Farbenfrohe Punkte im Einheitsgrau Wachtberger Straßen und Plätze
Bunte Hoffnungssteine schmücken Villip und Niederbachem
Wachtberg. Alle Schulen waren über Wochen geschlossen und auch die Spielplätze sind abgesperrt. Zuhause bleiben ist seit Wochen angesagt.
Aber was die Schwestern Alva und Nola O’hara in Villip aus der verordneten Schulzwangspause gemacht haben, kann sich nicht nur sehen lassen, sondern es auch künstlerisch wertvoll: Eine an der Hauswand nebeneinander gelegte Schlange bunt bemalter „Hoffnungssteine“. Diese soll sich von der Hausnummer 28 der Villiper Hauptstraße bis zur Villiper Kirche schlängeln.
Es zeigt sich schon auf den ersten Blick, dass die Steine durch ihre Farbe im Einheitsgrau Wachtberger Straßen sofort auffallen und ein positives Schmunzeln in die Gesichtszüge jedes Betrachters zaubern. So kann der Zuschauer Meter für Meter an der Häuserzeile auf dem Bürgersteig an dutzenden fröhlich bemalter Kieselsteine entlang schreiten.
Dass diese aus dem Rhein stammen, ist ihnen kaum mehr anzusehen. So gut wurden sie von Alva und Nola zu Marienkäfern oder anderen kleinen Kunstwerken verwandelt. Zwar sind es noch einige Meter bis zur Villiper Kirche – dem erklärten Ziel von Alva und Nele – aber bei der Freude, mit der die beiden Schwestern am Werke sind, dürfte das Ziel erreichbar sein. Doch würden sie Hilfe von Villiper Mitbürger*innen erhalten, ginge es sicher schneller. Solange die Probleme mit dem Coronavirus bestehen, wird fleißig weiter am Gesamtwerk gearbeitet, ist das Motto der beiden.
Auch in Niederbachem wird es bunt
Unabhängig davon tut sich in Niederbachem am Vorplatz des Henseler Hofs ähnliches.
Die Wachtberger Initiative „Parents for Future“ hatte dazu aufgerufen, an einer bestimmten Stelle in Niederbachem ebenfalls bunte Steine auszulegen und nach Bedarf mit einer Botschaft, oder neuhochdeutsch „Message“, zu versehen. Und welcher Platz wäre besser für bunte Hoffnungssteine geeignet, als der gerade erst in Einheitsgrau mit Schwerlastbetonsteinen zugepflasterte Vorplatz des Henseler Hofs? So konnte dankenswerterweise mit Zustimmung der Eigentümerin und der Mieterin eine ideal geeignete Fläche direkt am Platz, an der Kreuzung Konrad Adenauer Straße/Rolandstraße, als Standort für die vielen zu erwartenden Hoffnungssteine gefunden werden. Kaum war der Aufruf über das Internet gestartet, als schon die ersten Interessenten zusagten.
Pünktlich zum 24. April, dem Klimastreiktag der „Fridays for Future-Bewegung“, konnten die ersten Hoffnungssteine um das Basaltelement gelegt werden. In lockerer Reihenfolge und immer in gehörigem Abstand von 1,50 m bis 2,00 m untereinander kamen Bürger*innen mit und ohne Kinder vorbei, um Stein für Stein ihre Wunschbotschaften oder einfach nur Steine mit schönen bunten Motiven dazu zu legen. Kleine Smilies auf weißen Kieselsteinen wurden in den Basalthintergrund hineingelegt und geben bis heute dem Ganzen ein überaus freundliches und einladendes Ambiente.
Die Motivvielfalt ist schier grenzenlos bzw. wird es noch werden. Fläche genug ist an der Stelle vorhanden, um mit noch mehr guter und fröhlicher Laune die Betonsteinfläche des Platzes etwas vergessen zu machen.
Mitmachen ist sehr erwünscht und sehr einfach
An beiden Stellen sind in einem Zinkeimer bzw. in einer abgedeckten Box genug noch nicht bemalter Steine vorhanden: Einen oder zwei Steine mitnehmen, bemalen und einfach wieder dazu legen. Selbstverständlich können auch eigene Steine aus dem Garten oder von einem Weg genommen und schön gestaltet werden.
Solche Steinaktionen gibt es zwar schon länger im ganzen Bundesgebiet. Es ist aber etwas ganz besonderes, wenn diese lustigen bunten Farbkleckse in der eigenen Ortschaft auftauchen und einfach nur Freude machen und bei jedem Betrachter ein zustimmendes Lächeln erwirken – auch wenn es unter einer Coronaschutzmaske verborgen ist. Die Aktion soll zunächst so lange aufrechterhalten bleiben, wie die Problematik des Coronavirus‘ noch virulent ist.
Dann können die Steine auf Wanderschaft gehen – oder auch in die zukünftige Platzgestaltung des Henseler Hofs einbezogen werden. Sehr bemängelt wurden in der Vergangenheit unter anderem das fehlende Grün und kein wirkliches Konzept für den Platz. Vielleicht sind diese Hoffnungssteine auch „Steine des Impulses“, den Platz freundlicher zu gestalten, als im derzeitigen Beton-Einheitsgrau. Vielleicht ein Hochbeet, als Kräutergarten für jedermann und in dem die Hoffnungssteine eine dauerhafte Heimat finden – als stete Erinnerung an eine schwierige, aber in gemeinschaftlicher Solidarität bewältigte Zeit? Auch so etwas könnte man als echte Bürgerbeteiligung wertschätzen. Bis dahin aber heißt es aber noch: Malen, was in den Sinn kommt, lustig ist oder immer schon mal gesagt werden sollte. Malen kann jeder, weil man es nie vergisst. Es macht einfach Spaß und ist ein aktiver, farbenfroher Beitrag zur Solidarität – in Villlip, Niederbachem und anderswo.
Pressemitteilung
Parents for Future, Wachtberg
Bunte Hoffnungs- und Wunschsteine am Vorplatz Henseler Hof in Niederbachem. Themen sind überwiegend Klimaschutz, Coronapandemie, Naturschutz oder einfach nur bunt und schön.