Allgemeine Berichte | 01.07.2026

Die Ahrtalbahn verkehrt wieder seit einem halben Jahr - eine Bilanz

Ahrtalbahn: Spürbarer Aufwind für die Region

Seit einem guten halben Jahr verkehrt die Ahrtalbahn wieder. Foto: WITE

Ahrta. Seit gut einem halben Jahr (12. Dezember 2025) verkehrt die Ahrtalbahn mit der RB 30 (Rote Züge) und der RB 32 nun wieder in einem guten Halbstundentakt, hierbei die RB 30 nach Ahrbrück und von Ahrbrück RB 30 durchgehend bis Bonn einmal stündlich. Nach eigener Erkenntnis sind die Erfahrungen durchweg positiv. Es muss bei aller Euphorie ch gesagt werden, dass es aus den unterschiedlichsten Gründen bisweilen immer noch zu Verspätungen oder gar Ganzausfällen kommt. Im Gespräch mit Bahnkennern- und Benutzern wird jedenfalls in deutlicher Mehrheit klar, dass die Ahrtalbahn derzeit gefragt und benötigt wird wie nie zuvor. Und alle Züge sind sauber, sowohl die RB 32 als auch die RB 30. Und die Fahrscheinkontrolleure stets freundlich.

Wolfgang Groß - Mitbegründer und Jahrzehnte Vorsitzender der Ahrtalbahnfreunde, und beruflich lange Zeit Bahner

Ein halbes Jahr nach Wiedereröffnung der oberen Ahrtalbahn kann ein erfreuliches Fazit gezogen werden. Es gibt kaum betriebliche oder technische Störungen an Signalen oder Bahnübergängen, der Zugbetrieb mit den zwei Verkehrsunternehmen verläuft planmäßig. Bei der RB 30 macht sich der elektrische Antrieb auf der Rheinstrecke positiv bemerkbar, da die Fahrzeuge gegenüber den Dieseltriebwagen sehr spurtstark unterwegs sind. Es ist nur schade, dass die Bauarbeiten bei Heimersheim noch nicht abgeschlossen werden können und somit noch nicht das volle Zugprogramm gefahren werden kann

Andreas Lambeck - Geschäftsführer der Ahrtal Marketing GmbH

Ein halbes Jahr nach Wiederaufnahme des Betriebs der Ahrtalbahn im Halbstundentakt lässt sich eine durchweg positive Bilanz ziehen. Die Bahn hat sich erneut als unverzichtbare Lebensader des Ahrtals erwiesen und sorgt für deutlich schnellere Mobilität, Frequenz und wirtschaftliche Impulse.Insbesondere für die Winzerbetriebe entlang der Strecke ist die Rückkehr der Bahn ein großer Gewinn; gerade auch für ihre Veranstaltungen. Tagesgäste und Ausflügler erreichen die Weingüter wieder bequem und umweltfreundlich, was sich auch in einer steigenden Nachfrage nach Weinproben, Hofbesuchen und auch für den Direktvermarktung niederschlägt. Auch der Einzelhandel profitiert. Die erhöhte Besucherfrequenz in Bad Neuenahr-Ahrweiler führt zu mehr Laufkundschaft in den Ortskernen; ein wichtiger Baustein für die Belebung der zwei Innenstädte und die Sicherung unserer regionaler Arbeitsplätze.

Erfolgsfaktor

Für den Tourismus insgesamt ist die Ahrtalbahn ein wichtiger Erfolgsfaktor. Wanderer, Radfahrer und Tagesgäste nutzen verstärkt die komfortable Anreise, wodurch Gastronomie, Beherbergung und touristische Angebote eine deutliche Belebung erfahren.Besonders bei Veranstaltungen und Festen zeigt sich die Stärke der Bahn: Sie ermöglicht eine sichere, unkomplizierte und nachhaltige An- und Abreise. Das steigert die Attraktivität der zahlreichen Wein- und Heimatfeste im Ahrtal enorm und sorgt für höhere Besucherzahlen bei gleichzeitig entspannter Verkehrssituation. Insgesamt hat sich die Ahrtalbahn in kurzer Zeit wieder als Motor für Wiederaufbau, Lebensqualität und wirtschaftliche Stabilisierung etabliert - ein unverzichtbarer Baustein für die Zukunft als touristische Region. Die Ahrtalbahn ist Teil der nachhaltigen, touristischen Entwicklung unserer Region.“

