Allgemeine Berichte | 15.05.2023

Stationäres Hospiz im Ahrtal stellt Fotographien von Bäumen mit Versen von Hermann Hesse aus

Baum-Bilder bringen die Natur ins Hospiz

Aufnahmen von Hobbyfotografen und fotografische „Begegnungen“ von Pieter Jos van Limbergen

Die Ausstellung verstärkt die Wirkung der Bilder durch Texte von Hesse.  Foto: Hospiz-Verein Rhein-Ahr

Bad Neuenahr. Die Natur spielt in der Hospizarbeit eine ganz große Rolle. Nicht umsonst sind alle Gästezimmer im stationären Hospiz im Ahrtal mit einem Balkon ausgestattet oder haben Zugang zu einem kleinen Garten. Wer von drinnen nach draußen schaut, blickt immer ins Grüne. Dank einer Ausstellung ist die Natur nun sogar ins Gebäude hinein- und somit ganz dicht an die Gäste herangerückt. Das Hospiz im Ahrtal freut sich, Fotografien zeigen zu können, die Bäume in all ihrer Pracht und Schönheit zeigen. Zu sehen sind zum einen Bilder des Fotografen Pieter Jos van Limbergen, der seit 14 Jahren im Kreis Ahrweiler lebt, zum anderen Aufnahmen von Hobbyfotografen, die 2019 und 2020 für den Fotowettbewerb „Bad Neuenahrer Alleen“ des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) eingereicht wurden. „Es sind tolle Bilder von unseren Alleen vor der Flut“, so Ulrike Dobrowolny, Vorsitzende des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr, bei der Vernissage am Donnerstagabend. Mit etwas Abstand zu der Hochwasserkatastrophe sei es jetzt genau der richtige Zeitpunkt, „sich anzuschauen, was sie fotografiert haben“.

Viele der Fotos sind durch die Flutkatastrophe geradezu historisch geworden, zeigen sie doch Eindrücke von den prächtigen Allen entlang der Ahr, die es heute so nicht mehr gibt. 2019 hatte der BUND dazu aufgerufen, Bad Neuenahrer Alleen zu allen Jahreszeiten für den Wettbewerb zu fotografieren. Ein Auslöser war, dass alter Baumbestand im Vorfeld der Landesgartenschau gefällt werden sollte. Hinter der Idee zu dem Foto-Wettbewerb steckte die Überlegung, „dass man Bäume anders sieht, wenn man durch die Kamera blickt, als wenn man nur an ihnen vorbei läuft, und so vielleicht auch eine andere Wertschätzung entwickelt“, erläutert BUND-Mitglied Andreas Oswald. Er hatte den Fotowettbewerb gemeinsam mit Charlotte Faber-Emeling initiiert und vorangetrieben. Insgesamt wurden 450 Fotos eingereicht. Im Hospiz ist eine Art „Best of“ mit insgesamt 35 Bildern zu sehen.

„Unsere Alleen haben zu jeder Jahreszeit etwas“, betont Oswald. Daran lassen die Bilder keine Zweifel: In Schnee und Eis erstarrte Winterlandschaften, zartes Grün im Frühjahr, das dichte Blätterkleid im Sommer und die leuchtenden Farben des Herbstes, all das haben die Fotografen mit ihren Kameras eingefangen - so schön, dass man sich als Betrachter am liebsten in die Bilder hineinwünschen würde. Doch die Flut hat Wunden geschlagen: Zwar haben einige alte Bäume den Wassermassen getrotzt, viele sind aber auch mitgerissen oder beschädigt worden. „Aber es sind Wunden, die heilen werden“, sagt Oswald mit Blick auf die Neupflanzungen, die bereits getätigt wurden.

Auch Fotograf van Limbergen kann sich der Faszination der Bäume nicht entziehen: „Sie sind tief verwurzelt mit der Erde, sie überdauern Generationen und halten sogar größten Katastrophen stand.“ Der alten Ahrtal-Eiche in Fuchshofen, der selbst die Flut nichts anhaben konnte, stattet er des Öftern einen Besuch ab, um mit der Hand über die dicke Borke zu streichen. Immer schon hat er leidenschaftlich gerne Bäume fotografiert; für das Bild von der mächtigen Bavaria-Eiche in einer Vollmondnacht, das ebenfalls in der Ausstellung angeschaut werden kann, schlug er sogar sein Nachtlager unter dem Baum auf. Sämtliche Fotos sind noch mit analoger Technik entstanden und entsprechend nicht digital „verschönert“ worden – worauf der Fotograf zurecht stolz ist.

Den 20 Bildern, die gezeigt werden, sind jeweils Gedichte von Hermann Hesse zur Seite gestellt. Seit van Limbergen nämlich 1992 beim Stöbern in einer Buchhandlung ein Exemplar der berühmten „Nürnberger Reise“ Hesses entdeckte, dokumentiert er Texte des Literaturnobelpreis-Trägers fotografisch. Unter anderem hat er mit seinen Aufnahmen Hesses Buch „Bäume: Betrachtungen und Gedichte“ illustriert. Die Remagener Galeristin Almuth Leib beeindruckt vor allem „die hohe Sensibilität der Wahrnehmung“, die sich in van Limbergens Aufnahmen widerspiegelt: „Es sind einfach wunderschöne Bilder, die die Texte von Hesse noch verstärken.“

Die Ausstellung „Bäume“ steht noch unbestimmte Zeit den Hospizgästen und -besuchern offen.

Pressemitteilung

Hospiz-Verein Rhein-Ahr

Die Ausstellung verstärkt die Wirkung der Bilder durch Texte von Hesse.  Foto: Hospiz-Verein Rhein-Ahr

Die Ausstellung verstärkt die Wirkung der Bilder durch Texte von Hesse. Foto: Hospiz-Verein Rhein-Ahr

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