Allgemeine Berichte | 16.06.2020

Brohler Kulturverein

Altes bewahren und in Erinnerung behalten

v.l. Dieter Reuter, Helmut Rosenbaum, Franz Josef Foto: privat

Brohl. Eine Aufgabe, welcher sich der Brohler Kulturverein gemäß Vereinsstatuten verpflichtet fühlt. Neben vielen nachhaltigen Aktivitäten hatte man sich nunmehr zur Aufgabe gemacht am Standort der ersten Kapelle/Kirche unterhalb des Burgberges, an der Weggabelung der Burg- und Bergstrasse, zur Erinnerung eine Schautafel aufzustellen.

In den Jahren 1680/81 waren es 19 Familien, welche an diesem Ort eine Kapelle errichteten, die ca. 190 Jahre später zur ersten Pfarrkirche erhoben wurde.

Als Zeichen ihrer Frömmigkeit wollten die Brohler Bürger ein eigenes Gotteshaus haben um ihren Glauben zu leben und nicht von der weit entfernt liegenden Pfarrei St. Stephan in Gönnersdorf abhängig sein. Man hielt sich sogar einen Hilfsgeistlichen, um so auch den Glauben vor Ort leben zu können.

Die stetig wachsende Einwohnerzahl und somit auch die Zahl der Gläubigen führte jedoch dazu, dass die ehemalige Kapelle als Gotteshaus zu klein wurde und man sich1889/90zu einem größeren Neubau entschloss.

Eine wahrscheinlich nur vorgeschobene Baufälligkeit führte dazu, dass das erste Gotteshaus 1912 buchstäblich in einer Nacht- und Nebel-Aktion unwiederbringlich abgerissen wurde. Man schaffte so Tatsachen, welche auch der zuständige Landeskonservator nicht mehr aufhalten konnte.

Heute erinnert nur noch ein Segenskreuz auf der Anhöhe an die alte Kirche und nunmehr der neu errichtete Schaukasten. Neben einem Foto der „Alten Kirche“ und den historischen Daten sind einige Inventarien, die den Abriss überlebt haben, auf der Schautafel abgebildet. Diese und noch mehr sind heute im hinteren Chorraum der neuen Pfarrkirche zum Andenken aufgestellt.

1. Das sog. „Stifterfenster“, ein altes Glasfenster aus dem Jahr 1680/81, zeigt eine Darstellung der Taufe des Pfarrpatrons Johannes der Täufer im Jordan und die Namen der 19 Bürger, welche durch ihre Schaffenskraft den Bau der Kapelle und späteren ersten Pfarrkirche von Brohl ermöglichten. Das Fenster, welches sich heute hinter einem geschützten Diorama befindet, wurde 2017 im Auftrag der St. Matthias Schützen-Bruderschaft Brohl, aus Anlass ihres 150-jährigen Gründungsjubiläum, aufwendig restauriert.

2. Die „Mauritiusglocke“, welche heute noch in der neuen Pfarrkirche als Wandlungsglocke dient, wurde ebenfalls als Ausdruck ihres tiefen Glaubens zur Anrufung Gottes durch die Brohler Bürger gespendet.

Ein erhaben eingegossenes Zierband zeigt ein Chronogramm in lateinischer Sprache,

„slt Deo gLorla, beato MaVrltlo LaVs, ClVIbVsqVe pletas atqVe saLVIs.“

„Gott sei die Ehre, dem heiligen Mauritius Lob und den Bürgern Erbarmen und Heil!“ woraus man das Jahr des Gusses ableiten kann, wenn die hervorgehobenen römischen Zahlen in die richtige Reihenfolge gebracht werden:

MDCLLLVVVVVVIIIIIII = 1787.

Der hl. Mauritius, ist der zweite Schutzpatron der Kirchengemeinde, dessen Reliquien bereits im Altar der „Alten Kirche“ eingelassen waren. Die Mauritiusglocke ist die einzige von ehemals zwei Glocken, welche die Jahrhunderte überlebt und nicht den Kriegen zum Opfer fiel.

3. Als weiteres Kleinod ziert seit Ende 2019 der aufwendig aufgearbeitete Altarsockel mit aufgesetztem Tabernakel den hinteren Chorraum der heutigen Pfarrkirche.

Altes für die Nachwelt zu erhalten und Neues im Ort zu gestalten erfordert neben viel Enthusiasmus für die Heimat auch ein solides finanzielles Polster. Nur mit ihrer Mithilfe, sei es Aktiv oder Inaktiv, kann der Brohler Kulturverein seinen Zielen gerecht werden.

Interessierte informieren sich über unsere vielschichtigen Aktivitäten auf unserer Homepage http://www.kulturverein-brohl.de

Altes bewahren und in Erinnerung behalten

v.l. Dieter Reuter, Helmut Rosenbaum, Franz Josef Foto: privat

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