Allgemeine Berichte | 11.07.2024

Vernissage der Ausstellung der Künstlerin Nadja Nafe im Kunstverein Linz am Rhein

Auf die Wahrnehmung der Betrachter kommt es an

Noch bis zum 28. Juli kann die Ausstellung besichtigt werden.  Foto: Ines Langs

Linz. Viele Kunstinteressierte waren der Einladung des Kunstvereins Linz zur Vernissage der Ausstellung „Der Moment zwischen Jetzt und Später“ von Nadja Nafe gefolgt. Leider konnte die Künstlerin aufgrund einer Erkrankung nicht anwesend sein. Doch es gibt eine gute Nachricht: Sie wird stattdessen im Rahmen einer Finissage am Sonntag, 28. Juli ab 14 Uhr für ein Künstlergespräch zur Verfügung stehen. Der Kunstverein lädt bereits jetzt dazu ein.

Trotz der unvorhergesehenen Umstände führte die Kunsthistorikerin Julia Ritterskamp auf der Vernissage wie geplant in das Werk von Nadja Nafe sowie in die Ausstellung ein. Nach einleitenden Worten über den Werdegang der Künstlerin ging sie auf den Titel der Ausstellung ein. Der Moment zwischen Jetzt und Später sei ein Kippmoment. Das Jetzt sei gerade real, das Später noch nicht da, so dass man noch nicht wisse, wohin es ginge. Jede Entscheidung im Jetzt könne theoretisch den Ausgang einer Situation verändern. Das gelte für unser Leben ebenso wie für die Malerei.

Ritterskamp bezog sich im Weiteren auf konkrete Aspekte in den ausgestellten Arbeiten und verdeutlichte anhand dessen ihre Ausführungen. Sie wies auf die künstlerische Handschrift von Nadja Nafe hin und wie sich diese entwickelt habe. Die aktuelle Ausstellung sei die freieste, die die Kunsthistorikerin je von der Künstlerin gesehen habe. Habe diese früher in jedem Bild eine eigene Welt dargestellt, so wäre es nun so, dass sie den gesamten Raum genutzt habe und diesen mit ihren Bildern quasi umklammere. So würden die Bilder als eigene Räume oder auch als Ausblicke in eine andere Welt fungieren.

Auffällig sei die Beschäftigung mit der Idee des Mikro- und Makrokosmos. Alle Arbeiten könnten das Weltall darstellen, aber auch den Blick auf eine Zelle durch ein Mikroskop, je nach der individuellen Wahrnehmung der Betrachter. Dies entspreche dem typischen Anliegen der Künstlerin. Es ginge ihr nicht darum, eine Geschichte zu erzählen, sondern um die Wahrnehmung, den künstlerischen Blick, die Einbeziehung der Betrachter. So werde aus dem Wirklichen – dem tatsächlich Gemalten – in der Interpretation beim Anschauen der Werke das Mögliche. Noch stärker werde dies sichtbar an den Scherenschnitten in feinem Papier. Die papierenen Vorhänge würden eine Bühne, einen Raum erschaffen.

Den Faktor der Zeit könne man wiederum an den verschiedenen Schichten des Farbauftrags auf den Bildern erkennen. Während die Künstlerin manche Formen und Farben langsam aufgetragen habe, wirkten andere Partien beinahe hektisch und eruptiv hinzugefügt.

Ritterskamp betonte, dass man bei Nadja Nafes Bildern alles in Frage stellen könne, z. B. was Vorder- und Hintergrund sei. Obwohl die Künstlerin nicht mit räumlichen Perspektiven arbeite und stark in einer 2D-Darstellung male, würden ihre Bilder durch die Art des Farbauftrags dennoch räumlich wirken.

Das Fazit zur Aussage der Ausstellung, so die Kunsthistorikerin, sei, dass sich alles verändere im Moment zwischen dem Jetzt und dem Moment nach dem Jetzt. Veränderung sei das einzig Verlässliche. Sie appellierte an die Besucher der Vernissage, entsprechend offen zu bleiben, sich inspirieren zu lassen von den Möglichkeiten und die eigene Wahrnehmung zu entdecken. Damit beendete sie ihre Ausführungen. Der Vorsitzende des Kunstvereins, Norbert Boden, lud anschließend alle Anwesenden ein, sich die Ausstellung in Ruhe zu Gemüte zu führen.

Öffnungszeiten der Ausstellung

7. bis 28. Juli, Freitag 16 bis 18 Uhr, Samstag/Sonntag 14 bis 18 Uhr

Finissage mit Künstlergespräch: 28. Juli, 14 Uhr

Noch bis zum 28. Juli kann die Ausstellung besichtigt werden. Foto: Ines Langs

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Koblenz blüht 2026
Ostergruß
Innovatives rund um Andernach
Ostergrußanzeige
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
44

Die Woche vom 20. bis 26. April fällt in eine Phase des spürbaren Übergangs. Der Frühling zeigt sich vielerorts bereits stabil, gleichzeitig wächst die Erwartung auf den Mai. Diese Mischung aus Aufbruch und Ungeduld prägt viele Entscheidungen. In Liebe, Gesundheit und Beruf entstehen Chancen, aber auch Momente der Unsicherheit. Kleine Veränderungen im Alltag können große Wirkung entfalten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
241

Im Bereich der Ahrtalbahn könnte es nachts etwas lauter werden:

Ab 15.04.: Schleifzüge fahren auf der Ahrstrecke

Kreis Ahrweiler. Seit Dezember 2025 fahren die Züge wieder vollständig auf der gesamten Ahrstrecke zwischen Remagen und Ahrbrück. Seit März 2026 sind beide verkehrenden Linien rein elektrisch und damit umweltfreundlicher unterwegs. Damit die neuen Schienen nun noch einen „letzten Schliff“ erhalten können, wird nachts ein Schleifzug unterwegs sein. Dies betrifft die folgenden Zeiträume und Abschnitte:

Weiterlesen

12

Ausbau der Ladeinfrastruktur am Rathaus

Neuer Schub für die Elektromobilität

Meckenheim. Das regionale Energieunternehmen e-regio erweitert die Ladeinfrastruktur in Meckenheim und schafft am Rathausparkplatz zusätzliche Möglichkeiten zum komfortablen Laden von Elektrofahrzeugen. Aufgrund der hohen Nutzung der bestehenden Ladesäule werden derzeit zwei neue AC-Ladesäulen mit insgesamt vier Ladepunkten installiert. Die neuen Ladepunkte sind so angeordnet, dass sie von jeweils zwei Parkbuchten optimal erreichbar sind.

Weiterlesen

18

Allgemeine Berichte

Ortsübliche Bekanntmachung

Sinzig. Ortsübliche Bekanntmachung über die öffentliche Bekanntgabe der Bestimmung und Abmarkung von Flurstücksgrenzen in der Gemeinde _Sinzig_______ In der Gemarkung __Bodendorf______, Flur __13__, Flurstücke __124/1, 133______ wurden die Flurstücksgrenzen aus Anlass einer Liegenschaftsvermessung auf Antrag bestimmt und abgemarkt. Über diese Maßnahmen wurde am _17.3.2026_ eine Grenzniederschrift angefertigt.

Weiterlesen

Daueranzeige
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Alles rund ums Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Oster-Anzeige
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Titel
Koblenz blüht
Schulze Klima -Image
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus
First Friday Anzeige März
Rund ums Haus
Stellenanzeige mehrere Stellen
Unterstützeranzeige
Unterstützeranzeige