Seniorenpolitische Konzeption soll zu einer „Mitwirkungsinitiative“ werden
Bürgerforen und Seniorenpolitische Kreisbereisung angekündigt
Westerwaldkreis. Die vom Kreistag beschlossene neue Seniorenpolitische Konzeption (SPK) muss zu einer echten „Seniorenmitwirkungsinitiative“ für den Westerwaldkreis werden! Damit kann die Mitsprache der älteren Wäller auf einen neuen Level gehoben werden – wenn viele Betroffene mitmachen! Dazu beitragen werden auch die beschlossenen Förderrichtlinien zur Umsetzung des SPK und die neue Pflegestrukturplanung für den Kreis. Dies stellt das kreisweit tätige Netzwerk „Senioren- und Behindertenrat“ (SBR) WW fest und will Möglichkeiten schaffen, sich einzubringen und die Entwicklung positiv zu beeinflussen.
Fortgeschriebene Seniorenpolitischen Konzeption wartet auf Umsetzung
Auch im Westerwald werden die Babyboomer alt und wollen im Alter überwiegend anders leben wie die Generationen vor Ihnen. Die Gesellschaft ändert sich zudem schneller als je zuvor und wird älter und älter. Deshalb war es richtig, dass die SPK zeitgemäß fortgeschrieben wurde und Wege in die Zukunft auch für die „Babyboomer-Generation“ aufzeigt.Der SBR dankte der interfraktionellen Arbeitsgruppe des Kreistages, die das Werk überarbeitet und den aktuellen Erfordernissen angepasst hat und dem Kreistag, der sich einstimmig dafür ausgesprochen hat. Anpassungen erfolgten unter anderem im Bereich Mobilität, Einsatz von Gemeindeschwestern, bessere Vernetzung der Akteure, neue Wohnformen, Bedeutung des Ehrenamtes und Nutzung der Digitalisierung. Entscheidend ist jetzt, daraus konkrete Maßnahmen zu entwickeln – am besten natürlich zusammen mit den betroffenen älteren Menschen. „Wir werden im Sommer deshalb zu drei Bürgerforen wahrscheinlich in Westerburg, Selters und Montabaur einladen“, kündigte SBR-Koordinator Uli Schmidt an. Dafür würden vor Ort Kooperationspartner gesucht. Darüber hinaus soll bei einer ganztägigen seniorenpolitischen Rundreise durch den Kreis mehrere Projekten zu den in der SPK beschriebenen Handlungsfeldern besucht werden. Auch dafür könne sich interessierte Gastgeber gerne melden.
Bei den umzusetzenden Maßnahmen steht das Engagement der Betroffenen im Vordergrund. Doch ganz ohne finanzielle Mittel, die von Orts- und Verbandsgemeinden ebenso wie vom Kreis bereitgestellt werden, geht es nicht. Daher ist es richtig, dass das „Senioren-Förderprogramm“ des Kreises fortgeführt und mit den Richtlinien ein höherer Zuschuss von bis zu 1.000 Euro pro Projekt möglich wird. Hervorzuheben ist besonders, dass auch ehrenamtliche Seniorenteams in den Gemeinden und Generationenübergreifende Projekte gefördert werden können.
Pflegestrukturplanung des Kreises ist sinnvoll trotz begrenzter kommunaler Einflussnahme
„Wir leben in aufgewühlten Zeiten und es gibt gesellschaftliche Spaltungstendenzen. Diese dürfen nicht zu einer Verschärfung des drohenden Pflegenotstandes führen! Klar ist: die Möglichkeiten der Einflussnahme des Kreises auf die Entwicklungen der Altenpflege sind sehr begrenzt – aber mit dem neuen vom Kreistag beschlossenen Pflegestrukturplan wurde eine gute Beschreibung der aktuellen Lage der Pflege in unserem Kreis erarbeitet. Damit lässt sich nach Ansicht des SBR gut arbeiten.“
Zu lösende Herausforderungen in der Altenpflege sind beispielsweise fehlende Fachkräfte für die ambulante und stationäre Versorgung, Probleme mit der Leiharbeit, Einbeziehung ausländischer Pflegekräfte, Sicherstellung der Qualität der Pflege, Ausbreitung der Marktmacht profitorientierte ausländischer Pflegekonzerne (aktuell bei uns noch kein spürbares Problem, kann aber bald eines werden) und insgesamt die Finanzierung der Pflege. Besonders kritisch wird die durch die Angehörigen zu tragenden Kostensteigerungen gesehen.
Aktuell ist die stationäre und ambulante Versorgung im WW noch qualitativ und quantitativ weitgehend gedeckt, aber es wird zunehmend schwieriger. Gut aufgestellt ist man bei den Senioren-Wohngemeinschaften und Pflege-WGs, bei der Tagespflege ist noch mehr möglich (auch im Hinblick auf die Akzeptanz der Betroffenen), ebenso wie bei der Schaffung von mehr barrierefreien und seniorengerechtem Wohnraum. Lobenswert ist die wichtige Arbeit der Demenznetzwerke im Kreis…und natürlich ganz besonders der Angehörigen, ohne die eine Versorgung der Pflegebedürftigen gar nicht möglich wäre. Besonders wichtig ist daneben die gute Ausbildung in der Altenpflege wie beispielsweis an der Fachschule der BBS Westerburg – und anderen Ausbildungsstätten in der Region. Hier will der SBR im Blick haben, ob die Kapazitäten erhöht werden können. Wer etwas zur Arbeit des SBR-Netzwerkes beitragen oder in den Infoverteiler aufgenommen werden will, kann sich melden bei Uli Schmidt unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.
Pressemitteilung des
Senioren- und
Behindertenrat Westerwald
