Allgemeine Berichte | 29.01.2020

Lesung mit Martin Klotz

Agave in der Algarve

Eine Reise, die man nie vergessen wird

Martin Klotz, dessen Hobby die Malerei ist berichtete über eine Reise in die Algarve. Fotos: SES

Adenau. Wenn jemand eine Reise macht, dann kann er was erleben. Diesem Motto waren doch einige interessierte Zuhörer auf Einladung der Städtischen Bücherei in den Saal der Komturei gefolgt. Hier präsentierte Martin Klotz in einem Vergnüglichen Leseabend sein Zweitwerk mit dem Titel „Agave in der Algarve“ stilecht für die Zuhörer mit Rotwein und Baguette. Martin Klotz lebt seit 5 Jahren auf dem Klotzart Kreativ-Hof, einem Fachwerkhaus in Antweiler an der Ahr. War das erste Buch „Sehnsuchtsreise mit Caravan“ mit endlos langen Kapiteln versehen, sollte das neue eine Novelle werden, zielgerichtet aufs Ziel hinführend. Aber „Agave in der Algarve“ wurde eine Tragikomödie in 7 Akten mit Vor- und Nachspiel. Das Vorspiel begann damit, dass Martin dem Trubel seines 70 siebzigsten Geburtstag entfliehen wollte. Daher wurde ein ausgeklügelter Plan ausgeheckt um diesem Schauspiel zu entgehen und gleichzeitig noch Spaß an der Freud zu haben. Es wurde Faro in die Algarve zum Ziel auserkoren. Jetzt fangen die Komplikationen an. Die 2500 Kilometer lange Tour mit dem Camper zu machen, ist zu stressig, also fliegen. Der einzige Direktflug nach Faro ging vom Flughafen Hahn mit der irischen Billigfluglinie, wurde direkt gebucht. Ein Parkplatz für eine Woche dazu. „Dann ham mer Ruhe vorm Suchen vor Ort“ war die Aussage von Martin. Auch eine Unterkunft zu finden war für den vermeintlichen Airbnb-Profi sicher kein Problem, so fand sich auch nach einigem suchen eine tolle Villa in der Nähe, mit Topbewertungen. Ebenso wurde der im Internet empfohlene günstige Mietwagen für 40 Euro die Woche bei „CarDelMar“ mit gebucht. Ein paar Tage später kamen die Rückmeldungen. Das Mietwagenunternehmen war pleite, machte aber unter einem anderem Namen weiter. Auch die Villa war nicht mehr im Angebot, stattdessen gab es ein schnuckeliges „Tiny Häuschen“ im Garten. Die Fluggesellschaft drängte auf Online Einchecken weil erst dann Sitzplatz Reservierungen möglich sind, gegen Aufpreis natürlich. Sie wiesen auch auf das Gewicht und die Maße der Gepäckstücke hin, sonst? Aufpreis natürlich.