Thorsten Müller - Verbandsdirektor des Zweckverbandes SchienenPersonenNahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV):

Es gibt ein besseres Verkehrsangebot, Elektrozüge, touristische Initiativen und Restarbeiten. Mit der Neuordnung der Zuglinien durch den SPNV-Nord ist das Ahrtal nun mit einem besseren Verkehrsangebot unterwegs, und zudem besser angebunden als vor 2021. Rund 20 Millionen Menschen haben nun die attraktive Möglichkeit, mit dem Zug innerhalb von maximal zwei Stunden ins Ahrtal zu kommen. Seit dem 14. Dezember 2025 stehen den Fahrgästen im Ahrtal zwei Regionalbahnlinien zur Verfügung. Die RB 30 wird von DB Regio betrieben und verbindet im Stundentakt Ahrbrück über Remagen mit Bonn. Die ersten Wochen noch mit Diesel getrieben, wurden die Züge am 15. März 2026 auf elektrische Fahrzeuge des Typs Talent 2 umgestellt – und damit drei Monate früher als ursprünglich geplant. Die neu konzipierte RB 32 wird von der Trans Regio Deutsche Regionalbahn GmbH betrieben und fuhr mit Neufahrzeugen des Typs MIREO Smart von Anfang an elektrisch. Zukünftig wird die RB 32 stündlich zwischen Remagen und Ahrbrück fahren und alle zwei Stunden von Remagen weiter über Koblenz nach Boppard und zurück. Damit auf allen Linien möglichst schnell die elektrisch betriebenen Züge eingesetzt werden konnten, hatten die SPNV-Aufgabenträger und DB Regio den bis Ende 2033 laufenden vareo-Verkehrsvertrag angepasst, der auf Dieselfahrzeugen basierte. Dass nach der Elektrifizierung auch sehr schnell die elektrischen Züge fahren sollten, war ein großer Wunsch des Landkreises.

Auch Alltagsmobilität

Ebenso im Blick hat der Landkreis den Tourismus, für den die Bahn eine große Bedeutung hat. „Die Ahrtalbahn ist ein Herzstück des öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis, denn sie erleichtert die Alltagsmobilität, bedeutet ein Plus an Lebensqualität und fördert auch maßgeblich die touristische Attraktivität unserer Region“, so die Landrätin am 12. Dezember 2025 bei der Feier zur Wiedereröffnung.So ist auch die Kooperation des SPNV-Nord mit dem Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. sehr eng. Gemeinsam mit der DB InfraGO wurde an allen 13 Stationen entlang der Strecke ein Konzept zur Förderung der regionalen Identität umgesetzt: Auf speziellen Stelen finden Interessierte Wissenswertes über die Geschichte und Ausflugsziele. Auch eine touristische Werbekampagne wurde gemeinsam im Frühjahr 2026 umgesetzt. Durch Restarbeiten kam es auch im Laufe des Jahres 2026 noch zu Einschränkungen im Bahnverkehr: So entfielen Halte an einzelnen Stationen aufgrund letzter Restarbeitn an der Oberleitung und auch der Weiterbau an der komplexen Stützwand, die in Heimersheim für zusätzlichen Hochwasserschutz sorgt, führte dazu, dass die RB 32 bereits in Altenahr endete. Zudem war ein Umstieg für die Fahrgäste der RB 32 im Remagen notwendig.“

Seit einem guten halben Jahr verkehrt die Ahrtalbahn wieder. Foto: WITE

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