THW baut Brücke in Pech ab
Brückenneubau in Pech steht damit in den Startlöchern
Folgen des Unwetters traten noch einmal deutlich zutage.
Wachtberg-Pech. Das Unwetter vom 4. Juni 2016 wird so schnell niemand in Wachtberg vergessen. Katastrophal waren die persönlichen Folgen für viele Menschen, so groß war vielerorts die Zerstörung. Der Fassungslosigkeit folgten fast zeitgleich eine Welle der Hilfsbereitschaft und die Tatkraft der Gemeinde.
Die Hilfen kamen nicht nur von nebenan. Auch von außerhalb waren Menschen einfach gekommen, um zu helfen. Verheerend waren die Folgen ebenfalls für die Infrastruktur Wachtbergs, weil die unfassbaren Wassermassen innerhalb weniger Stunden fünf Brücken im Wachtberger Ländchen zerstörten. Was allerdings Sachkenntnisse, Hilfsbereitschaft und eine perfekte Organisation innerhalb und außerhalb der Gemeinde schaffen können, zeigte sich binnen nur einer einzigen Woche.
Das Technische Hilfswerk, das solche Einsätze sonst eher im Ausland auf die Beine stellt, rückte mit einer beeindruckenden Mann- und Materialstärke an. Innerhalb kürzester Zeit bauten die Mannen der Hilfsorganisation stabile Behelfsbrücken auf. Die meisten Bürger Wachtbergs waren seinerzeit einfach nur beeindruckt und dankbar für den Sach- und Fachverstand der Frauen und Männer, die dort kamen, professionell organisierten und anpackten.
Bald schon war nicht nur die ortstrennende Lücke zwischen Arzdorf und Berkum geschlossen, sondern auch die Hauptstraße in Pech war wieder befahrbar.
Die Behelfsbrücke konnte zwar lediglich mit zehn Stundenkilometern befahren werden, aber immerhin war die Buslinie wieder in Betrieb und eine wichtige Verbindung innerhalb von Pech war wieder befahrbar. Wie auch in Arzdorf kam es in der Folge zu Problemen wegen der Lautstärke, wenn Fahrzeuge die Brücken mit höherer Geschwindigkeit befuhren. Auch hier arbeitete man mit den Fachleuten vom THW zusammen und holte sich dort Rat. So wurden an den Schwellen geräuschdämpfende Schichten angebracht, die den direkten Anwohnern ein wenig Erleichterung wegen des Lärms verschafften.
Diese Ära sollte aber mit dem 26. August 2017 vorbei sein. Wieder rückten die Fachleute in blauen Overalls und mit Schutzhelmen an. Wieder wurde perfekt organisiert und Hand in Hand gearbeitet.
Wieder sah man innerhalb kürzester Zeit das Ergebnis der Arbeit: Die Brücke, die über ein Jahr lang die Infrastruktur im Dorf aufrechterhalten hatte, war abgebaut worden. Der Anblick, den der jetzt offene Bereich bot, vergegenwärtigte deutlich die massiven Zerstörungen aus dem Vorjahr. Auch wenn die fehlende Behelfsbrücke derzeit eine klaffende Lücke und lediglich einen Fußgängerübergang hinterlässt, lassen aktuelle und vergangene Aktivitäten der Gemeinde auf eine neue, bessere Lösung hoffen.
Ein Mischwasserpumpwerk ist neu gebaut worden, um bei eventuellen künftigen Starkregenereignissen das Wasser möglichst sicher über die Passstelle zu transportieren.
Die Bauzeit der neuen Brücke wurde optimiert und konnte um zwei Monate auf jetzt zehn Monate reduziert werden.
Trotzdem empfinden viele Bürger die lange Bauzeit als Belastung. Der öffentliche Nahverkehr wird sich im Ort auf die Haltestelle an der Landstraße auf der Höhe „Grüner Weg“ beschränken und somit stark eingeschränkt sein. Damit der Schülerverkehr aufrechterhalten werden kann, müssen im Bereich Forstweg und Milchpützweg Halteverbotszonen eingerichtet werden, um dem Schulbus eine Wendemöglichkeit zu schaffen. Einzelhändler im Ort klagen über starke Einbußen, weil der Laden plötzlich über Monate hinweg in einer Sackgasse anstatt auf einem Hauptverkehrsweg liegt.
Trotzdem kann ein Brückenbau nicht beliebig beschleunigt werden, weiß man im Rathaus.
Um den Bürgern die Wartezeit auf die neue Brücke erträglich zu machen und um einen Einblick in vergangene und kommende Geschehnisse in diesem Zusammenhang zu verschaffen, hat die Gemeinde zu diesem Thema auf ihrer Homepage Informationen bereitgestellt. Unter www.wachtberg.de/cms127/s/a/bruecke_pe/index.shtml und www.wachtberg.de/cms127/s/a/mr/a/2017-05-10_bruecken_uebersicht.shtml finden die Bürger Informationen zu dem umfangreichen Projekt. Die Umsatzeinbußen des betroffenen Einzelhandels will man mit Hinweisschildern, die an den Umleitungsschildern abgebracht wurden, so gering wie möglich halten. Nach dem derzeitigen Zeitplan soll die 1,1 Millionen teure neue Brücke Ende Juni 2018 fertiggestellt sein.
Die Brücke, die über ein Jahr lang die Infrastruktur im Dorf aufrechterhalten hatte, war abgebaut worden.
