Beratungsangebot richtet sich an zugewanderte medizinische Fachkräfte aus dem Ausland, um ihre Anerkennung als Ärzte im Westerwaldkreis zu erleichtern. Des Weiteren plant die Kreisverwaltung für das kommende Jahr ein Mediziner-Camp, das sich an Medizinstudierende ab dem 5. Semester richtet. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen können sie die beruflichen Möglichkeiten in der Region kennenlernen und von interessanten medizinischen Workshops und Vorträgen profitieren. Dies wird durch Erlebnistouren im Westerwaldkreis ergänzt, um die Region als potenziellen Lebensmittelpunkt vorzustellen.

Bereits im Dezember 2021 beschloss der Kreistag finanzielle Anreize zur Niederlassung und Neuanstellung von Ärztinnen und Ärzten im Kreisgebiet. Im Jahr 2022 wurden zwölf Anträge gestellt und größtenteils bewilligt. Weitere Anträge aus dem Jahr 2023 werden derzeit bearbeitet. Die genannten Maßnahmen sollen langfristig die ärztliche Versorgung im Westerwaldkreis verbessern. Angesichts der generellen Schwierigkeiten im medizinischen Umfeld ist eine langfristige Planung unerlässlich, betont Gabriele Wieland. Interessierte aus dem medizinischen Umfeld, die am nächsten Netzwerktreffen am 13. Dezember teilnehmen oder das Mediziner-Camp unterstützen möchten, können sich an landmedizin@westerwaldkreis.de wenden.BA

Beim Netzwerktreffen in der Kreisverwaltung standen Austausch und Lösungssuche im Fokus. Foto: Kreisverwaltung / Carolin Faller

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