Kettiger Heimatkundler erkunden die Mundart der Landwirtschaft
Alte Begriffe neu entdeckt
Kettig. Seit 17 Jahren treffen sich die Kettiger Heimatkundler monatlich zu ihrem Stammtisch, um historische Themen zu besprechen, alte Dokumente zu sichten und Kulturdenkmäler zu erhalten oder wiederherzustellen. Darüber hinaus stehen regelmäßig Ausflüge zu historischen Stätten, Museen oder Altstädten auf dem Programm.
Ein besonders häufig diskutiertes Thema ist die Mundart. Dabei liegt das Augenmerk der Stammtischrunde auf dem Kettiger Dialekt, der zunehmend in Vergessenheit gerät. Nur noch wenige, meist ältere Menschen sprechen ihn fließend, während viele Begriffe verschwinden oder mit anderen Dialekten vermischt werden.
Um die sprachlichen Wurzeln lebendig zu halten, besuchten die Heimat- und Mundartfreunde einen alten landwirtschaftlichen Betrieb im Ortskern von Kettig. Bei der Familie Korb wurden historische Maschinen und Geräte begutachtet, um deren ursprüngliche Namen im Kettiger Platt zu benennen. Selbst ältere Besucher hatten Schwierigkeiten mit manchen Begriffen oder waren sich uneinig über die genaue Aussprache. Für die jüngeren Teilnehmer bot sich dabei die Gelegenheit, neue Begriffe aus der regionalen Mundart kennenzulernen.
Besonders faszinierend war eine „Dröschmachin“ aus dem Jahr 1956. Neben diesem Gerät wurden auch ein „Küchenpitter“, eine „Kaascht“, ein „Hääb“ und eine „Huwwel“ vorgestellt – Begriffe, die nicht allen sofort geläufig waren. Alfred Korb, Sohn der Gastgeberfamilie, berichtete zudem über den Wandel in der Landwirtschaft und erklärte, wie sich die Arbeit auf einem Hof im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.
Zum Abschluss bedankten sich die Heimatfreunde bei der Familie Korb für die freundliche Bewirtung und die interessante Führung durch die Welt der Kettiger Mundart. Im Anschluss wurde der Abend mit Gesprächen über alte Zeiten im Hotel Kaiser abgerundet. Das nächste Treffen der Kettiger Heimatfreunde findet am 7. April 2025 um 18 Uhr im Hotel Kaiser statt.BA
