Allgemeine Berichte | 13.12.2017

EKG-Schülerinnen gewinnen Jugendfilmpreis in München

And the Oscar goes to… Adenau

Die stolzen Adenauer-Schülerinnen bei der Preisverleihung in München. privat

Adenau. Auf dem Lehrplan des 9. Schuljahres des Erich-Klausener-Gymnasiums Adenau stand das Themenfeld „Erschließung und Umwertung von Räumen – am Beispiel des Aralsees“. Fach- und Klassenlehrer Sebastian Rolser verband Pflicht mit Kür und stellte seinen Schülerinnen und Schülern den bundesweit ausgeschriebenen Filmwettbewerb „(D)Einblick in die Natur“ der Hofpfisterei München vor: Diese erstmals im Jahr 1331 urkundlich erwähnte Mühle und Bäckerei hat heute über 160 Filialen, in denen rein ökologisch hergestellte Backerzeugnisse verkauft werden. Das Unternehmen möchte Jugendliche für die Wichtigkeit des Naturschutzes sensibilisieren und führt im siebten Jahr den Jugendfilmwettbewerb „(D)einblick in die Natur“ durch. Neben den Dauerthemen „Natur portraitiert“ und „Umwelt schützenswert“ stand in 2017 „Wasser – Grundlage des Lebens“ zur Auswahl. Die Jury ist hochrangig und fachkundig u.a. mit Dr. Michael Apel - Leiter des Museums Mensch und Natur in München besetzt und steht unter der Schirmherrschaft des bayerischen Kultusministers.

Im Erdkundeunterricht der Klasse 9 a entstanden in Kleingruppenarbeit mehrere Filme aus unterschiedlichen Genres, von denen vier zum Wettbewerb eingesandt wurden. Eine Ehrenurkunde erhielten Lea Gilgenbach, Francesca Nestola, Savanna Sroda, Leonie Schüller sowie Charlotte Görgen, Sofia Jonas, Sophie Steffes-enn und Jill Weber für ihre Filme über den direkten und virtuellen Wassergebrauch eines durchschnittlichen Bundesbürgers.

Die Gewinnergruppe des Adenauer Gymnasiums hatte sich für einen Stop-Motion-Film mit Legofiguren, -gebäuden und -schiffen entschieden. Hierbei besticht der Film auf allen Ebenen. Ohne Vorerfahrung erarbeiteten sich die jungen Regisseurinnen Film- und Fototechnik, Vertonung, Erstellung eines Drehbuchs und des Storyboards, Techniken der Beleuchtung und entwarfen ein tolles Bühnenbild. Die handwerkliche Qualität des Films wird einzig durch das Maß an Kreativität übertroffen, welche die Schülerinnen bei der Ausarbeitung der Geschichte des Films entwickelten. Die Handlung spielt am Aralsee, der durch den hohen Wasserverbrauch der angrenzenden Baumwollplantagen mehr und mehr verlandet und dessen Wasser stetig stärker verunreinigt wird. Die ungewöhnliche und von der Jury nochmals lobend hervorgehobene Idee der jungen Regisseurinnen bestand in der Verknüpfung des Umweltthemas mit dem Shakespeare- Klassiker „Romeo und Julia“. Kurzweilig wird aus Sicht eines jungen Pärchens erzählt: Romeo, Sohn einer armen Fischerfamilie, und seine Freundin Julia, Tochter eines reichen Baumwollplantagenbesitzers, besetzen dabei die Hauptrollen. Wie in der Originalvorlage finden sich im Film unerwartete Wendungen, durchdachte und teilweise sehr subtil verpackte Inhalte, sodass der Film selbst nach mehrmaligem Anschauen Neues entdecken lässt.

Am 2. Dezember hieß es dann Zittern bis zum Schluss für die vier jungen Regisseurinnen aus Adenau. Im Audimax der Hochschule für Fernsehen und Film in München fand die Preisverleihung statt. Die Teilnehmer, die 11 bis 21 Jahre alt sein durften, waren in fünf Altersstufen aufgeteilt. Eingeladen waren die besten Platzierungen jeder Altersgruppe sowie deren Familien und Freunde. Da bis zum Start des jeweiligen Films nicht verraten wurde, wie die genaue Preisverteilung war, blieb es bis zum Schluss eine spannende Veranstaltung. In der Altersgruppe der 13 bis 14-Jährigen holten Lena Retterath, Paula Rothkegel, Louisa Wagner und Birte Wischnewski den ersten Platz. Für ihren gut 3-minütigen Film hatten sie mehrere Wochen Arbeit, die weit über die Unterrichtszeit hinausging, investiert. Kurz vor Fertigstellung hätte die Schulsoftware beinahe die Teilnahme am Wettbewerb verhindert. Unkompliziert half Herr Rolser seinen Schülerinnen über diese Hürde unter Einsatz seines privaten Laptops sowie einiger Stunden seiner Freizeit und einer Portion Schokolade hinweg. Die Gewinnerinnen freuten sich über den Gutschein eines Fotogeschäfts, Leinenrucksäcke und Urkunden. Und über einen außergewöhnlichen Nachmittag, den sie ohne das Engagement ihres Klassenlehrers nicht erlebt hätten. Die Gewinnerfilme werden außerdem im Rahmen von Filmvorführungen in Münchner Museen und Kinos sowie bei Naturfilmfestivals gezeigt. Und unter http://www.deinblicknatur.de.

Ein besonderes Lob richtet sich auch an die Eltern, deren kurzfristiges Planungsgeschick gefragt war. Binnen Wochenfrist mussten die vier Familien die Fahrt nach München sowie entsprechende Unterkünfte organisieren, bereits gefasste Wochenendpläne mussten verschoben oder geändert und natürlich mussten die Daumen gedrückt werden. Ein großes Lob geht ebenfalls an den Förderverein des Erich Klausener Gymnasiums, der sich an den Fahrtkosten beteiligt hat.

Die stolzen Adenauer-Schülerinnen bei der Preisverleihung in München. Foto: privat

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