Naturschutzgebiet Kiesgrube Dünstekoven
Baggern für die Artenvielfalt
Große Fortschritte beim Projekt „Neue Dünstekovener Teiche“
Swisttal-Dünstekoven. In der vergangenen Woche fanden in der vom NABU Bonn betreuten stillgelegten Kiesgrube in Swisttal-Dünstekoven umfangreiche Baggerarbeiten statt. Auf einem rund 8000 m² großen Areal am westlichen Rand des Naturschutzgebietes wurden neue Teiche ausgehoben und großflächig Baumwurzeln entfernt.
Dieses kleine Feuchtgebiet bestand in den 1980er Jahren aus einer Reihe flacher Tümpel und Teiche, die durch den überwiegend lehmigen Untergrund mehr oder weniger ständig wasserführend waren und eine artenreiche Flora und Fauna beherbergen konnten. Durch die seither voranschreitende Sukzession vor allem durch Weiden und Pappeln sowie die langjährige Absenkung des Grundwasserspiegels durch den Braunkohle-Tagebau verlandete die Fläche trotz regelmäßiger Biotoppflegemaßnahmen mehr und mehr. Hinzu kommen in den letzten Jahren die Auswirkungen des Klimawandels mit trocken-heißen Sommermonaten. Selbst im Winter fehlten ergiebige Niederschläge, die die Defizite ausgleichen könnten.
Der zunehmenden Austrocknung dieser ökologisch wertvollen Übergangsfläche zwischen Offenland und Wald hat der NABU Bonn bereits in den letzten zwei Jahren durch umfangreiche Freistellungsmaßnahmen entgegengewirkt. Das dicht vor allem mit Weiden und Erlen bewachsene Areal ist nun wieder weitgehend frei von Gehölzen, und an einigen Stellen haben sich auch mittlerweile wieder temporär Wasser führende Tümpel und Sumpfflächen gebildet.
Diese „Wiedervernässung“ soll durch das aktuelle Projekt weiter fortgeführt werden. Die Maßnahme wird im Rahmen des von der EU geförderten „Europäischen Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes“ (ELER) sowie von der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises finanziert, wie Peter Meyer vom NABU Bonn berichtete. Durch die umfangreichen Baggerarbeiten sollen auf dem staunassen Untergrund wieder dauerhaft ausgedehnte Teiche und Binsenstandorte entstehen. Der Bagger formt eine Teichlandschaft von insgesamt 1.500 m² und befreit das gesamte Areal von großen Baumwurzeln, damit die Bäume nicht wieder ausschlagen und dem Boden Wasser entziehen können.
Von der Wiederherstellung der „Dünstekovener Teiche“ profitieren zahlreiche Bewohner solcher Feuchtgebiete wie z.B. zahlreiche zum Teil auf der Roten Liste stehende Libellenarten wie die Glänzende Binsenjungfer, Kleine Binsenjungfer und Weidenjungfer. Auch für die bereits im Gebiet vorkommenden Amphibienarten wie Gras- und Springfrosch, Berg- und Kammmolch sowie der im angrenzenden Wald lebende Feuersalamander finden hier ideale Standortbedingungen. Darüber hinaus finden seltene Wasservögel hier ein ideales Rückzugsgebiet, z.B. Waldwasserläufer und Waldschnepfe u.a. Für alle Bewohner solcher Feuchtgebiete wird das Areal ein wertvoller Trittstein für den großflächigen Biotopverbund bedeuten, da durch den allgemeinen Wasserverlust und den allgemeinen Flächenverlust durch die intensive Landwirtschaft und Bebauung in der Region solche funktionierenden Feuchtgebiete immer seltener werden.
Pressemitteilung
NABU Bonn
