Berkumer Rathaus
Aufbruch aus vielen Perspektiven
Kunstkreis-Ausstellung noch bis 6. Mai
Wachtberg-Berkum. Dem Thema „Aufbruch“ widmet sich die derzeit im Berkumer Rathaus zu sehende Ausstellung des Wachtberger Kunstkreises. In 28 Werken haben 15 Künstlerinnen und Künstler die sehr unterschiedlichen Betrachtungsweisen dieses Begriffes individuell umgesetzt.
Aufbruch kann etwas Schönes, aber auch etwas Schwerwiegendes sein. „Aufbruch stellt sich in vielen Formen dar: Gut und tragisch, hoffnungsvoll und hoffnungslos, mutig und ängstlich, gewagt und verzagt,“ mit diesen Worten führte Bürgermeisterin Renate Offergeld am Vernissage-Abend näher in die Thematik ein. Denke man einmal darüber nach, was Aufbruch sei und was es bedeute, dann merke man, wie oft er uns in unserem Leben schon begegnet sei.
Dieses große Spektrum spiegelten die ausgestellten Bilder und eine Tonplastik wider, erläuterte Kunstkreis-Leiterin Maria Kontz. Da zeigen sich Magnolienblüten, die ausbrechend aus winterlichem Braun in kräftigem Lila dem Frühling entgegen streben, so als „Erste Blüte“ in Kreide-Acryl-Mischtechnik aufs Papier gebracht von Monika Rau. Ähnliches sieht man auch in dem Acryl-Tinte-Bild „Frühlingserwachen“ von Marga Auen, in dem frische Grüntöne mit leuchtendem Gelb abstrakt um die Wette eifern. Oder bei Trude Schundau, sie zeigt Lotus- und Tulpenblüten, und bei Wilhelm Zettelmeier, für den ein Baum in voller Blüte mit einem Schwarm Kraniche davor das schönste Zeichen von Frühlingsaufbruch ist. Aber nicht nur Strahlendes und Farbenprächtiges findet sich, auch karger, ausgedörrter und rissiger Boden zeigt sich als Quell, aus dem junges zartes Grün herausbricht, unter anderem in der Fotocollage „Aufbruch I“ von Brigitte Felgendreher.
Dass Aufbruch auch ein überaus aktuelles Thema ist, verdeutlichen zahlreiche Bilder, die sich mit Aufbruch in ein neues Leben beschäftigen und damit die gegenwärtige Flüchtlingssituation in den Fokus stellen. So zeigt Maria Kontz die Acryl-Collage „Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich“. In einer weiteren Arbeit hat sie sich zudem mit der „Registrierung“ von Asylsuchenden befasst und zeigt Figuren, die nach Durchlaufen der Erfassung mit einem Strichcode versehen sind. Auch Olga Rann hat sich in „Aufbruch ins Neue“, das kleine Boote auf dem Meer zeigt, der Flüchtlingsproblematik angenommen.
Ganz andere Begrifflichkeiten von Aufbruch haben Hans-Jochen Müller, er hat aufgebrochene Blister-Packungen zu einer Assemblage zusammengefügt, und Ingrid von Zeddelmann gewählt. Letztere bringt in ihren Aquatinta-Radierungen „Aufbruch zur Jagd I und II“ einen Panther und einen Adler aufs Papier. Dass auch Reisen eine Form des Aufbruchs sein kann, demonstriert sie zudem mit einer kleinen Plastik aus gebranntem Ton, die ein Männlein auf einem Koffer sitzend darstellt. Nicht darauf sitzend, sondern transportierend, zumindest ansatzweise, hat sich auch Monika Clever in „Der vergebliche Versuch, einen Koffer zu bewegen“ mit selbigem Objekt in ihrer Schattenfotografie beschäftigt. Zudem erklärt sie mit ihrer Arbeit aus Packpapier und Karton „Leere schafft Raum“, dass ein Aufbrechen auch Platz für Neues schaffen kann. Zu ganz neuen Ufern schließlich bricht die ehemalige langjährige Kunstkreis-Leiterin Gitta Briegleb mit „Aufbruch in eine neue Zeit“ auf, in dem sie sich der Erforschung des Universums zuwendet.
Arbeiten von Charlotte Geiser, Gabriela Graff-Klapp, Joachim Krause und Gastkünstler Klaus Schubert komplettieren die Ausstellung. Musikalisch wurde die Vernissage vom Duo wARTEZIMMER um Sängerin Annette Briechle und Pianist Rolf von Ameln mit feinen Jazz-Klassikern äußerst stilvoll begleitet.
Ausstellung „Aufbruch“ des Kunstkreises Wachtberg bis 6. Mai zu den Öffnungszeiten des Rathauses (Montag bis Freitag 8 bis 17 Uhr, Do 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr). Rathaus, Rathausstraße 34 in Wachtberg-Berkum.Presse-
mitteilung Gemeinde Wachtberg
