Westerwald-Verein Zweigverein Montabaur
Auf der Suche nach essbaren Pflanzen
Montabaur.Schon seit vielen Jahren steht beim Westerwald-Verein Zweigverein Montabaur 1888 e.V. im Frühling eine naturkundliche Wanderung im Veranstaltungskalender. In diesem Jahr fand die Wanderung kürzlich statt und stand unter dem Motto „Essbare Pflanzen“. Alle Teilnehmer*innen wurden im Vorfeld gebeten eine Tasse und einen Stamper (Schnapsglas) mitzubringen.
Die Idee zu dieser Exkursion hatten die Vereinsmitglieder Steffi Dann und Adrian Börner. Bei der Umsetzung der Idee herrschte eine klare Aufgabenverteilung: Steffi Dann war für die Pflanzen und Adrian Börner für den Weg zuständig. Start und Ziel war das Dorfgemeinschaftshaus in Zehnhausen in der Verbandsgemeinde Wallmerod. Die etwa fünf Kilometer lange Exkursion führte auf dem Erlenrundweg zunächst nach Meudt-Dahlen, mit einem Abstecher in die dortige Kapelle, und von dort zurück nach Zehnhausen. Bereits am Dorfgemeinschaftshaus konnte Steffi Dann auf die erste essbare Pflanze, das weiß blühende Gartenschaumkraut, hinweisen. Mit seinem kresseähnlichen Geschmack eignet es sich hervorragend für einen Frühlingsquark oder kleingehackt aufs Butterbrot. Im Wald angekommen, konnten die gelben Blüten schnell als Scharbockskraut identifiziert werden, reich an Vitamin C. Ein Blick in die Tongrube Meuth, ließ den Atem stocken, angesichts der gewaltigen Erdbewegungen und der damit zu Tage kommenden Farbenvielfalt. Vorbei an Waldmeister, Waldsauerklee und Wiesenschaumkraut, wurde in Dahlen das Lungenkraut entdeckt. Der Name ist bei dieser Pflanze Programm, wird es doch bei Atemwegserkrankungen und Erkältungskrankheiten mit Husten und Heiserkeit eingesetzt. Kurz vor Ende der Wanderung konnte im Wald ein großer „Bärlauch-Teppich“ bewundert werden. Die Pflanzen standen kurz vor der Blüte. Zum Abschluss der Wanderung hatten Steffi Dann und Adrian Börner noch eine Überraschung parat. Statt einer Einkehr, gab es zur großen Freude aller Teilnehmer*innen ein Picknick mit selbst gemachtem Löwenzahn-Gelee, selbst gemachter Bärlauch-Butter und einem Bärlauch-Wodka, selbstverständlich selbst aufgesetzt. Dazu wurde Kaffee und Baguette gereicht. So kamen die mitgebrachte Tasse und das Schnapsglas auch noch zu ihrem Einsatz. Zum Schluss waren sich alle einig, der Regenschauer in Dahlen konnte dieser außergewöhnlichen naturkundliche Wanderung nichts anhaben.
Für alle, die sich über den Löwenzahn im Garten ärgern, nachfolgend das Rezept von Steffi Dann für ein leckeres Löwenzahn-Gelee.
Zutaten: ca. 30 Löwenzahnblüten - ca. 300 ml Wasser - Gelierzucker.
Zubereitung: Blüten halbieren - gelbe Staubfäden mit dem Fingernagel vorsichtig herauskratzen - im Wasser kurz aufkochen und 24 Stunden ruhen lassen - absieben, mit Gelierzucker nach Packungsangabe aufkochen, abfüllen und genießen.
Weitere Informationen über den Westerwald-Verein Zweigverein Montabaur sind auf der Internetseite des Vereins (wwv-mt.com) zu finden. Zusätzlich werden die Wanderungen und Veranstaltungen regelmäßig in der Presse bekanntgegeben.
