Allgemeine Berichte | 21.07.2017, 15:12 Uhr

Neues Rathaus lockte Starpianisten Romayne Wheeler in die Pellenz

Benefizkonzert zugunsten der Tarahumara-Indianer

Hohe Spendensumme für den mexikanischen Stamm wurde eingespielt

Standing Ovations im kleinen Konzertsaal des pompösen neuen Rathauses der Verbandsgemeinde Pellenz.privat

Plaidt. Kürzlich gastierte Romayne Wheeler, der amerikanische Starpianist, auf seiner Europatournee im neuen Rathaus der Verbandsgemeinde Pellenz in Plaidt. Romayne Wheeler wurde 1942 in Kalifornien geboren. Bereits seine Kindheit war durch Musik geprägt, sodass es nicht verwundert, dass er das Notenlesen vor den Buchstaben beherrschte. Später studierte er an der Musikhochschule und am Konservatorium in Wien Komposition und ließ sich am Mozarteum in Salzburg zum Konzertpianisten ausbilden.

Von Kalifornien bis Wien und zurück

Zurück in den USA stieß er bei seinen musikwissenschaftlichen Forschungen auf die Indios der Sierra Tarahumara, die in der Canyon-Landschaft im Westen Mexikos fernab der Zivilisation leben. 1992 entschloss sich Romayne Wheeler, dauerhaft bei den Tarahumara zu leben. Jedoch einige Monate im Jahr verlässt er seinem Wohnort mit mehr als 380 Indiofamilien und geht auf Konzertreise. Er spielt auf der ganzen Welt – überall da, wo Freunde ihm ein Konzert ermöglichen. Dies führte ihn auch in den beschaulichen Eifelort Plaidt.

Plaidt zeigte sich als guter Gastgeber

In der ersten Hälfte seines insgesamt eineinhalbstündigen Konzertes in Plaidt bezauberte Romayne Wheeler seine Zuhörer mit einer erlesenen Auswahl an klassischen Stücken von Frédéric Chopin. Nach der Pause präsentierte der studierte Konzertpianist seinem begeisterten Publikum einige seiner eigenen Kompositionen, die stark von der Musik der Tarahumara inspiriert sind. Ein gelungenes Beispiel dafür ist seine Komposition „Variationen über „Jesusita en Chihuahua“, die auf ein altes Volkslied zurückgeht und normalerweise von den Ureinwohnern mit Geige und Gitarre gespielt wird. Aber auch die tiefgründigen und strahlenden Augen seiner kleinen fünfjährigen Nachbarin oder Blumen dienen als Inspiration für seine Klavierstücke.

An einigen ausgewählten Kompositionen seines „Gartens“, wie beispielsweise „Die strahlende Sonnenblume“, „Die verliebte Rose“ oder „Wasserlilien“ ließ er seine Zuhörer teilhaben, die den „Blütenzauber“ teilweise mit geschlossenen Augen genossen. Zurück in die Kindheit versetzt, wurde das Publikum mit dem darauffolgenden Stück, welches mit beeindruckender Klanggenauigkeit eine „Spieluhr“ nachstellte. Wie jedes Konzert, beendete Romayne Wheeler auch das Konzert in Plaidt mit dem Stück „Toccata „Aurora““, was der Morgendämmerung gewidmet ist.

Inspirierende Atmosphäre im neuen Rathaus

Er schätzt, wie er erzählt, die frühen Morgenstunden sehr, in denen er vorwiegend komponiert und seine Stücke einübt. Mit den Spenden aus seinen Konzerten fördert Romayne Wheeler die schulische Bildung der jungen Indios und sichert ihnen damit eine langfristige Perspektive zum Bestreiten des eigenen Lebensunterhaltes. Ebenfalls liegt ihm die Sicherstellung der medizinischen Versorgung am Herzen. Auch die begeisterten Konzertbesucher in Plaidt berührte das Leben der Tarahumara sehr, unterstützen daher die Projekte gerne mit Spenden.

Standing Ovations im kleinen Konzertsaal des pompösen neuen Rathauses der Verbandsgemeinde Pellenz.Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // Motiv EDL
Messezeitung Rheinbacher Ausbildungsmesse
Messezeitung Rheinbacher Ausbildungsmesse
Ausbildungsmesse Rheinbach
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606  / Kampagne Rheinschiene, KW 30-51
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606   - Pellenzer Lehrstellenbörse 2026
Empfohlene Artikel
Die Ahr in Kreuzberg im Sommer 2026. Foto: ROB
544

Kreis Ahrweiler. Bundeskanzler Friedrich Merz hat schriftlich auf den gemeinsamen Brief der Landkreise Euskirchen, Vulkaneifel und Ahrweiler zur Finanzierung der Hochwasserrückhaltebecken aus Mitteln des Aufbauhilfefonds (siehe gemeinsame Pressemeldung vom 17. Juni 2026) geantwortet. In seinem Antwortschreiben werden verschiedene Gründe angeführt, aus denen die vom den Kreisen vorgeschlagene Verwendung der Mittel des Wiederaufbaufonds aus Sicht des Bundes nicht möglich sei.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Ramersbacher Straße in Ahrweiler.  Foto: ROB
1360

Im Bereich der Ramersbacher Straße wird gebaut:

Ahrweiler: Vollsperrung bis Sommer 2027

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die städtische Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) beginnt in der Ramersbacher Straße in Ahrweiler bald eine umfassende Kanalbaumaßnahme. Dabei werden der Regen- und Schmutzwasserkanal sowie Hausanschlüsse erneuert bzw. saniert.

Weiterlesen

Landrätin Cornelia Weigand. Foto: privat
1228

Verwunderung im Ahrtal über das Schreiben von Bundeskanzler Merz.

Rückhaltebecken-Finanzierung: Landrätin Weigand ist enttäuscht

Kreis Ahrweiler. Bundeskanzler Friedrich Merz hat schriftlich auf den gemeinsamen Brief der Landkreise Euskirchen, Vulkaneifel und Ahrweiler in Bezug auf die Finanzierung der Hochwasserrückhaltebecken aus dem Aufbauhilfefonds (siehe gemeinsame Pressemeldung vom 17. Juni 2026) geantwortet. Darin werden unterschiedliche Gründe angesprochen, warum aus Sicht des Bundes die seitens der Kreise vorgeschlagene Verwendung der Mittel nicht möglich sei.

Weiterlesen

Die Flut hat 2021 in weiten Teilen des Ahrtals erhebliche Schäden verursacht.
2180

Hochwasserschutz falle in die Zuständigkeit der Länder

Neue Rückhaltebecken im Ahrtal dürfen nicht durch den Aufbaufond finanziert werden

Kreis Ahrweiler. Mithilfe des Aufbaufonds wollte die Landrätin des Kreises Ahrweiler, Conelia Weigand (parteilos) den Bau neuer Rückhaltebecken im Ahrtal finanzieren. Dafür hatte sie sich gemeinsam mit zwei weiteren Landkreisen stark gemacht. Nun erhielt sie die Absage der Bundesregierung für ihr Vorhaben, wie SWR und Rhein-Zeitung berichten. Das Sondervermögen sei für den Wiederaufbau gedacht.

Weiterlesen