Allgemeine Berichte | 23.05.2018

Kloster Ebernach - Neues Angebot

Betreutes Wohnen in Gastfamilien

Cochem. Für erwachsene Menschen mit einer geistigen oder seelischen Beeinträchtigung bietet Kloster Ebernach seit Kurzem das Betreute Wohnen in Gastfamilien (BWF) an. Darunter versteht man eine Betreuungs- und Wohnform für erwachsene Menschen, die (noch) nicht oder nur teilweise selbstständig leben können und daher Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags benötigen.

Für diese Betreuungsform werden Familien gesucht, die offen sind für den Umgang mit Menschen mit Behinderung oder einer geistigen Beeinträchtigung und bereit sind, einen Menschen mit Unterstützungsbedarf in ihrer Familie aufzunehmen und zu betreuen. Das BWF bietet für die Gastfamilie die Möglichkeit einer interessanten und verantwortungsvollen Tätigkeit von zu Hause aus.

Die Gastfamilie gewährt ihrem Gast mittelfristig eine neue Lebensperspektive und unterstützt ihn im Alltag. Ein qualifiziertes Fachteam aus Kloster Ebernach begleitet und berät die Familien und den Klienten bei allen möglichen Fragen des Zusammenlebens. Im Rahmen von regelmäßigen Hausbesuchen werden alle Themen, Schwierigkeiten und Perspektiven gemeinsam und/ oder individuell besprochen.

Seit Dezember betreut Silvia Flohe, Heilpädagogin aus Kloster Ebernach einen ersten Fall in der Eifel im Landkreis Cochem-Zell. Der junge Mann hatte bereits nach längerer Zeit den Wunsch geäußert, in einer Familie zu leben. Dieses Bestreben konnte mit dem BWF nun realisiert werden. In seiner neuen Familie fühlt er sich wohl und ist in dem letzten halben Jahr zu einem festen Familienmitglied geworden. Er beteiligt sich am Gemeinwesen und ist beispielsweise in der Freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde aktiv. Auch profitiert er von den Sozialkontakten der Familie. Das BWF-Fachteam von Kloster Ebernach betreut und berät die Familie im Rahmen von regelmäßigen Hausbesuchen. Geregelt ist das BWF in der Leistungs-, Prüfungs- und Vergütungsvereinbarung zwischen Kloster Ebernach und dem Landkreis Cochem-Zell. Ab dem Spätsommer werden voraussichtlich zwei weitere Gastfamilien hinzukommen.

Keine fachliche Ausbildung erforderlich

Gastfamilien können Familien, Paare oder Einzelpersonen sein. Sie müssen keine fachliche Ausbildung haben, sondern bereit und in der Lage sein, den neuen Mitbewohner/ Mitbewohnerin ins Familienleben einzubeziehen. Die nötige Betreuung muss gewährleistet sein und geeigneter Wohnraum zur Verfügung stehen. Damit der Gast und die Familie zueinander passen, gibt es vorab Gespräche, Treffen und schließlich ein Probewohnen.

Die Gastfamilie erhält für die Betreuung ein monatliches Betreuungsgeld. Darüber hinaus beteiligt sich der Gast an den Kosten des Lebensunterhalts in der Gastfamilie und zahlt anteilige Kosten der Unterkunft. Der Gast nimmt am gesamten Familienleben teil und kann darüber hinaus auch am Gemeinwesen mit seinen verschiedenen Möglichkeiten der Begegnung teilhaben. So erfahren die Menschen mit Behinderung Normalität im Alltag. Diese Wohnform bietet für den Klienten einen überschaubaren Rahmen mit kontinuierlicher Beziehung und Betreuung. Sie erleichtert ihm die Teilhabe an der Gesellschaft und schafft für ihn mehr Lebensqualität. Die Einbindung in diesem sozialen Netzwerk gibt dem Klienten Anerkennung, Halt und Sicherheit.

Weitere Informationen zu dem neuen Angebot: Silvia Flohe (Heilpädagogin), Kloster Ebernach, Bruder-Maximilian-Straße 1, 56812 Cochem, Tel. (0 26 71) 6 00 82 24, email: silvia.flohe@klosterebernach.de.

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