Allgemeine Berichte | 29.01.2026, 10:20 Uhr

„Unterstützung von Kindern psychisch und suchterkrankter Eltern muss dauerhaft weiterentwickelt werden“

Aus Pilotprojekt wird Daueraufgabe im Kreisjugendamt Neuwied

Über 90 Fachkräfte waren beim 3. KipsE-Treffen im vergangenen Jahr in Neustadt/Wied zum Austausch zusammengekommen. Von links nach rechts: Landrat Achim Hallerbach, Elisabeth Schmutz (ism gGmbH Mainz), Projektkoordinatorin KipsE Laura Rockenfeller sowie der zu diesem Zeitpunkt noch stellvertretende Leiter des Kreisjugendamtes, Uwe Kukla.  Foto: Martin Boden / Kreisverwaltung Neuwied

Kreis Neuwied. Was als Pilotprojekt begann, setzt sich als Erfolgsgeschichte fort: Das Modellprojekt „Kommunales Gesamtkonzept zur Verbesserung der Unterstützung von Kindern psychisch und suchterkrankter Eltern (KipsE)“ wird im Kreisjugendamt Neuwied in eine unbefristete Stelle umgewandelt.

Das Kreisjugendamt Neuwied hat sich im Jahr 2023 als eine von drei Pilotkommunen in Rheinland-Pfalz an dem Modellprojekt „Kommunales Gesamtkonzept zur Verbesserung der Unterstützung von Kindern psychisch und suchterkrankter Eltern (KipsE)“ beteiligt. Ziel des Projekts war es, die Situation von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, die mit psychisch erkrankten oder suchtbelasteten Eltern aufwachsen.

„Während der gesamten dreijährigen Laufzeit wurde das Projekt von meiner Kreisjugendamts-Kollegin Laura Rockenfeller unter fachlicher Begleitung durch das Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz e. V. koordiniert. Auf Grundlage einer umfassenden Bedarfsanalyse konnten passgenaue Unterstützungsangebote für betroffene Kinder und Jugendliche entwickelt und erfolgreich umgesetzt werden – von Angeboten für Vorschulkinder bis hin zu Maßnahmen für Jugendliche“, lobt Landrat Achim Hallerbach das Engagement von Laura Rockenfeller und des Mainzer Forschungsinstituts.

Zentraler Bestandteil des Projekts waren die alljährlichen KipsE-Netzwerktreffen, die von bis zu 90 Fachkräften aus den Bereichen Sozialpädagogik, Medizin und angrenzenden Arbeitsfeldern genutzt wurden, um sich fachlich auszutauschen, Bedarfe zu diskutieren und Erfahrungen aus der Praxis zu teilen.

„Wenn wir die aktuellen bundesweiten Zahlen auf den Landkreis Neuwied übertragen, sprechen wir von rund 7.000 Kindern und Jugendlichen, die hier mit mindestens einem psychisch erkrankten oder suchtbelasteten Elternteil aufwachsen.

Diese Kinder brauchen eine Stimme – sie müssen gesehen und gezielt unterstützt werden“, betont Projektkoordinatorin Laura Rockenfeller, die das Thema kontinuierlich auch in die Öffentlichkeit getragen hat.

Neben den direkten Angeboten für die betroffenen Kinder und Jugendlichen wurden im Rahmen von KipsE auch Fortbildungs- und Sensibilisierungsangebote für Fachkräfte etabliert. Diese Foren unterstützen die gemeinsamen Anstrengungen, Belastungen frühzeitig zu erkennen und angemessen auf die besonderen Bedürfnisse der jungen Menschen zu reagieren.

Offiziell endete das befristete Pilotprojekt zum 31. Dezember 2025. Für Landrat Achim Hallerbach stand jedoch frühzeitig fest, dass die aufgebauten Strukturen und Angebote nicht auslaufen dürfen: „Die Unterstützung für diese besonders vulnerable Zielgruppe muss dauerhaft gesichert und weiterentwickelt werden. Deshalb haben wir entschieden, im Kreisjugendamt Neuwied eine unbefristete Personalstelle mit dem Themenschwerpunkt KipsE zu schaffen – eine der ersten ihrer Art in Rheinland-Pfalz. Wir freuen uns sehr, dass Laura Rockenfeller diese verantwortungsvolle Koordinierungsaufgabe weiterhin übernehmen wird.“

Eine Übersicht der einzelnen Hilfsangebote im Landkreis Neuwied enthält der digitale Beratungsführer für Kinder, Jugend und Familie unter www.beratung-neuwied.de.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Neuwied

Über 90 Fachkräfte waren beim 3. KipsE-Treffen im vergangenen Jahr in Neustadt/Wied zum Austausch zusammengekommen. Von links nach rechts: Landrat Achim Hallerbach, Elisabeth Schmutz (ism gGmbH Mainz), Projektkoordinatorin KipsE Laura Rockenfeller sowie der zu diesem Zeitpunkt noch stellvertretende Leiter des Kreisjugendamtes, Uwe Kukla. Foto: Martin Boden / Kreisverwaltung Neuwied

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