Allgemeine Berichte | 25.03.2022

SGD Nord will ursprüngliche Gewässerzustand wiederhergestellen

Auflandungen im Bereich von Pegelmessstrecken räumen

Im Bereich des Pegels Müsch 2 haben sich in Folge des Hochwassers im Sommer 2021 Auflandungen gebildet, die nun geräumt werden müssen, um den Wasserstand und die Wasserstand-Durchfluss-Beziehungen mithilfe der neuen Pegelanlage ermitteln zu können. Foto: SGD Nord

Ahrweiler. Auf Höhe der Ahr-Pegel Bad Bodendorf, Altenahr und Müsch 2 haben sich in Folge des extremen Hochwassers im Juli 2021 Auflandungen im Bereich der Messstrecken gebildet. Da die Beschaffenheit des Gewässerprofils in die Weiterverarbeitung der Messdaten einfließt, führen die neu hinzugekommenen Ansammlungen von Gestein und Sand dazu, dass die Messdaten und Berechnungen unzuverlässig werden. Damit die Experten der SGD Nord und des Landesamtes für Umwelt die erhobenen Daten in Zukunft wieder präzise angeben, auswerten und beurteilen können, muss der ursprüngliche Gewässerzustand im Bereich der Pegelmessstrecken wiederhergestellt werden. Dazu ist es erforderlich, das angesammelte Gestein aus dem Gewässerbett zu entfernen.

„Für präzise Berechnungen ist es wichtig, dass die SGD-Nord-Experten genau wissen, wie das jeweilige Gewässer beschaffen ist. Da aus den Messdaten unter anderem Handlungsanweisungen für die Bevölkerung abgeleitet werden, können Veränderungen des Gewässerbetts zu Fehlberechnungen und damit zur Unterschätzung des Gefahrenpotenzials führen. Daher weise ich darauf hin, dass nach der Wiederherstellung des ursprünglichen Gewässerzustands im Bereich der Pegelmessstrecken keinerlei Arbeiten durchgeführt werden dürfen, die eine erneute Veränderung des Gewässers verursachen“, so SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis.

Um die Flora und Fauna des Gewässers so wenig wie möglich zu belasten, entschied man sich im Vorfeld, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Zunächst wurde festgelegt, dass die Eingriffe in das Gewässer nur in zwingend für die Messungen erforderlichen Bereichen erfolgen. Zudem wird das geräumte Material nach Möglichkeit unterhalb der Messstrecken gleichmäßig im Gewässerbett verteilt oder im Bereich der Böschungen eingebaut. Dieses Vorgehen ist gewässerökologisch sinnvoll, da der umgelagerte Kies ein sehr wichtiger Bestandteil des Lebensraums aller fließgewässertypischen Arten – zum Beispiel Würmer, Schwämme, Krebse, Insektenlarven und Fische – ist. Fischarten, die bei Gefahr nicht flüchten, sondern ein Versteck aufsuchen, werden vor Beginn der Bauarbeiten durch die SGD Nord in sichere Gewässerabschnitte umgesiedelt.

Die Aufträge zur Räumung der Anlandungen wurden bereits durch die SGD Nord an eine Baufirma vergeben. Das gesamte Auftragsvolumen beläuft sich auf etwa 25.000 Euro. Die Räumungsarbeiten können beginnen, sobald die Wasserstände im Verlauf des Frühlings sinken. Derzeit rechnet die SGD Nord mit einer Abwicklung zwischen April und Mai 2022.

Im Anschluss an die Räumungsarbeiten erfolgt eine Vermessung der Gewässerquerschnitte im Umfeld der Pegel an Ahr, Sahrbach und Prüm. Diese Vermessungen dienen als Grundlage für hydraulische Berechnungen von Wasserstand-Durchfluss-Beziehungen mittels zweidimensionaler Modelle, die besonders an den vom Hochwasser betroffenen Pegeln durchgeführt werden sollen.

Sobald die Räumungs- und Vermessungsarbeiten abgeschlossen sind, können sich Interessierte die neu aufgezeichneten Wasserstände der Gewässer über das Wasserportal Rheinland-Pfalz , die Internetseite des Hochwassermeldedienstes sowie die kostenfreie App „Meine Pegel“ ansehen.

Pressemitteilung

SGD Nord

Im Bereich des Pegels Müsch 2 haben sich in Folge des Hochwassers im Sommer 2021 Auflandungen gebildet, die nun geräumt werden müssen, um den Wasserstand und die Wasserstand-Durchfluss-Beziehungen mithilfe der neuen Pegelanlage ermitteln zu können. Foto: SGD Nord

Im Bereich des Pegels Müsch 2 haben sich in Folge des Hochwassers im Sommer 2021 Auflandungen gebildet, die nun geräumt werden müssen, um den Wasserstand und die Wasserstand-Durchfluss-Beziehungen mithilfe der neuen Pegelanlage ermitteln zu können. Foto: SGD Nord

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