Allgemeine Berichte | 18.09.2026, 08:23 Uhr

BLICK aktuell sprach mit Marktmeister Lars Rittgen über die Vorbereitungen zum Michelsmarkt und über die Wochenmärkte in Andernach

„Bevor der Michelsmarkt beginnt, ist die Arbeit längst in vollem Gange“

Marktmeister Lars Rittgen hat die Pläne für den Michelsmarkt und den Wochenmarkt stets im BlickFotos: WAMFO.DE

Andernach. Der Michelsmarkt gehört zu Andernach wie die Stadtmauer, der Geysir und der Rhein. Wenn sich im Herbst die Innenstadt mit Fahrgeschäften, Buden, Händlern und zahlreichen Besuchern füllt, wirkt vieles selbstverständlich. Doch bevor sich die ersten Karussells drehen und die Marktstände öffnen, steckt bereits eine Menge Arbeit dahinter.

Einer, der dabei im dritten Jahr viele Fäden in der Hand hält, ist Marktmeister Lars Rittgen. Er kümmert sich um die Organisation und Vorbereitung des Marktes und sorgt dafür, dass aus vielen einzelnen Bausteinen am Ende eine funktionierende Großveranstaltung wird.

BLICK aktuell: Herr Rittgen, wenn die Besucher zum Michelsmarkt kommen, sehen sie vor allem das fertige Ergebnis. Wann beginnt für Sie eigentlich die Arbeit?

Lars Rittgen: Die Arbeit beginnt deutlich früher, als viele vermuten. Ein Markt dieser Größenordnung lässt sich nicht innerhalb weniger Tage vorbereiten. Bereits lange vor dem eigentlichen Veranstaltungstermin laufen die Planungen. Es geht um die Platzaufteilung, die Händler und Schausteller, die Infrastruktur und natürlich auch um viele organisatorische Details, die im Hintergrund geklärt werden müssen.

BLICK aktuell: Was gehört konkret zu Ihren Aufgaben?

Lars Rittgen: Im Grunde muss man das große Ganze im Blick behalten. Wo wird welcher Stand aufgebaut? Welche Flächen werden für Fahrgeschäfte benötigt? Wie können Händler, Schausteller, Besucher und Anwohner miteinander in Einklang gebracht werden? Dazu kommen Zufahrten, Rettungswege, Stromversorgung, Wasser, Abfallentsorgung und viele weitere Punkte.

Ein Markt ist letztlich ein großes Puzzle. Alle Teile müssen an der richtigen Stelle liegen, damit es am Ende funktioniert.

BLICK aktuell: Gerade beim Michelsmarkt dürfte die Platzplanung eine besondere Herausforderung sein.

Lars Rittgen: Absolut. Der Michelsmarkt findet mitten in der Stadt statt. Dadurch haben wir natürlich besondere Rahmenbedingungen. Wir müssen die vorhandenen Flächen optimal nutzen und gleichzeitig darauf achten, dass Wege frei bleiben und Sicherheitsvorgaben eingehalten werden.

Dazu kommt, dass sich die Stadt während des Michelsmarktes für einige Tage deutlich verändert. Bereiche, die normalerweise dem Straßenverkehr oder dem täglichen Leben dienen, werden plötzlich Teil eines großen Festes. Das muss entsprechend vorbereitet und koordiniert werden.

BLICK aktuell: Was passiert in den Tagen unmittelbar vor dem Michelsmarkt?

Lars Rittgen: Dann wird es richtig intensiv. Die Aufbauarbeiten beginnen, die einzelnen Bereiche werden eingerichtet und die ersten Schausteller und Händler treffen ein. Wir kontrollieren, ob alles so umgesetzt wird, wie es geplant wurde, und reagieren natürlich auch auf Dinge, die sich vor Ort anders entwickeln als auf dem Papier. Neu für uns ist in diesem Jahr zum Beispiel die Bestückung der Poststraße mit weiteren Händlern.

Gerade in dieser Phase ist viel Kommunikation notwendig. Man ist ständig unterwegs, spricht mit den Beteiligten und versucht, auftretende Probleme möglichst schnell zu lösen.

BLICK aktuell: Gibt es bei einem so großen Markt überhaupt so etwas wie Routine?

