Neue Kindertagesstätte für Heimerzheim
Aus Kinderkursen wird eine Kita
Umbauarbeiten im Alten Kloster fast abgeschlossen – Bezugstermin 11. August
Swisttal-Heimerzheim. Noch geht es durch eine Baustelle. Die kleinen Stühlchen und Tische sind sorgfältig mit Planen abgedeckt, ebenso die Regale mit Spielen und Spielsachen. Auf den Fluren werden gerade die Kästen mit den Sicherungen für die Stromversorgung auf den neuesten technischen Stand gebracht, in den Sanitärräumen sollen die Waschbecken angehängt werden, natürlich in der richtigen Höhe für die Kinder. Schon am 11. August soll der Kitabetrieb starten. Über diese Aktivitäten wird leicht vergessen, dass nun in Heimerzheim eine Ära zu Ende geht. Bis in das Jahr 1971 reichen die Anfänge der Kinderkurse zurück.
Generationen junger Eltern haben die Vorschulerziehung ihrer Kinder an drei bis fünf Vormittagen in Gruppen von maximal 14 Kindern den Betreuerinnen in den Kinderkursen anvertraut. Finanziert wurden die Kinderkurse aus den Elternbeiträgen und Zuschüssen der Gemeinde, die auch die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte.
Da diese freiwillige Leistung der Gemeinde nicht mehr möglich ist, musste eine andere Lösung gefunden werden. Zudem hatte das für Swisttal zuständige Jugendamt des Rhein-Sieg-Kreises für Heimerzheim einen erhöhten Betreuungsbedarf ermittelt. So bot die Elterninitiative an, nach der Umwandlung der Kinderkurse zu einer Kindertagesstätte nach dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz) weiterhin die Trägerschaft zu übernehmen. „Bis zu 45 Kinder, davon sechs unter drei Jahren, werden dann in zwei Gruppen von vier Erzieherinnen und einer Ergänzungskraft betreut“, erläutert die stellvertretende Leiterin Astrid Westermann. Mit der Umwandlung in eine Kindertagesstätte verändert sich auch die Finanzierung. Zu 96 Prozent wird die Kita nun durch das Kreisjugendamt gefördert, den Eigenanteil für die Betriebskosten von vier Prozent übernimmt wie in allen übrigen Einrichtungen die Gemeinde.
Umbau kostet 120.000 Euro
Um die vom Gesetzgeber geforderten Bedingungen für den Betrieb einer Kita zu erfüllen, sind die baulichen Veränderungen in den Räumlichkeiten und den Außenanlagen erforderlich. „Wir hatten hier den Spagat zwischen alt und neu zu meistern, also die Anforderungen des Denkmalschutzes für das ehemalige Kloster zu berücksichtigen, aber auch eine der heutigen Zeit entsprechende moderne und funktionsfähige Kindertagesstätte zu schaffen“, erläutert Architekt Tobias Kriele vom Bornheimer Architekten – und Ingenieurbüro Convavis. Die Elektrik, der Brandschutz, die Sanitäreinrichtungen sowie die Flucht- und Rettungswege müssen dem aktuellen technischen Stand entsprechen. „Ein Teil der Arbeiten war ohnehin dringend notwendig“, erläutert die Beigeordnete Petra Kalkbrenner. Eingebaut wurden zusätzliche Toiletten sowie ein Wickel- und Duschraum. Die Treppen - die Tagesstätte geht über drei Ebenen – wurden mit Verkleidungen gesichert und Handläufe angebracht. Die Aufenthalts- und Außenspielflächen werden mit einem zusätzlichen Zaun gesichert, um die Forderung des LVR nach einer abgeschlossenen Außenspielfläche zu erfüllen.
Betreuung von 25 bis 35 Stunden
„Es ist eine erfolgreiche Verbesserung des Angebots, dass Eltern ihre Kinder nun zwischen 25 und bis zu 35 Stunden in der Woche in der Kita betreuen lassen können“, ist Petra Kalkbrenner mit der Entwicklung in Heimerzheim zufrieden.
„Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit mit den Kinderkursen, dem Jugendamt des Rhein-Sieg-Kreises und dem Landschaftsverband Rheinland.“ Die Unterbringung der Kita in den Räumlichkeiten des Alten Klosters ist für etwa eineinhalb bis zwei Jahre vorgesehen. Parallel wird als Lösung für den in Heimerzheim bestehenden Bedarf an Kita-Plätzen der Neubau einer Kindertagesstätte im Bereich Kölner Straße/Kammerfeld angestrebt, in dem später drei Kindergruppen untergebracht werden können.
Hier werden die Sicherungskästen erneuert.
