Fronleichnam wurde in Rheinbach und in den Orten des Pfarrverbandes würdig begangen
Afrikanischer Besuch zu Fronleichnam
Zum 30-jährigen Bestehen der Partnerschaft mit St. Martin Rheinbach kamen Gäste aus Ruanda zu Besuch
Rheinbach / Niederdrees. Es waren schon fast 30 Grad im Schatten, als auf dem Schulhof der Grundschule Bachstraße in Rheinbach mit etwas Verspätung die Festmasse gegen Viertel vor Zehn begann. Es hatten sich etwa einhundertfünfzig Gläubige im Schatten auf dem Schulhof versammelt. Unter ihnen die Schützenbruderschaft St. Hubertus / St. Sebastianus Rheinbach und die diesjährigen Kommunionkinder.
An der Seite von Pfarrer Dobelke zogen Pater Eßer, Pater Bruno Kremsler, Pater Milongo Thibault und die Gemeindereferentin Andrea Till vom Hexenturm kommend zum Altar. Mit dabei waren auch die Gäste aus Kiruhura / Ruanda, der Partnergemeinde von St. Martin Rheinbach. Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Partnerschaft besuchen vom 14. bis 27. Juni der Pfarrer von Kiruhura, Abbé David Rekivuge, der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Albert Ruhakana und Bischof Philippe Rukamba von Butare die Partnergemeinde in Rheinbach.
Bischof Philippe Rukamba war vor 17 Jahren zum letzten Mal in Rheinbach. Aufgrund des Jubiläums folgte er der Einladung der Kirchengemeinde St. Martin und kam im Rahmen seiner Europareise für zwei Tage nach Rheinbach. Die Partnergemeinde gehört zum Bistum Butare.
Die Fronleichnamsfeierlichkeiten waren ein guter Anlass für die Gäste, um mit der Gemeinde zu feiern. In der Messe grüßte der Bischof die Gemeinde auf Deutsch und dankte für die große finanzielle Unterstützung der Partnergemeinde beim letzten Projekt, der nötigen Renovierung der Pfarrkirche in Kiruhura. Seine ersten Worte waren der Hinweis, dass er die deutsche Sprache ohne die Artikel „der, die, das“ spricht, was ihm gleich Symphatiepunkte einbrachte. „Wenn ich so gut Französisch könnte wie Bischof Rukamba Deutsch spricht, wäre ich froh“, sagte Pfarrer Dobelke daraufhin mit einem leichten schmunzeln.
Der Altar, der mit vielen Blumen geschmückt war, war im Torbogen an der Schule in der Sonne aufgebaut worden. Um der Hitze zu trotzen, trug Pfarrer Dobelke am Altar einen Strohhut. Das mutete für die Menschen, die im Schatten saßen, sehr pragmatisch an. Begleitet wurde die Messe von der Bigband des Pallottikollegs unter der Leitung von Andreas Wiedemann.
Dobelke sprach in seiner Predigt von der Wichtigkeit, im Glauben das Blut und den Leib Jesu Christi gerade an einem Donnerstag hinaus in die Welt zu tragen. Dies ist schon im Mittelalter so gehandhabt worden. Im Kontext zum Gründonnerstag, wo man aber dem Leiden und Sterben Jesu gedenke, sei Fronleichnam das Fest, um zu begreifen, wie wichtig es ist, mit den Allerheiligsten durch den Ort zu gehen. Zur Prozession wurde die Monstranz unter dem von Schützen getragenen Baldachin durch die Stadt getragen. An verschiedenen Punkten waren Altare aufgebaut, an denen die Priester Station machten.
Nach der Prozession nahmen die Gäste aus Kiruhura auch am Ausklang des Festes teil, mit Kartoffelsalat und Würstchen auf dem Kirchplatz.
Da es wohl aus organisatorischen Gründen nicht anders möglich war, fand erst am darauffolgenden Sonntag die Fronleichnamsprozession in Niederdrees statt. Das geschieht im jährlichen Wechsel mit der Gemeinde Oberdrees.
In Niederdrees war auf dem alten Schulhof hinter der Kirche der Altar aufgebaut worden. Bei strahlendem Wetter hatten sich im Schatten der Bäume etwa 60 Gläubige aus Ober- und Niederdrees eingefunden, um an der Fronleichnamsmesse teilzunehmen. Kaplan Ullrich Eßer zelebrierte die Messe, die musikalisch von Peter Josef Stein auf der E-Orgel begleitet wurde. Als Gäste begrüßte Kaplan Eßer den Pfarrer von Kiruhura, Abbé David Rekivuge, der auch die Messe mit gestaltete, und der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Albert Ruhakana. Das „Vater unser“ wurde während der Messe von Albert Ruhakana und seiner Frau am Altar in französischer Sprache gebetet.
Bei der anschließenden Prozession trugen Mitglieder des Spielmannszuges Niederdrees begleitet von der Schützenbruderschaft St. Hubertus Oberdrees den Baldachin, unter dem Kaplan Eßer mit der Monstranz ging.
Im Anschluss der Feierlichkeiten lud der Ortsausschuss zu einem kleinen Imbiss auf dem alten Schulhof ein. Dort konnten sich bei herrlichem Wetter die Gemeindemitglieder in gemütlicher Runde austauschen.
