Streuobstverein „Eifel/Ahr e.V.“ aktiv auf der Streuobstwiese in Leimbach-Adorferhof
Baumpaten schließen das Pflegejahr 2020 mit Baumschnitt ab
Leimbach. Eine Streuobstwiese? Baumgrube ausgehoben, Pfahl gesetzt, gepflanzt, Grube mit Erde wieder dazu, Bäumchen angebunden, noch ein bisschen die Zweige geschnitten, ein wenig Schutz vor Wildverbiss und dann wachsen die Bäumchen auf der Wiese! So sieht wahrscheinlich die Vorstellung von vielen Menschen aus, die sich mit einer Streuobstwiese nicht intensiv auseinanderzusetzen brauchen.
Die Baumpaten im Streuobstverein „Eifel/Ahr e.V.“ legten für 2020 auf der Streuobstwiese in Leimbach-Adorferhof letzte Hand an. Nach dem Pflanzen im späten Herbst 2019 kam mit dem Frühling das Pflanzenwachstum auf der Wiese und auch auf der Baumscheibe, der Fläche auf dem Boden um die Krone des Baumes. Sie musste regelmäßig vom konkurrierenden Pflanzenbewuchs mit Hacke und Schuffel von Hand freigehalten werden! Die Wiesenfläche wurde nach der Aussamung der ortstypischen Pflanzen zwei Mal gemäht und das Mahdgut abgefahren, damit die Wiese nicht gedüngt wird. Auf dieser Fläche soll der natürliche Bewuchs in der Talaue und am Hang weiterhin wachsen. Alternativ und ergänzend fand die die Beweidung mit Schafen eines Baumpaten statt, leichte Düngung wird in Kauf genommen. Die inzwischen trockenen Sommer erfordern eine intensive, zuverlässig Bewässerung durch die Baumpaten, um die Bäumchen vor dem Absterben durch Trockenheit zu bewahren. Das Aufbringen von Kompost auf der Baumscheibe hat das Aufkommen von Konkurrenzpflanzen für Wasser und damit auch Bodennährstoffen weitgehend behindert. Die Gefahr von Wühlmäusen, die liebend gerne die neuen Baumwurzeln anfressen, wurde durch das Aufstellen von Ansitzen für Greifvögel zumindest etwas reduziert.
Christoph Vanberg aus Bad Breisig ist engagierter Baumpfleger und hat jetzt den ersten Pflegeschnitt auf der Streuobstwiese in Leimbach-Adorferhof vorgenommen.
„Einen derartigen Zuwachs an den Bäumchen habe ich wegen der Sommertrockenheit nicht erwartet“, äußert er erstaunt und lobend zugleich für die Baumpaten, die intensiv die Bäumchen gewässert hatten.
Eine kleine Gruppe konnte nach vorheriger Anmeldung nach „Corona-Regeln“ an ihrem jeweiligen Patenbaum und allen anderen zusehen, zuhören und erleben, wie die Baumpflege vor sich geht, was sie für einen Sinn macht und was passiert, wenn sie nicht geschieht: Minderung des zu erwartenden Ertrages und frühzeitiges Vergreisen des Baumes!
Die Baumpaten brachten zudem Holunderstecklinge von einer angrenzenden Waldlichtung auf stark hängigen Flächen der Streuobstwiese ein. Ziel ist die Erhöhung der Artenvielfalt. „Die vielfältigen Formen und miteinander in Beziehung stehenden Lebensräume für Pflanzen und Tiere entscheiden über die Zukunft unserer naturnahen, kulturellen Umwelt, in der sich Mensch und Tier wohlfühlen“, wird Winfried Sander als Interims-Vorsitzender des Vereins nicht müde zu betonen.
Pressemitteilung
Streuobstverein „Eifel/Ahr e.V.“
Baumpfleger Christoph Vanberg nahm den Pflegeschnitt vor.
Die Holunderstecklinge warten nun auf den Frühling.
