Allgemeine Berichte | 19.11.2021

„Blind Date Inklusion“

Hans-Peter Schössler (rechts) moderierte den Abend und begrüßte vier Interviewrunden auf dem Podium - hier Stefan Zeidan (am Mikrophon) - Werkstattratsvertreter der RMW, Johannes Bildhauer - Gehörlosen Sport Verband, Nina Hagedorn - Special Olympics Rheinland-Pfalz und ganz links Olaf Röttig - Behinderten- und Rehabilitationssportverband.Foto: privat

Region. Das Motto der LSB-Aktionswoche vom 8. bis 14. November hieß „Sport lebt Vielfalt“. Die Rhein-Mosel-Werkstatt veranstaltete gleich zwei Events in dieser Zeit, eine Übungsleiterfortbildung am 14. November in Kastellaun und eine absolute Premiere fünf Tage zuvor – das „Blind Date Inklusion“.

Betriebsleiter Dirk Schaal begrüßte in der RMW Hauptstelle in Koblenz mit dem abgewandelten Motto die „RMW lebt Vielfalt“. Dies wurde spontan mit Applaus quittiert und bestätigt. In bunt gemischtem Auditorium waren beeinträchtigte Sportler*innen, Werkstattvertreter, Vereins- und Verbandsvertreter, Politiker und kommunale Abgesandte zusammengekommen. Gerade die Partner der Steuerungsgruppe Inklusion, der Behinderten- und Rehabilitationssportverband, Special Olympics und der Gehörlosen-Sportverband zeigten Präsenz.

„Bei Blind Date dachte ich im ersten Moment nicht an Sport“, musste der Gastgeber eingestehen, „aber als ich den Ablaufplan gesehen habe, entwickelte sich in mir richtige Vorfreude auf diese zwei Stunden, so Schaal.“

Reiner Plehwe hatte dieses neuartige Format vorbereitet. Als LSB-Sport-Inklusionslotse hatte er im Vorfeld die Idee und Umsetzung mit Silvia Wenzel abgestimmt, die hauptamtlich die Koordinierungsstelle Inklusion beim Landessportbund besetzt. Und die beiden Verantwortlichen sahen sich in ihren Planungen bestätigt, denn es entwickelte sich ein ebenso informativer, wie unterhaltsamer Abend, der darüber hinaus tatsächlich effektive und nachhaltige Impulse erbrachte.

Diese entlockte Moderator Hans-Peter Schössler den Talkgästen, die mit ihm und miteinander ein „Date“ auf dem Podium hatten. In vier Gesprächsrunden ging es um Inklusion, primär im Sport, aber tiefergehend in Alltag und Gesellschaft.

Die Spanne der Talkgäste reicht vom Landesbehindertenbeauftragten Matthias Rösch bis hin zu den gerade neu gewählten RMW-Werkstatträten Kai Schütz und Stefan Zeidan. „Die Welt wird inklusiver“, hielt Rösch fest. Der Mann aus Mainz hatte im Vorfeld der Veranstaltung die Werkstatt besucht und unter anderem mit dem gesamten Werkstattrat getagt. Daher war er im Bilde über die jüngsten Entwicklungen, was den Sport als Ausgleich und persönlichkeitsfördernde Komponente im Werkstattumfeld betrifft. Und so entwickelten sich zwei rote Fäden in den zwei Gesprächshalbzeiten.

Zum einen der Ausblick auf die Special Olympics Landesspiele im September 2022 in Koblenz und noch dominanter, die jüngsten Entwicklungen rund um inklusive Fußballaktivitäten auf dem Maifeld und in der Vordereifel, erheblich unterstützt von der RMW, in Person von Reiner Plehwe, und den Caritas Werkstätten in Polch und Mayen, mit dem Antreiber Christoph Hüging. Der dortige Werkstattleiter, nicht nur Freund im Geiste mit dem kongenialen Reiner Plehwe, berichtete von der Initiative des JSV Ettringen, inklusive Trainingseinheiten anzubieten. „Es braucht Kümmerer“, richtete er einen direkten Appell an die anwesenden Verbandsvertreter, speziell Dieter Kerschsieper vom Fußballverband Rheinland. „Es ist so wertvoll, beeinträchtigten Menschen inklusive Begegnungen zu ermöglichen, denn sie blühen dann auf.“

Christoph Hüging und Reiner Plehwe, das sind Kümmerer, die nach Dienstschluss in ihrer Freizeit die beeinträchtigten Sportler zum Training und nach Hause bringen.

Beim VfB Polch gibt es schon seit 2020 die inklusive Fußballgruppe, die unter anderem sich auch von Corona nicht aufhalten ließ und am 9. Oktober diesen Jahres ein aufsehenerregendes inklusives Fußballspiel gemeinsam mit der SG Elztal in Gering auf den Weg brachte.

Dieses „Erlebnis für alle Beteiligten“ wurde mehrfach erwähnt, als Idealmodell, aber auch Dosenöffner. „Seitdem hat sich nicht nur in den Vereinen, sondern auf dem ganzen Maifeld was verändert“, bekundete Frank Breitbach. Der 1. Vorsitzende des VfB Polch berichtete von einer engen Kooperation mit der RMW und Special Olympics Rheinland-Pfalz, sowie Zukunftsplänen, „um endlich nach Corona auch im Tennis und in der Leichtathletik inklusiv aktiv zu werden.“

Schon während der offenen Diskussion im Laufe des Abends wurde vereinbart die Initiativen des JSV Ettringen und des VfB Polch kurzzuschließen. „Synergieeffekte liegen auf der Hand“, freute sich Reiner Plehwe. Der Leiter Bildung und Rehabilitation der Rhein-Mosel-Werkstatt sah seine Erwartungen in diesen intensiven Abend erfüllt. „Es wurden Impulse gesetzt, Kontakte geknüpft und vor allem haben sich unsere Jungs echt selbstbewusst präsentiert.“ Damit meinte Plehwe das Trio Kai Schütz, Stefan Zeidan und Christian Pischke, die am Mikrofon zu Wort kamen.

Letzterer wird als Botschafter der Special Olympics Landesspiele im September noch häufiger zu Wort kommen. „Diese Spiele sind eine Steilvorlage, um das Thema Inklusion in unserer Region zu forcieren“, hielt Moderator Schössler fest. Christian Pischke wünschte sich „ein großes Miteinander im Sport“ und Chico Galante, der Athletensprecher, brachte es auf den Punkt: „Für mich gibt es dann nicht behinderte und nicht-behinderte Sportler*innen, sondern nur Menschen, die zusammen Spaß haben.“

Dieses Blind Date Inklusion machte Lust auf mehr und war am Ende ein Turbo für die Idee der LSB-Aktionswoche „Sport lebt Vielfalt“, denn im Umfeld der Rhein-Mosel-Werkstatt sind Vielfalt, Inklusion und Sport mehr und mehr Alltag.

Hans-Peter Schössler (rechts) moderierte den Abend und begrüßte vier Interviewrunden auf dem Podium - hier Stefan Zeidan (am Mikrophon) - Werkstattratsvertreter der RMW, Johannes Bildhauer - Gehörlosen Sport Verband, Nina Hagedorn - Special Olympics Rheinland-Pfalz und ganz links Olaf Röttig - Behinderten- und Rehabilitationssportverband.Foto: privat

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