Allgemeine Berichte | 12.09.2018

Waldbauverein Ahrweiler e.V. und Forstamt Adenau informieren

Borkenkäfer auf dem Vormarsch

Region. Derzeit sind die rotbraunen Flecken in unserer Waldlandschaft nicht zu übersehen. Nicht nur Laubbäume zeigen überdeutlich die Folgen der mehrmonatigen Dürre, sondern auch Nadelbäume und hier besonders die Baumart Fichte. Die mangelnde Wasserversorgung der Fichten führt derzeit zu einer ungewohnt massiven Vermehrung der Borkenkäfer. Die natürlichen Abwehrkräfte der Baumart sind oft überfordert. Von den Schäden betroffen sind praktisch alle Waldbesitzenden mit Fichten in ihren Wäldern, öffentliche wie auch private.

Die Forstleute bitten alle Waldbesitzer, regelmäßig und zur Zeit in kurzen Abständen ihre Fichtenbestände auf frischen Borkenkäferbefall zu kontrollieren. Schon ein Blick aus der Ferne, sofern möglich, verrät durch rötlich-schimmernde Baumkronen den Befall. Am Baum selbst können ein oder mehrere Anzeichen auf den Befall hinweisen, nämlich ein Teppich noch grüner Nadeln auf dem Waldboden, Harztröpfchen im ganzen Stammbereich, braunes Bohrmehl auf Ästen, Rindenschuppen und der unmittelbaren umgebenden Vegetation sowie letztlich abfallende Rindenteile. Von Bäumen mit vollständig abgeblätterter Rinde geht keine Gefahr mehr für Nachbarbäume aus, da der Borkenkäfer sie bereits wieder verlassen hat.

Waldbesitzer, die selbst in der Lage sind aktiv zu werden, sollten die Befallsnester so schnell wie möglich räumen und das Holz aus dem Wald befördern. In der Regel kommt hier nur eine Nutzung als Brennholz in Frage.

Konzept für die Schadensbeseitigung

Der Waldbauverein Ahrweiler und das Forstamt Adenau arbeiten an einem Konzept für die Schadensbeseitigung im Kleinprivatwald. Größte Hindernisse sind die immer noch vollen Lager der Sägewerke aus Holz der Januarstürme und die begrenzten Kapazitäten zur Aufarbeitung des Borkenkäfer-befallenen Holzes. Vorbereitend benötigt der Waldbauverein die Zustimmung jedes einzelnen Betroffenen. Hierzu führen die Obleute des Waldbauvereins (sofern vorhanden) in den einzelnen Dörfern Sammellisten, in denen die Namen, die Gemarkung, Flur- und Parzellen-Nr. und weitere Angaben erfasst werden. Der Waldbauverein bietet auch die Möglichkeit, eine Vollmacht zum Holzverkauf von seiner Homepage unter www.waldbauverein-aw.de herunterzuladen, die ausgefüllt und unterschrieben zurückzusenden ist.

Kostendeckung kann nicht garantiert werden

In Zusammenarbeit mit den Privatwaldbetreuern des Forstamtes soll eine Aufarbeitungskette für die Befallsorte in Gang gesetzt werden, die auch die Vermarktung des Schadholzes einschließt. Die Erlöse aus der Schadholzverwertung werden aufgrund der Marktlage und Qualitätsminderung des Holzes erheblich niedriger sein als bei regulären Durchforstungen gewohnt. Die Waldbesitzer müssen dabei nicht in Vorleistung treten. Eine Kostendeckung wird angestrebt, kann aber nicht grundsätzlich garantiert werden.

Kleinanfälle selbst entfernen

Es wird aber nicht für jeden betroffenen Waldbestand kurzfristig eine Aufarbeitungsmöglichkeit geben. Kleinanfälle sollten daher unbedingt selbst entfernt werden. Eine schnelle und fachgerechte Selbsthilfe bleibt das effektivste Mittel im Kampf gegen den Borkenkäfer.

Beratend stehen den geschädigten Waldbesitzern die Privatwaldbetreuer des Forstamtes im Bereich der Verbandsgemeinde Adenau Jens Marx, Tel. (0 26 97) 90 69 13 oder (0 15 22) 8 85 08 96, jens.marx@wald-rlp.de und im Bereich der Verbandsgemeinde Altenahr Andreas Zedler, Tel. (0 26 43) 17 19 oder (0 15 22) 8 85 09 03, andreas.zedler@wald-rlp.de zur Verfügung.

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