Zweite Dammbauaktion stärkt Hochwasserschutz im Rheinbacher Stadtwald
Bürgerengagement und Fachplanung greifen beim Wasserrückhalt ineinander
Rheinbach. Die Hochwasserschutzinitiative Rodderfeld hat gemeinsam mit der von der EU und dem Land NRW geförderten LEADER-Kooperationsstelle „Wasserrückhalt im Wald“ sowie der Stadt Rheinbach eine zweite Dammbauaktion im südwestlich gelegenen Stadtwald erfolgreich umgesetzt. Nach der ersten Aktion im Mai 2025 knüpft die diesjährige Maßnahme an die gewonnenen Erfahrungen an und entwickelt den Ansatz konsequent weiter.
Rund 20 engagierte Bürgerinnen und Bürger aus dem Rodderfeld errichteten gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der LEADER-Kooperation und der Stadt an zwei Fließwegen insgesamt neun sogenannte „durchlässige Dämme“. Viele Teilnehmende brachten ihre Kinder mit.
Der Aktionstag verband praktischen Hochwasserschutz mit Naturerlebnis und Umweltbildung. Insbesondere die jüngere Generation wurde für die Zusammenhänge von Klimawandel, Starkregen und Überschwemmungen sensibilisiert.
Die Maßnahme ist das Ergebnis intensiver Vorbereitung und enger Abstimmung verschiedener Akteure. Die Hochwasserschutzinitiative arbeitete dabei eng mit der interkommunalen Koordinierungsstelle „Wasserrückhalt im Wald“, Renate van Beek, dem Rheinbacher Förster Sebastian Tölle sowie dem technischen Beigeordneten der Stadt, Torsten Bölinger, zusammen. In gemeinsamen Begehungen wurden geeignete Standorte auf städtischem Grund identifiziert und die Flächen für die Dämme festgelegt. Die Stadt unterstützte die Maßnahme unter anderem durch die Bereitstellung von Materialien und Gerätschaften.
Eng begleitet wurde die Aktion durch die interkommunale Fachstelle für „Wasserrückhalt im Wald“, die im Rahmen des LEADER-Förderprogramms für Rheinbach, Meckenheim, Swisttal, Euskirchen, Weilerswist und den Rhein-Sieg-Kreis eingerichtet wurde. Ziel dieser Kooperation ist es, Maßnahmen zur Verbesserung des natürlichen Wasserrückhalts systematisch anzustoßen und fachlich zu begleiten.
Auch Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel packte vor Ort mit an und würdigte das Engagement der Beteiligten. „Der gemeinsame Einsatz zeigt, wie wirkungsvoll bürgerschaftliches Engagement und kommunale Unterstützung Hand in Hand gehen können“, so der Bürgermeister.
Die diesjährige Umsetzung profitierte von den Erkenntnissen aus dem Vorjahr. „Wir bauen inzwischen gezielt mehrere Dämme hintereinander entlang eines Fließwegs“, erläutert Reiner Verspai von der Initiative. Dieses kaskadierende Prinzip sorgt dafür, dass Wasser mehrfach zurückgehalten und sein Abfluss deutlich verlangsamt wird. Auch aus städtischer Sicht wird dieser Ansatz bestätigt: Eine gestaffelte Anordnung steigert die Retentionsleistung erheblich.
Die Dammbauaktion ist Teil des Gesamtkonzepts der Wasserretention in Rheinbach. Während in den vergangenen Jahren zunächst der unmittelbare Schutz durch bauliche Anpassungen, mobile Schutzsysteme und technische Sicherungen im Vordergrund stand, verschiebt sich der Fokus zunehmend. Ziel ist es, den Wasserzufluss bereits in der Fläche zu reduzieren und natürliche Rückhaltepotenziale im Wald sowie in der Agrarlandschaft gezielt zu stärken.
Dazu gehören perspektivisch auch Maßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen, etwa der Anbau wasserretentionsfördernder Pflanzen wie Miscanthus, den die Stadt Rheinbach finanziell fördert. Maßnahmen wie die errichteten Dämme zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie vergleichsweise kostengünstig sind, in Eigenregie umgesetzt werden können und gleichzeitig eine hohe Wirksamkeit entfalten.
Mit der zweiten Dammbauaktion setzen die Rheinbacher Bürgerinnen und Bürger ein weiteres Zeichen für einen zukunftsorientierten, gemeinschaftlich getragenen Hochwasserschutz und zeigen, wie lokale Initiativen und kommunale Strategien erfolgreich ineinandergreifen.
BA
Der Aktionstag verband praktischen Hochwasserschutz mit Naturerlebnis und Umweltbildung.
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