Dirndl und Lederhosen bestimmten die Optik beim Oktoberfest Samstagabend – DJ lockte die Jugend Freitagnacht ins Festzelt
Bayern-Flair sorgte für Hochstimmung auf der „Grussmäschder Quetsche-Kärmes“
Großmaischeid. Bajuwarische Verhältnisse herrschten am Wochenende in Großmaischeid. Im Festzelt an der Luxemburger Straße dominierten Dirndl und Lederhosen die Optik der Besucher. Ganz zu schweigen von der Bühne, auf der „Geri, der Klostertaler“ aus dem österreichischen Vorarlberg in seiner Krachledernen die angesagtesten Hits der Volks- und Partymusik zelebrierte und das Publikum im mit über 400 Gästen gefüllten Festzelt zum Tanzen auf Tischen und Bänken animierte. Zum zweiten Mal wurde die Kirmes vom örtlichen Kirmesverein auf die Beine gestellt, zum zweiten Mal in Form eines Oktoberfests. Christopher und Ines Unger sagen: „Das vorige Jahr war so erfolgreich, dass wir eigentlich gar keine andere Wahl hatten, als noch mal das Oktoberfest auszurichten, auch mit demselben Künstler. Wir hatten das Glück, dass wir ihn noch mal für uns gewinnen konnten. Geri ist ein Publikumsmagnet. Am Freitagabend hatten wir zur Unterhaltung einen DJ verpflichtet. Da waren ungefähr genauso viele Leute im Zelt, aber insgesamt ein deutlich jüngeres Publikum. Darüber freuen wir uns besonders, dass wir mit der Kirmes ein breit gefächertes Altersspektrum ansprechen können. Das ist ein Fest für die Kinder, die Eltern und die Großeltern, hier wird für jeden etwas geboten.“
Auf dem Kirmesplatz standen Vergnügungsgeschäfte für Groß und Klein. Auch beim Oktoberfest am Samstagabend, wo es recht turbulent und laut zuging, waren, hat Ines Unger beobachtet, „Leute drin, die sind 70 bis 80 Jahre alt“. Dasselbe konnte man am Sonntag beobachten, wo die Besucher des Gottesdienstes in der benachbarten St. Bonifatius-Kirche auf dem kürzesten Weg vom Gotteshaus ins Festzelt marschierten. Dort wurden sie von den Klängen der „Alverländer Muzikanten“ empfangen, einer in Großmaischeid schon sehr bekannten Musikgruppe aus Afferden in Holland, die mit Melodien von Ernst Mosch, den Egerländern bis Bert Kaempfert und James Last für Stimmung sorgt. So geht es den ganzen Tag zu im Großmaischeider Festzelt, bis in den Abend hinein. Wer denkt, damit sei die Sache erledigt, der täuscht sich. Bereits um 7 Uhr am Montagmorgen werden die Großmaischeider lautstark wieder daran erinnert, dass Kirmes ist: Der Spielmannszug zieht musizierend durch die Straßen und erinnert an den erneuten Kirmesbesuch. Nachmittags marschieren die Musikanten mit dem Kirmespaar und dem Kirmesjahrgang ins Zelt ein. Dann erst geht es langsam auf den Kirmesausklang zu, der aber tatsächlich erst irgendwann in der Nacht von Montag auf Dienstag stattfindet. Sarah Kurz und Tobias Fritsch waren dieses Jahr das Kirmespaar, zum Jahrgang gehörten noch Niklas Koch (Mundschenk) sowie David Buhr, Anna Glaubitz, Lukas Bayer, Luke Hardt, Marie-Claire Enger, Isabel Müller, Philip Böhm und Laura Kurz.
Stolz ist der Kirmesverein auch darauf, dass er es noch schafft, das große Festzelt aus eigener Kraft aufzubauen, nur angeleitet von einem Fachmann, der für die notwendige Sicherheit sorgt. Der Verein, zurzeit bestehend aus 60 Mitgliedern, hat eine enorme Anziehungskraft in Großmaischeid. Ines Unger: „Man sieht, dass viele Zugezogene sich bemühen, sehr schnell Mitglied zu werden, um Anschluss an die Gemeinschaft im Dorf zu bekommen. Es gibt auch viele Familienmitgliedschaften, wo sämtliche Familienmitglieder gemeinsam in den Verein gehen.“ Die Ungers sind ein Beispiel dafür, denn auch ihre beiden Kinder Line (8) und Malte (5) sind schon offizielle Mitglieder des Großmaischeider Kirmesvereins. Und wie auch die anderen Vereinsmitglieder in ihrem Alter helfen sie schon bei den Vorbereitungen oder nach den Festabenden beim Aufräumen der Halle und des Kirmesgeländes. Mit Stolz tragen sie dabei auch ihre eigenen Vereins-T-Shirts. Aber natürlich helfen nicht nur die Vereinsmitglieder und ihre Kinder beim Ausrichten der Kirmes. In diesem Jahr hat sich die Karnevals-Prinzengarde und der Elferrat für den Ausschank verpflichtet. Am Sonntag half der Kirmesverein Urbach beim Bedienen der Gäste. Das beruht auf einem bereits länger gepflegten Austausch, bei dem sich die Vereine der beiden Orte gegenseitig bei ihren Festen unterstützen. Ines Unger: „Dadurch sind wir in der komfortablen Lage, dass wir aus dem Kirmesverein auch mal selbst feiern können!“
Weil sie von örtlichen und befreundeten Vereinen gut unterstützt wurden, hatten die Mitglieder des Kirmesvereins die Möglichkeit, auch selbst ausgelassen zu feiern.
„Geri, der Klostertaler“ hat eine große Fangemeinde in Großmaischeid. Der Kirmesverein war froh, ihn zum bereits zweiten Mal engagieren zu können.
