Bildungslandschaft Neuwied
Aus drei mach vier
BBS Heinrich-Haus tritt Schulverbund bei
Neuwied. Die Bildungslandschaft Neuwied hat jetzt in ihrer turnusmäßigen Sitzung die Berufsbildende Schule (BBS) Heinrich-Haus in Heimbach-Weis als neues Mitglied aufgenommen. Damit kooperieren – in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendbüro Neuwied – nun vier unterschiedliche Schulen miteinander. Außer der BBS die Integrierte Gesamtschule Johanna Loewenherz (IGS), das Rhein-Wied-Gymnasium (RWG) und die Ludwig-Erhard-Schule (LES). BBS-Leiter Heinz Schüller: „Wir werden ein engagierter Partner sein, der mit dem zentralen Zukunftsthema Inklusion das Netzwerk bereichert.“ Gerlinde Zehschnetzler von der LES, Simone Walkenbach von der IGS und Patrick Ostermann vom RGW begrüßten unisono und mit Freude den Zuwachs: „Dieses Angebot vervollständigt unser Programm, das unsere Schülerinnen und Schüler zu kompetenten und engagierten Aktivbürgern ausbildet.“ Die 2011 ins Leben gerufene Bildungslandschaft Neuwied ist als erstes und einziges Netzwerk seiner Art in Rheinland-Pfalz einmalig. Sie fiel schon wiederholt durch ihre innovative Arbeit z. B. durch eine gemeinsame Präsentation am Landesdemokratietag in Mainz auf.
Was zeichnet die Bildungslandschaft aus?
Die seltene Kooperation zwischen den sehr unterschiedlichen Schulen und Schulformen bietet den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrerinnen und Lehrern in Neuwied enorme Chancen: Jede Schule der Bildungslandschaft Neuwied stellt ein Projekt zur Verfügung, das Schülerinnen und Schülern aller beteiligten Schulen offen steht: Die Moderatorenausbildung (Rhein-Wied-Gymnasium), ergänzt durch eine Mediationsausbildung (Ludwig-Erhard-Schule), das Klassensprecher-Training (IGS mit Jugendbüro Neuwied) und der praxisnahe Wirtschafts-Schnupperkurs „School goes Economy“ (Ludwig-Erhard-Schule) werden den Teilnehmern im „Neuwieder Bildungspass“ bescheinigt. Im nächsten Schuljahr 2017/18 wird nun ein Modul zum Thema „Inklusion“ an der BBS dieses Angebot zielgerichtet erweitern.
Die Öffnung der eigenen Schule und die Öffnung des Unterrichts für andere Schulen im Rahmen der Bildungslandschaft Neuwied bieten spannende Lernchancen und Gelegenheiten für ganz neue Erfahrungen „jenseits des Klassenraums“. Diese innovative Lernpartnerschaft fördert gezielt und bewusst das Lernen an neuen Lernorten und ermöglicht somit den Blick über den eigenen Tellerrand. Darüber hinaus werden die Schulen gleichzeitig zu Begegnungsstätten. Dies führt zur Erweiterung und Intensivierung der sozialen Kontakte zwischen Lehrerinnen und Lehrern und Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulformen, die sonst nie direkt miteinander in engeren Kontakt gekommen wären.
So können auch eventuell vorhandene Vorurteile abgebaut und Hemmschwellen leicht überwunden werden. Die teilnehmenden Jugendlichen lernen neue Perspektiven kennen und können ihre Sozial- und Kommunikationskompetenzen ausbauen. Mehr noch, in der gemeinsamen Arbeit entwickelt sich ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Wer die Schülerinnen und Schüler bei ihren gemeinsamen Auftritten erlebt, sieht, dass hier eine homogene Gruppe entstanden ist. Dalia Becker ist als jetzige LES-Schülerin sowie ehemalige RWG- und IGS-Schülerin ein besonders engagiertes Mitglied der Bildungslandschaft: „Die gemeinsamen Aktionen machen sehr viel Spaß. Als Schülerin, die alle bisherigen Schulen der Bildungslandschaft besuchte, kann ich sagen, dass es egal ist, woher du kommst, weil dich alle gleich aufnehmen“ Die beteiligten Lehrkräfte freuen sich über den synergetischen Effekt der Lernpartnerschaft und auch die Schülerschaft hat Grund zur Freude: Die spannenden Angebote der teilnehmenden Schulen erfreuen sich einer hohen Beliebtheit. So wächst seit Bestehen der Bildungslandschaft Neuwied die Zahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler von Jahr zu Jahr kontinuierlich.
Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit Schülerinnen und Schülern der Bildungslandschaft Neuwied.