Ein nervenaufreibender Morgen

Nun der erste dramatische Akt. „Der Flieger geht um 7:05 Uhr, laut Navi fahren wir eineinhalb Stunden, zwei Stunden vorher da sein, stelle ich den Wecker auf 2 Uhr, das müsste reichen“, wurde am Abend vorher beschlossen und im Handy die Weckzeit eingegeben. Den Rest kann man nur im Zeitraffer wiedergeben. Kaum geschlafen, auf der A-1 einen klein LKW überholt und geblitzt worden. In Wittlich die Ausfahrt zur B 50 in den Hunsrück gesperrt, Umleitung Fehlanzeige den guten alten Autoatlas zurate gezogen und weiter. Natürlich gab es durch Tunnelsperrung in Bernkastel Kues noch größere Zeitverzögerungen. „Laut Navi Ankunft Hahn 5:30 Uhr. Schmeiß ich meine Frau Micha mit den Koffern raus, und ich begebe mich auf Parkplatz suche,“ dat Klappt schon, war Martin zuversichtlich. Gesagt getan Micha mit Koffer unterwegs zum einchecken, ich auf Parkplatzsuche, den ich vorher gebucht hatte, in zwei Kilometer Entfernung wurde ich fündig. Der Scanner an der Schranke kannte meinen QR-Code nicht, was nutzte es nochmal bezahlen. Zurück zum Check-In, wo meine Frau Sehnsüchtig auf mich wartete. Nach endlosen Problemen mit einem Überstehenden Henkel am Koffer, der deshalb nicht durch die Schablone passte war der Weg frei zum Sicherheit Check. So ein einfaches Durchkommen war hier auch nicht. Hier wurden zur Medizin Aufbewahrung statt eines vorhandenem durchsichtigen drei Liter Beutel musste noch ein 1 Liter Beutel beschafft werden, danach war dem Gang zum Flieger nichts mehr im Wege und endlich konnte es losgehen auf nach Faro. Nach der Landung beim Verlassen des Flughafengebäudes waren die Autovermietungsgesellschaften direkt in der Nähe, aber nur die international bekannten. Auf Nachfrage wo ihre No Name Vermietung zu finden sei, wurden sie 1,5 Kilometer quer über Flughafengelände zu einem Shuttle Bus geschickt wurden, der sie acht Kilometer außerhalb zu einem Hinterhof brachte. Die akzeptierten ihre Kreditkarten nicht, also wieder zurück zum Flughafen und von den Bekannten Marken ein Fahrzeug gemietet. Jetzt stand der Fahrt zur Unterkunft nichts mehr im Wege und nach stundenlangem Suchen standen sie vor ihrem Tiny Haus, der Vorstufe des Minihauses aber alles klein wie in einer Puppenstube. So mussten die beiden beim Aufbau des Doppelbettes einiges beiseite räumen. Das Blechdach wurde gerade erst mit Ziegeln gedeckt, allerdings nicht ganz fertig, der Wasserhahn in der Küche war undicht, der Fernseher ohne Receiver und der Fliegenschutz in der Eingangstür fällt direkt aus der Führung, Filter für Kaffee fehlt und den Wasserkocher nur mit Mineralwasser befüllen, das sind aber nur Kleinigkeiten. Jetzt kommt der Gipfel, es ist keinesfalls erlaubt, das benutzte Klopapier in die Toilette zu werfen, sondern in den danebenstehenden Eimer. Abends wenn es kühler wird, macht die Klimaanlage einen Höllenlärm, wenn die mal abschaltet, macht der Kühlschrank weiter. Beim Einsetzenden Regen veranstalten die Tropfen, die auf das Verbliebene Blechdach Klatschen einen Höllenlärm, sodass an Schlafen kaum zu denken ist. Den beiden wird also einiges geboten. Die restliche Zeit wurde mit Fahrten ins Hinterland verbracht, unter anderem um den Erdbeerbaum zu finden und vor allem den von den wie Erdbeeren aussehenden Früchte eine Flasche Obstbrand zu Kaufen, um die auf den Gabentisch bei Martins Geburtstag zu stellen. Auf der Rückfahrt schnitt Micha noch ein Agavenblatt vom Strauch und der Geburtstag konnte gefeiert werden. Das war auch alles wunderbar. Micha hatte in gewohnt liebevoller Art den Abend vorbereitet. Mit allerlei Geschenken und Getränken und dem Agavenblatt wo mit 17 Kerzen der Schriftzug „Happy Birthday“ leuchtete. Diese Kerzen sollen noch von Bedeutung sein. Zur vorgerückter Stunde hatte Micha es sich nicht nehmen lassen den heruntergelaufen Wachs von der Agavenkerzen Show mit einem Küchenmesser von einem Teakholztischchen abzukratzen. Wenn unsere Vermieterin das sieht, wird die verrückt. Der Tisch ist hin und muss dringend entsorgt oder repariert werden. Also bekam Martin den Auftrag in dem Geschäft des Ortes nach Möbelpolitur Ausschau zu halten. Er wurde fündig, konnte aber am Tisch keine Erfolge erzielen. Schuhcreme muss her, am besten flüssig in Schwarz und Braun zum Mischen. Das funktionierte wunderbar und der Tisch war gerettet. Auch keine besonderen Vorkommnisse auf dem Rückflug, außer ein paar Turbulenzen peitschender Regen und Eiseskälte am Flughafen Hahn. Bei der Witterung machte sich Micha und Martin samt Gepäckwagen auf den Weg zum Wagen auf dem Langzeitparkplatz. Kein Mensch weit und breit und mit Ach und Krach öffnet sich die Türautomatik, was nichts Gutes ahnen lässt. Der Motor tut keinen Mucks mehr. Die Batterie ist leer. Anschieben klappt nicht, weil der Wagen zu schwer ist für eine Person. Rettung nahte in der Person eines Flughafenmitarbeiters der die zurückgelassenen Gepäckwagen einsammeln sollte. Mit dessen Anschub Hilfe wurde der Motor wieder zu Laufen gebracht. Auch erwähnt sei noch das das der im Vorfeld bezahlte Parkplatz am Ticketautomat bezahlt wurde, weil der QR Code nirgendwo eingelesen werden konnte. Die Klotzens haben den Parkplatz gleich dreimal bezahlt. Einmal im Voraus, und jetzt zweimal wegen Zeitüberschreitung hatte die zweite Woche schon angefangen, die auch voll bezahlt werden musste. Als Fazit der Reise war sie trotz der vielen Unannehmlichkeiten mit vielen Schönen Erlebnissen gespickt. SES

Wenn jemand eine Reise macht, dann kann er viel erzählen wie hier Martin Klotz. Vorne Links seine frau Micha, mit der er in der Algarve war

Wenn jemand eine Reise macht, dann kann er viel erzählen wie hier Martin Klotz. Vorne Links seine frau Micha, mit der er in der Algarve war Foto: HEINZ TONI SESTERHEIM

Martin Klotz, dessen Hobby die Malerei ist berichtete über eine Reise in die Algarve. Fotos: SES Foto: HEINZ TONI SESTERHEIM

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