Wanderausstellung in der Kreissparkassen-Filiale Andernach eröffnet
„Andernach - Bunt steht dir“
Andernach. Von den ausdruckstarken Fotos eines Andernachers zum Thema Integration können sich jetzt Besucher der Kreissparkassen-Filiale Andernach-Johannesplatz ansprechen lassen: Die heldenhaften Bäckerjungen auf dem Marktplatz-Brunnen, freundschaftlich eng beieinander, dazu der Gedanke „Schulter an Schulter, wachsam und mutig gegen die Ewiggestrigen“. Kinder einer Andernacher Kindertagesstätte, die „multikulti und die Zukunft sind.“ Eine Gruppe von Asylbewerbern auf einer Rundbank in der Läufstraße, die fragt: „Wir sind 12.000 km vor Krieg, Piraterie, Armut und Zukunftslosigkeit geflohen. Sind wir Dir willkommen?“ – Streift man durch die in der vergangenen Woche in der Kreissparkassenfiliale Johannesplatz eröffnete Wanderausstellung „Andernach - Bunt steht dir“ mit den Bildern von Konrad Sabel, findet man viel Vertrautes, aber auch Fremdes. Die Ausstellung mahnt und fragt. Sie ist wie ihr Titel „bunt“, gleichbedeutend mit vielfarbig, ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Zusammensetzung der Stadt Andernach, in der heute Bürgerinnen und Bürger aus 87 Nationen leben. Konrad Sabel, Hobby-Fotograf und Herausgeber des gleichnamigen Bildbandes, möchte mit seinen Aufnahmen von Einheimischen und Asylbewerbern vor vertrauter Kulisse und seinen Gedankenanstößen neue Sichtweisen eröffnen und Fragen aufwerfen. Wie gestaltet sich das Miteinander in der Bäckerjungenstadt?
Integration – auch ein Anliegen der Kreissparkasse
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung machte Christoph Weitzel, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Mayen, deutlich, dass Integration auch ein großes Anliegen seines Instituts sei. Man habe daher gerne Sabels Buchprojekt unterstützt und 200 Bücher zur Verteilung an weiterführende Schulen in Andernach übernommen. Die von der Kreissparkasse erstellte Wanderausstellung, die bis zum 18. März noch in der Filiale am Johannesplatz zu sehen ist, würde zudem interessierten Schulen bereitgestellt. Wie ernst es der Sparkasse mit dem Thema Integration sei, zeige auch, dass sie zwei jungen syrischen Asylbewerbern die Möglichkeit gegeben habe, ein Praktikum zu absolvieren, dass möglicherweise in ein Ausbildungsverhältnis übergeleitet wird. Landrat Dr. Alexander Saftig beleuchtete die eingeschränkte Sichtweise von Schwarz-Weiß-Malern und mahnte, dass Ängste nicht dazu führen sollten, dass man sich gesellschaftlichen Veränderungen verschließt: „Integration bedeutet, dass sich sowohl die aufnehmende Gesellschaft, als auch die zu Integrierenden verändern müssen.“ In seinem Grußwort unterstrich Andernachs Bürgermeister Claus Peitz, dass die Stadt, mit seinen vielen ehrenamtlichen Helfern, aber auch seitens der Stadtverwaltung, erkennbar für „bunt“ stehe. Er sprach Konrad Sabel seine Anerkennung für die Dokumentation und die Denkanstöße aus und schloss mit einem Spruch aus alten Tagen, der noch heute gelte: „Gut gastlich Dach gibt allseits die Stadt Andernach!“ Konrad Sabel dankte allen, die ihn bei seinem Buchprojekt unterstützt haben. Nicht ohne Emotion stellte der Buchautor fest, dass man auf die Frage, wie wir in der Gesellschaft zueinander finden können, noch keine richtige Antwort habe. Während die einen Brücken bauen, würden sie andere wieder einreißen. Aus seiner Sicht gebe auch die Politik in dieser Zeit kein gutes Bild ab.
Die rund 40 Gäste der Vernissage verweilten noch eine Zeit an den Fotowänden, um sich von den 20 großformatigen und eindrucksvollen Fotos und den dazu passenden kurzen Denkanstößen einfangen zu lassen. Der Bildband „Andernach - Bunt steht dir“ ist erhältlich bei Ankerbuch in der Hochstraße.
20 ausdruckstarke und großformatige Fotos aus dem Bildband „Andernach –Bunt steht dir“ vermitteln Gedankenanstöße und werfen Fragen auf.
