Agrarbildungstage in Nassau
Regionalkonferenz Akademie ländlicher Raum Rheinland-Pfalz am 3. Dezember 2026 in Koblenz
Region. Steigende Betriebsmittelkosten, schwankende Erträge und Produkterlöse stellen landwirtschaftliche Betriebe zunehmend vor wirtschaftliche Herausforderungen. Eine erfolgreiche Vermarktung der eigenen Erzeugnisse gewinnt daher immer mehr an Bedeutung. Die landwirtschaftliche Produktion bildet den Ausgangspunkt einer langen Wertschöpfungskette, an deren finanziellen Erlösen die landwirtschaftlichen Betriebe in einem sehr geringen Umfang beteiligt sind.
Wie landwirtschaftliche Betriebe ihre eigene Wertschöpfung stärken und Vermarktungspotenziale besser nutzen können, steht im Mittelpunkt der diesjährigen Agrarbildungstage am 25. und 26. November 2026 in der Stadthalle Nassau. Die Veranstaltung wird von der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsgetreide, Öl- und Hülsenfrüchte Westerwald-Taunus in Kooperation mit dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Westerwald-Osteifel durchgeführt. Unter dem Motto „Die betriebseigene Wertschöpfung optimieren“ werden wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen rund um die erfolgreiche Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte vorgestellt.
Den Auftakt bildet der Vortrag „Vom Hof zum Kunden: Erfolgreich vermarkten“ von Janna Herzig von der Universität Kassel. Sie stellt wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema kurze Wertschöpfungsketten vor und beleuchtet diese insbesondere aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher.
Anschließend geben Hildegard Runkel und Wolf Ostler von der Landwirtschaftskammer
(LWK) Rheinland-Pfalz praktische Einblicke in das Thema „Direktvermarktung erfolgreich
etablieren – Voraussetzungen, Erfolgsfaktoren und Trends“. Dabei stehen die Rahmenbedingungen für den Aufbau erfolgreicher Direktvermarktungsangebote ebenso im Mittelpunkt wie aktuelle Entwicklungen und Erfolgsfaktoren.
Wie digitale Vertriebswege die regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte unterstützen können, zeigt Anne Bertram von der LWK Rheinland-Pfalz anhand des EIPProjekts (Europäisches Innovationspartnerschaft-Projekt) „Smart Stores“. Das Projekt untersucht, wie digitale und personallose 24/7-Smart-Stores dazu beitragen können,
regionale Direktvermarktungsstrukturen zu stärken.
Den Abschluss bildet der Vortrag von Wolf Ostler, LWK Rheinland-Pfalz, zum Thema „Von der Weide bis zum Kunden – Weideschuss, hofnahe Schlachtung und erfolgreiche Rindfleischvermarktung“. Dabei geht es um Möglichkeiten, betriebseigene Wertschöpfung bei der Rindfleischerzeugung zu steigern und die Produkte direkt an Verbraucherinnen und Verbraucher zu bringen.
Am Donnerstag, 26. November 2026, findet im Rahmen der Agrarbildungstage dann, wie in den vergangenen Jahren auch, eine Weiterbildungsveranstaltung zur Pflanzenschutzsachkunde statt (anerkannt nach § 9, Absatz 4, PflSchG). Aktuelle
Pflanzenschutzwirkstoffe und deren Wirkung, Erosionsvorsorge, Abstandsauflagen an Gewässern sowie der Retrofit von Pflanzenschutzspritzen sind nur einige der Themen, die auf dem Programm stehen. Wer einen entsprechenden Teilnahmenachweis benötigt, muss sich hierfür über das DLR-Sachkundeportal anmelden.
Flyer und Infos zu den Agrarbildungstagen 2026 werden zeitnah auch auf der Internetseite des DLR Westerwald-Osteifel zu finden sein.
Weitere interessante Impulse bietet die Regionalkonferenz der Akademie ländlicher Raum
Rheinland-Pfalz am 3. Dezember 2026 in Koblenz unter dem Titel „Ernährung gestalten – Kulturlandschaften erhalten: Landwirtschaft zwischen Verantwortung und Zukunft“. Die Inhalte der Veranstaltung wurden vom Landfrauenverband Rheinland-Nassau und dem DLR Westerwald-Osteifel gemeinsam entwickelt. Im Mittelpunkt stehen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, spannende Impulse und der offene Austausch darüber, wie nachhaltige Ernährung und eine starke regionale Landwirtschaft gemeinsam gestaltet werden können.
Tanja Dräger von Agora Agrar beleuchtet in ihrem Vortrag „Nachhaltige Ernährung: Herausforderungen, Chancen und Handlungsoptionen“ zentrale Fragen rund um die zukünftige Ernährungsgestaltung. Anschließend widmet sich Prof. Wilhelm Windisch der Frage „Kulturlandschaft mit oder ohne Nutztiere?“ und nimmt dabei die Bedeutung der Tierhaltung für Landwirtschaft, Ernährung und den Erhalt unserer Kulturlandschaften in den Blick.
Die Regionalkonferenz findet im Veranstaltungssaal des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau in Koblenz statt. Interessierte werden gebeten, sich bis zum 28. November 2026 unter www.dlr.rlp.de/Akademie-Laendlicher-Raum/Termine anzumelden.