Allgemeine Berichte | 28.02.2017

Rathaussturm in Unkel

Ansturm der Jecken konnte nicht abgewehrt werden

Carolina I. besetzte mit ihrem Hofstaat den Schraatesaal des Roothuuses, an dessen Tür der Kuckuck klebt

Wie nicht anders zu erwarten, musste Stadtchef Gerhard Hausenden Stadtschlüssel der jungen Narren-Regentin übergeben .

Unkel. Mit lauter Musik versuchten sich am Sonntagvormittag die Schraate um Stadtchef Gerhard Hausen im Unkeler Rathaus Mut einzuflößen, wussten sie doch, dass die Karnevalisten um Prinzessin Carolina I. kurz nach der von KG-Ehrenmitglied Herbert Breuer zelebrierten Kölschen Mess in Sankt Pantaleon, den Ablass in der Tasche, zum Rathaussturm ansetzen würden. Immer wieder ertönte die Sirene, die noch mehr Verteidiger zusammentrommeln sollte, reichten doch die Büttel um die Beigeordneten, „Geldartist“ Wolfgang Plöger und den „behämmerten“ Altstadt-Planer Siegfried Brenke, bei Weitem nicht aus, den Angriff der Jecken abzuwehren. Aber schon nahte nicht nur Gerhard Hausens roter Kollege, Wolfgang Gisevius, auch Verbandsbürgermeister Karsten Fehr wollte sich ganz in Weiß, aber ohne Blumenstrauß, dem Pulverdampf der Angreifer entgegenstemmen.

Die sollten schon durch große Schilder vom Rathaussturm abgehalten werden, auf denen zu lesen war. „Umsonst war gestern“ und „Zutritt nur für Gutbetuchte“. Ansonsten sei das Rathaus wegen Kassenprüfung geschlossen, wobei sich jeder Unkeler fragte, was da denn noch zu prüfen wäre. „Ich glaub, die Karnevalisten han Angst“, frohlockte der Stadtchef, der sich auch prompt in seiner Annahme bestätigt sah, als die Heerscharen der KG, angeführt vom Bläsercorps am Rathaus vorbei Richtung Sporthalle marschierten.

Da aber hatte sich Gerhard Hausen zu früh gefreut, wollten die Jecken doch lediglich die richtige Uhrzeit, eben 11.11 Uhr einhalten, um das Scharmützel zu beginnen. Dabei sah es so aus, als ob sie kein Interesse hätten, das Rathaus einzunehmen. „Da jit et doch nix, für dat et sich lohnt zu jewinne“, erklärte der Vorsitzende Manfred Himmelbach als schwarz gekleideter Gerichtsvollzieher. „Et stand doch in der Zeitung, wo es nachzulesen war: Die Schulden werden immer mehr von Jahr zu Jahr. Ihr braucht uns doch nix zu verzelle. Ihr habt nicht mal Geld für ordentlich Kamelle“, warf er den Verteidigern vor. Das gestand Gerhard Hausen scheinheilig ein, hatte er doch aus seiner schwarzen Kasse sehr wohl Mittel für harte Schoko-Rauten, Lakritz-Schlangen und anderes Wurfmaterial locker gemacht. „Auch ohne Moos, Koks und Schotter will ich durchhalten bis zur Rente. Gewährt mir einen gemächlichen Abgang in die Ruhezone“, bat der Oberschraat um ein paar Jahre Aufschub, während er seine Verteidiger vorsichtshalber in Position brachte.

„All die Beamten im Rathaus, die an ihren Stühlen kleben, der Tag wird kommen, Ihr werdet’s erleben, dass die Stühle nicht mehr da sind, alles verkauft und verpfändet, so dass das ruhige Beamtendasein plötzlich ganz unsanft endet“, weissagte Manfred Himmelbach und rief seine Vollzugsbeamten herbei. „Ihr könnt die Tür abschließen, Euch verbarrikadieren im Huus, dat is völlich ejal, denn mir han he den Pfändungsbeschluss“, erklärte er, während der „Kuckuck“ an die Rathaustür geklebt wurde.

„Um meine Freiheit ist mir nitt bange, kummt erinn und versucht doch, mich ze fange!“, verhöhnte Gerhard Hausen wider besseres Wissen die Karnevalisten, die prompt zum Angriff bliesen. Ungeachtet der Wäffelchen und Tuffele-Chips, welche die Verteidiger aus den Fenstern auf sie herniederprasseln ließen, nahmen die Jecken für Carolina I. und ihre Pagen Pagen Maria und Yara unter lauten Böllern die Treppe ein und hämmerten gegen die Rathaustür. Schon nach wenigen Sekunden wurde diese einen Spalt geöffnet und eine weiße Fahne signalisierte die Kapitulation der Schraate. Triumphierend entriss die junge Tollität dem Bürgermeister den Schlüssel der Stadt, der das Schwenken des weißes Spitzenbützjens Karsten Fehr überlassen hatte. „Bis Achermittwoch halen mir et wie im Bläck-Fööss-Leed: habt er och kei Jeld, dat is janz ejal, mer drinke met un kümmern uns nit drüm“, gab Manfred Himmelbach den Marschbefehl in den Schraatesaal für die janze KG mit Tröt un Trumm, Elferrat und Majoretten, Präsident und „Herzblättchen“ und natürlich die drei „Sterne der Sterne“, die am Rosenmontag beim Zoch sogar mittags über Unkel strahlen werden.

DL

Ansturm der Jecken konnte nicht abgewehrt werden

Wie nicht anders zu erwarten, musste Stadtchef Gerhard Hausen den Stadtschlüssel der jungen Narren-Regentin übergeben .

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