Antikes Spektakel auf dem Pommerner Martberg
Kulturhistorischer Einblick in das römische und keltische Leben
Pommern. Mehrere hundert Besucher:innen erfreuten sich am vergangenen Wochenende am Kelten- & Römerfest des Fördervereins Martberg e.V. sowie der örtlichen Theatergruppe auf der berühmten gallorömischen Anlage. Hier kommandierte „Optio“ (Hauptmann) Markus Gorski lautstark die streitbaren Recken seines 10-köpfigen Manipels, als diese, vor ihrem Feldlager im Grüngürtel der Tempelanlage, zum obligatorischen Exerzieren antraten. So erfolgten die Kommandos des Anführers von der 1. Römer-Cohorte Opladen e.V. gegenüber den Legionären durchweg in lateinischer Sprache, was die begeisterten Schaulustigen mit entsprechendem Staunen verfolgten. Vom aufgeschlagenen Lager der Legionäre ging es in der Folge mit geschultertem Pilum (Wurfspeer) zum römischen Torsions-Geschütz „Scorpio“ oder „Balliste“ genannt, mit dem die römischen Soldaten früher Geschossbolzen gegen den Feind verschossen. Dazu blies der Legionstrompeter eine kurze Tonfolge in sein rundes „Cornu“, was laut dem Optio als Kommando zum Aufmarsch galt und laut historisch überliefertem Script, in die römische Zeit des 1. Jahrhunderts n. Chr. datiert. Einen zweiten Präsentationsschwerpunkt beim Kelten- & Römerfest 2022 bildete das zivile römische Leben mit Einblicken in dessen Wohnkultur, die Bekleidung, die Kosmetik und Körperpflege, sowie die Ausübung verschiedener Handwerke. Natürlich durfte hier auch die altrömische Garküche mit deftigem Feldeintopf und Dinkelbrot aus dem Lehmofen nicht fehlen. Dazu reichten die altertümlichen Darsteller u.a. ihren „Mulsum“ (weißer Gewürzwein) oder eine gut gekühlte Cervisia (Bier). Das Zeltlager der Keltengruppe „Sucellos“ war ebenfalls auf dem Martberg vertreten und vermittelte einen Einblick in deren Leben anno 300 v. Chr. Eine ganz andere und von überwiegend harter Handarbeit geprägte Zeit. Hier standen die Herstellung von Pfeilen und Kupferschmuck, Holzarbeiten, Kräuterkunde, Lederwerk, Brettchen weben und Kesselkochen im Fokus. Zum tollen Programm zählten auch informative Führungen durch die Tempelanlage, bei denen sich die Interessenten gerne auf eine 2000 Jahre lange Reise zurück in die Zeit des römischen Kulturlebens begaben. TE
