b-05 und der Kunstverein Montabaur
„Afrotopia - Vom Ende der kolonialen Ära“
Kulturmonat vom 11. April bis 9. Mai
Montabaur-Horressen. Das b-05 und der Kunstverein Montabaur rufen auf zur großen Sammelaktion im Rahmen des vom 11. April bis 9. Mai 2021 stattfindenden Kulturmonats unter dem Motto „Afrotopia - Vom Ende der kolonialen Ära“. Die in dieser Zeit laufenden Ausstellungen, Vorträge, Lesungen und Workshops sollen der Auftakt für das 2022 anstehende 40-jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen Ruanda und Rheinland-Pfalz sein. Unter der besonderen Berücksichtigung der aktuellen Debatte um die Bedeutung und Wirkung von Sprache, vor dem Hintergrund der George Floyd-Demos und der Umbenennung von Orten, Häusern und Straßen mit kolonialem Bezug auch bei uns hier soll mit der teilweise verdrängten Vergangenheit in Kontakt getreten werden. Fest zugesagt haben bereits Dr Prinz Asfa-Wossen Asserate, der am 1. Mai 2021 einen Vortrag zum Thema „Quo vadis Afrika- Politik, Wirtschaft, Migration“ halten wird sowie Marita Wagner, die zu Felwine Sarrs „Afrotopia“ forscht (8. Mai 2021). Felwine Sarr („Afrotopia“), Alice Hasters („Was weiße Menschen nicht über Rassismus hörn wollen aber wissen sollten“) sowie Prof Bénédicte Savoy („Zurückgegeben - Über die Restitution afrikanischer Kultur“) sind angefragt. Dafür wäre es schön, wenn jeder, der sich dem Thema verbunden und davon angesprochen fühlt, die nasskalten Winterwochen und die „Corona-Pause“ nutzen könnte, um in den heimischen Kellern und Dachböden nach Zeugnissen vergangener Tage mit Bezug zu unserer kolonialen Vergangenheit zu suchen. Denkbar wären dabei:
- Spiele, (Lieder-)Bücher (z. B. 10 Kleine Negerlein)
- Sammeldosen, Figuren (z. B. Nick-Neger)
- Gemälde und Portraits
- alte Landkarten der Kolonialgebiete
- Ausschnitte aus Zeitschriften, Fotografien
- Artefakte
- Kolonialwaren (z.B. Messingschilder, Kaffee-Teedosen, Schokolade uvm.)
Entgegen genommen werden können die Exponate weiterhin ab Mitte Februar 2021 bis März 2021 bei der Tourist-Information Montabaur (Großer Markt 12) zu den bekannten Öffnungszeiten.
So wird jeder zum aktiven Mitgestalter dieser Ausstellungsreihe, die unseren Blick wieder öffnen und auf andere Teile der Welt richten kann.
Es soll dabei nicht darum gehen, vergangene Geschehnisse in der Geschichte anzuprangern, Schuldzuschreibungen vorzunehmen oder Geschichte umzuschreiben. Vielmehr soll ein kritischer Dialog und wertschätzenden Auseinandersetzung angeregt werden. Nur wer die aktuelle Situation radikal akzeptieren und mit der Vergangenheit seinen Frieden schließen kann, wird in eine hoffnungsvolle Zukunft schauen können. Gerade das kann man auch von Ruanda lernen. In diesem Sinne wäre es wünschenswert, wenn genügend Anschauungsobjekte der jüngsten Vergangenheit „ans Licht geholt“ werden.
Gerne können auch Alltagsgegenstände und Urlaubssouvenirs der afrikanischen Kultur ihren Einzug ins b-05 finden. Diese würden dann in einen anderen Kontext gestellt werden. Hierbei soll insbesondere der Fokus auf die spannende Gegenwart und Zukunft einer sich im Aufbruch befindenden, kreativen afrikanischen Szene gelegt und nicht zuletzt ein Rahmen geschaffen werden, der jungen afrikanischen Künstlern eine Plattform bieten kann. „Afrotopia“ versteht sich darüber hinaus als partizipatives, pädagogisch-begleitetes Konzept, bei dem die Schulen eine wichtige Schlüsselrolle spielen. Sie sind die Orte, an denen kulturelle Vielfalt, Chancengleichheit uvm. gelebt, erfahren und neu interpretiert werden. Demzufolge haben interessierte Schülerinnen und Schüler (ab 14 Jahren) die Möglichkeit, an einem Einführungs-Workshop im b-05 teilzunehmen. Darin werden sie mit den wesentlichen Aspekten der „Afrotopia-Expo“ vertraut gemacht. Sie sollen anschließend – gegen eine geringe Aufwandsentschädigung - während der Öffnungszeiten (freitags 17 – 19, samstags 14 – 18 und sonn- und feiertags 11 – 18) Aufsichten übernehmen und den Besuchern ihr Wissen weitergeben. Gleichzeitig werden sie aktiv in die Dokumentation der Ausstellung eingebunden. Zudem ist, wie oben bereits beschrieben, ein Rahmenprogramm, bestehend aus Workshops, Installationen, Vorträgen, Filmabenden und Lesungen geplant. Wer Interesse hat, hier aktiv zu werden, darf sich gerne unter der Adresse: irene.lorisika@b-05.org oder tgeissler@gmx.de melden.
Pressemitteilung
b-05 cafe im Stadtwald Montabaur
