Allgemeine Berichte | 11.10.2016

150 Jahre Schleswig-holsteinisches Fußartillerie-Regiment Nr. 9

Aus dem Norden an den Rhein

Erinnerungen an ein preußisches Regiment der Garnison Koblenz

Aus dem Norden an den Rhein

Koblenz. Vor 150 Jahre wurde eines der preußischen Regimenter der Garnison Koblenz gestiftet. Ab dem 27. September 1866 bestand das Schleswig-holsteinische Fußartillerie-Regiment Nr. 9, das ab 1893 in Köln und Ehrenbreitstein lag. Die Historische Darstellungsgruppe Preußisches Fußartillerie-Regiment Nr. 9 erinnerte bei einer Feier mit Mitgliedern und Freunden daran. Sie trafen sich auf der Feste Ehrenbreitstein in der Oberen Terrassenbatterie, deren Obergeschoss bis 1918 die Unteroffiziers-Speiseanstalt des Regimentes war. Bald nach dem Deutschen Krieg von 1866 entstand im heute dänischen Sonderburg die Festungsartillerie-Abteilung in den Elbherzogtümern. Damals waren die schnell bewegliche Feldartillerie und die schwere Fußartillerie als Festungsartillerie noch eng miteinander verbunden. Erst 1874 wurden sie getrennt. Die in „Schleswigsches Fußartillerie-Bataillon Nr. 9“ umbenannte Einheit lag nun in Bremerhaven, Cuxhaven und Lehe, ehe sie 1893 unter ihrem letzten Namen ins Rheinland ging, das I. Bataillon nach Köln und das neue II. Bataillon samt Regimentsstab nach Ehrenbreitstein.

Der Elling diente als Übungsplatz

Die „Fuß9er“, wie man das Regiment auch nannte, hatten ihre Unterkünfte bis 1918 auf dem Ober-Ehrenbreitstein und im Fort Rheineck. Der nahegelegene Elling war ihr Übungsplatz. Sie konnten ihre Festungs- und Belagerungsgeschütze zwar nicht in Koblenz abfeuern, aber bei Übungen richteten sie ihre Kanonen und Haubitzen schon einmal mithilfe der Kirchtürme von Rübenach und Arenberg.

1896/97 kommandierte der spätere General der Artillerie Gustav Adolf von Deines (1852-1914) das Regiment. Er ist einer der Namensgeber der Lahnsteiner Kaserne, die früher Artilleristen der Bundeswehr aufnahm.

Im Ersten Weltkrieg war das Regiment an West- und Ostfront im Einsatz. Schon am 5. August 1914 eröffneten seine Geschütze bei Lüttich das Feuer. Es sollen die ersten Schüsse der deutschen schweren Artillerie in diesem Krieg gewesen sein. I. und II. Bataillon waren ab dem 21. Februar 1916 auch an der Schlacht von Verdun beteiligt. Die beiden Bataillone marschierten nach dem Waffenstillstand am 11. November 1918 auf dem Weg zur Demobilmachung noch einmal durch Koblenz und Ehrenbreitstein, am 29. November und 3. Dezember 1918. 1920 wurde das Regiment aufgelöst.

Gedenken an die Gefallenen des Regiments

Im Rahmen der Feier gedachte die Darstellungsgruppe auch der Gefallenen des Regiments. Wie eine Tafel auf dem Koblenzer Hauptfriedhof ausweist, fielen in dem Regiment 78 Offiziere, 184 Unteroffiziere und 1.184 Mannschaften. Die Historische Darstellungsgruppe erinnert jedes Jahr bei Veranstaltungen zur Geschichtsdarstellung an den Alltag der Soldaten im Fußartillerie-Regiment Nr. 9 um das Jahr 1905, in der Feste Ehrenbreitstein ebenso wie bei auswärtigen Veranstaltungen, so zuletzt bei der Darstellung eines Manövers im Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz.

Presse-mitteilung

Manfred Böckling

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