Lars Rittgen: Es gibt natürlich Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. Trotzdem ist kein Michelsmarkt exakt wie der andere. Jeder Aufbau bringt neue Situationen mit sich. Wetter, Baustellen, Verkehrsbedingungen oder besondere Anforderungen können die Planung beeinflussen. Man muss deshalb gut vorbereitet sein, aber gleichzeitig flexibel bleiben.

BLICK aktuell: Was macht für Sie persönlich den Reiz dieser Aufgabe aus?

Lars Rittgen: Es ist schön, wenn man am Ende sieht, dass alles funktioniert. Wenn die Menschen durch die Stadt gehen, die Kinder Spaß haben, die Händler zufrieden sind und insgesamt eine gute Atmosphäre entsteht, dann weiß man, warum sich die viele Arbeit lohnt.

Der Michelsmarkt hat für Andernach eine lange Tradition. Dazu beizutragen, dass diese Tradition weitergeführt wird, ist eine schöne Aufgabe.

BLICK aktuell: Gibt es für Sie einen besonderen Moment, an dem Sie sagen: „Jetzt kann der Michelsmarkt beginnen“?

Lars Rittgen: Ja, diesen Moment gibt es. Wenn die letzten Vorbereitungen abgeschlossen sind, die Stände stehen, die Fahrgeschäfte aufgebaut sind und die ersten Besucher kommen, fällt schon eine gewisse Anspannung ab.

Dann sieht man das Ergebnis der Arbeit. Und spätestens, wenn die Stadt voller Menschen ist und die typische Michelsmarkt-Atmosphäre entsteht, weiß man: Jetzt kann das Fest beginnen.

BLICK aktuell: Und was wünschen Sie sich für den nächsten Michelsmarkt?

Lars Rittgen: Vor allem, dass die Menschen eine schöne Zeit in Andernach verbringen. Der Michelsmarkt soll ein Fest für die ganze Stadt sein. Für Familien, für junge und ältere Menschen, für Einheimische und Gäste.

Wenn die Besucher am Ende mit schönen Erinnerungen nach Hause gehen, haben wir unser Ziel erreicht.

Auch bei den Wochenmärkten ist Organisation gefragt

Neben dem Michelsmarkt gehören auch die regelmäßigen Wochenmärkte zum Andernacher Stadtbild. Sie sind deutlich kleiner und finden regelmäßig statt, benötigen aber ebenfalls Organisation und Betreuung.

BLICK aktuell: Der Michelsmarkt ist das große Ereignis. Aber Sie kümmern sich auch um die Wochenmärkte in Andernach. Was unterscheidet diese Arbeit?

Lars Rittgen: Die Dimension ist natürlich eine andere. Beim Wochenmarkt geht es vor allem darum, einen geregelten Ablauf für die Händler und Besucher sicherzustellen. Die Stände müssen ihren vorgesehenen Platz bekommen und die organisatorischen Abläufe müssen funktionieren.

Gerade weil der Wochenmarkt regelmäßig stattfindet, ist er ein fester Bestandteil des städtischen Lebens. Viele Menschen kommen gezielt zum Einkaufen, treffen Bekannte und nutzen den Markt auch als Treffpunkt.

BLICK aktuell: Was bedeutet Ihnen der Wochenmarkt für Andernach?

Lars Rittgen: Ein Wochenmarkt bringt Leben in die Stadt. Es ist etwas anderes, ob man seine Einkäufe einfach irgendwo erledigt oder ob man auf einem Markt mit Händlern ins Gespräch kommt und bekannte Gesichter trifft.

Das gehört für mich zu einer lebendigen Innenstadt dazu. Deshalb ist es wichtig, auch diese Märkte zuverlässig zu organisieren und weiterzuentwickeln.

BLICK aktuell: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für den kommenden Michelsmarkt. WAM

Wenn die Plakate für den aktuellen Michelsmarkt gedruckt sind, ist es nicht mehr lange bis zum beliebten Volksfest.

Wenn die Plakate für den aktuellen Michelsmarkt gedruckt sind, ist es nicht mehr lange bis zum beliebten Volksfest.

Ehe auf dem Marktplatz auch dieses Jahr wieder das Riesenrad aufgebaut werden kann, gibt es viel zu planen. Foto: Archiv

Ehe auf dem Marktplatz auch dieses Jahr wieder das Riesenrad aufgebaut werden kann, gibt es viel zu planen. Foto: Archiv

Marktmeister Lars Rittgen hat die Pläne für den Michelsmarkt und den Wochenmarkt stets im BlickFotos: WAMFO.DE

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