Braucht die Welt die Narren?
Der kfd-Literaturkreis präsentierte „Narren und Träumer“
Swisttal-Heimerzheim. Wer ist ein Narr? Wer ein Träumer? „Der „Narr“ hat eine uralte Tradition, einst zog er von Jahrmarkt zu Jahrmarkt, auch an vielen Fürstenhöfen war er Gast oder gar fest angestellt“, zeigt Elisabeth Koch die jahrhundertealte Stellung der Narren auf, die oftmals in der Maske des Einfältigen den „hohen Herren“ auch unangenehme Wahrheiten sagen durften. Mit dem Stück „Der Narr“ von den Höhnern, gesungen und gespielt von Jens Patals, begann das umfangreiche Programm im Pavillon der Burg Heimerzheim. Weitere Werke waren u.a. „Ich möchte ein Clown sein“ nach Hanns Dieter Hüsch (1925 - 2005), gesprochen von Elisabeth Koch, begleitet auf der Flöte von Marie-Sophie Tempel, das bekannte „Hans Guck in die Luft“ aus dem Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann (1809 - 1894) und natürlich etwas von dem uns wohl bekanntesten Narren schlechthin Till Eulenspiegel. Die Episode „Wie sich Eulenspiegel an den Knaben rächte“ nach dem alten Volksbuch von 1515 wurde gestaltet von Hella Lörken und Tobias Zulauf sowie den Kindern Madita Lanters, Marie Lanters, Emma von Bergmann, Hannah von Bergmann und Florian Zulauf. Aber auch die Träumer haben im Literaturkreis ihre Anhänger. „Das Leben ist ein Traum“ von Joh. Wilh. Ludw. Gleim (1719 - 1803), vertont von Joseph Haydn (1732 - 1809) sang Susanne Wessely , begleitet wurde sie auf dem Klavier von Thomas Bruttger. Weit zurück in die Menschheitsgeschichte reichten „Pharaos Träume, Josephs Deutung“ aus dem Alten Testament, 1 Mose, 41,15 ff. Als mit „Our revals now are ended“ - „Das Fest ist jetzt zu Ende“ aus William Shakespeares The Tempest (1564 - 1616), gesprochen von Werner Neven, das 5. Literaturfest der kfd Heimerzheim zu Ende ging, dankten die Besucher allen Aktiven und den vielen Helfern mit einem riesigen Applaus, dass alle ein solches Kulturereignis wieder möglich gemacht haben. RFW
